Schule Bühl, Zürich

 

Das Team der Schule Bühl solidarisiert sich mit der Aktion Sinkflug und möchte mit dieser Stellungnahme die Forderungen der Aktion bestätigen.

Gleichzeitig hält unser Team fest, dass es nach wie vor hinter den Grundsätzen der Integrativen Förderung der Schulen der Stadt Zürich steht.


Danke!


Wir gratulieren der Schule Allenmoos zu ihrem Mut, diese brennenden Anliegen beherzt und sehr eindrücklich aufgegriffen zu haben. Die Notwendigkeit zeigte sich an der Lawine der postwendenden Reaktionen. Auch bei der Schule am Uetliberg bedanken wir uns für ihre Stellungnahme. Sie steht stellvertretend für die vielen seriösen Reaktionen und besticht durch den akribisch und minutiös aufgelisteten Vergleich zwischen den Vorgaben und der Realität.


Stellungnahme der Schulleitung der Schule Bühl
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Die Schule Bühl

 

Die Schule Bühl ist eine öffentliche Schule der Stadt Zürich. Sie liegt im Herzen des Quartiers Wiedikon am Fuss des Üetliberges. Die Schule Bühl besteht aus 17 Primar-klassen, 6 Kindergärten und 9 Horten. Insgesamt besuchen ca. 480 Kinder unsere Schule.

Die Schulentwicklung ist hauptsächlich durch „QUIMS“ (Qualität in multikulturellen Schulen) bestimmt. Seit zwei Jahren arbeitet die Schule mit der Integrativen Förderung.

 

1. Für eine erfolgreiche Schule braucht es:

 

Mehr individualisierenden Unterricht statt immer grössere Klassen!

 

Wir sind überzeugt, dass eine schulische Integration, wie sie das Volksschulgesetz des Kantons Zürich fordert, nur zufriedenstellend erreicht werden kann, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

 

Die Klassen werden auf 18 Kinder begrenzt und gleichzeitig unterrichten 2 Lehrpersonen mit mindestens 150 Stellenprozenten an einer Klasse im Teamteaching.

 

Nur so ist ein individualisierender, allen Kindern gerecht werdender Unterricht möglich.

 

Stärkung der Klassenlehrpersonen!

Die Einführung der Integrativen Förderung hat zu erheblichen Mehrbelastungen der Lehrpersonen geführt. Vor allem die Klassenlehrpersonen werden alleine gelassen und zuwenig unterstützt.

Was es braucht ist eine aktive Unterstützung der Klassenlehrpersonen im Rahmen der Integrativen Förderung.

 

Genügend Raum für die Schülerinnen und Schüler!

Die Infrastruktur kann die Ansprüche des individualisierenden Unterrichts nicht mehr abdecken. Es müssen schnell Ideen her, wie zusätzlich Räumlichkeiten frei gemacht werden können. Für den Unterricht braucht es kleine, veränderbare Lerninseln oder Nischen und Räume, die spontan benützt werden können und ein konzentriertes, störungsfreies Arbeiten ermöglichen.

 

Mehr Spielraum bei der Lehrmittelwahl!

Verschiedene obligatorisch erklärte Lehrmittel des Kantons Zürich sind für den individualisierenden Unterricht ungeeignet. Wir fordern daher eine Aufhebung des Obligatoriums für diese kantonalen Lehrmittel. Bis der Lehrplan 21 umgesetzt werden kann, dauert es wohl noch geraume Zeit. Daher müssen sehr schnell bereits bestehende Lehrmittel, sowohl von anderen Kantonen wie auch von Lehrmittelverlagen, auf ihre Tauglichkeit geprüft und freigegeben werden.

 

Mehr Zeit für die Schülerinnen und Schüler statt Bürokram!

Die administrativen Arbeiten für die Lehrpersonen sind in den letzten Jahren explodiert. Die Fülle an Aufträgen, Formularen und Rückmeldungen die es zu bearbeiten gilt, sind inzwischen nicht nur in Form von Papier, sondern auch gerade durch die Möglichkeiten der EDV, nicht mehr zu bewältigen.

Es braucht Vereinfachungen in den administrativen Abläufen und schlussfolgernd eine massive Entlastung der Lehrpersonen von administrativen Tätigkeiten.

 

Keine riskanten Sparexperimente auf dem Buckel der Schulkinder!

Die bisherigen Erfahrungen mit den Sparplänen des Kantons im Bildungsbereich haben bewiesen, dass trotz anders kommunizierten Stellungnahmen ein Qualitätsverlust mit direkten negativen Folgen auf den Unterricht in Kauf genommen wird.

 

Wir weisen deshalb alle neuen Sparpläne zurück.

 

 

 

2. Schluss

 

Trotz der aufgezeigten Baustellen im Schulbereich sind wir überzeugt davon, dass der Unterricht an unserer Schule dank dem ungebrochenen Engagement der Lehrpersonen nach wie vor qualitativ hochwertig ist.

 

Das Team der Schule Bühl    Im September 2010