Ihre Meinung:

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  • #208

    Manifest zur Lehrerbildung - Administrator (Mittwoch, 06 April 2011 20:34)

    Das Forum "Kindgerechte Schule" befasst sich nach einer Veranstaltung (18. Jan. 2011) zum Thema "Lehrerbildung" weiterhin mit den Fragen, wie diese Lehrerbildung denn gestaltet sein müsste, damit die neu ausgebildeten Lehrpersonen im Schulalltag Erfolg haben können, den gestellten Aufgaben gerecht werden können und es nicht zu frühzeitigen Abgängen aus dem Beruf kommt.
    Das Forum hat am 1. April unter dem Titel "Manifest zur Lehrerbildung" eine Unterschriftenaktion gestartet und lädt alle mit Schulfragen betrauten Personen ein, das Manifest zu unterschreiben.

  • #207

    Adminilstrator KH. Kublöi (Mittwoch, 06 April 2011 20:32)

    Das Forum "Kindgerechte Schule" befasst sich nach einer Veranstaltung (18. Jan. 2011) zum Thema "Lehrerbildung" weiterhin mit den Fragen, wie diese Lehrerbildung denn gestaltet sein müsste, damit die neu ausgebildeten Lehrpersonen im Schulalltag Erfolg haben können, den gestellten Aufgaben gerecht werden können und es nicht zu frühzeitigen Abgängen aus dem Beruf kommt.
    Das Forum hat am 1. April unter dem Titel "Manifest zur Lehrerbildung" eine Unterschriftenaktion gestartet und lädt alle mit Schulfragen betrauten Personen ein, das Manifest zu unterschreiben.

  • #206

    silvia g (Samstag, 26 März 2011 14:27)

    Seit 1998 bin ich als Lehrerin tätig, seit dem Herbst unterrichte ich eine 1. Klasse, zum ersten Mal im Kanton Zürich. Ich bin entsetzt über den Zustand des Bildungssystems der Stadt Zürich, die innerhalb der Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen soll!


    °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

    Im Vergleich bspw. zum Kt. St.Gallen sehe ich in Zürich:
    - eine unverhältnismässige Bürokratie (mit ca. 2 zusätzlichen Ebenen, vgl. mit dem Kt. SG)
    - massiv kleinere Klassenbudgets
    - sehr eingeschränkte Möglichkeiten (finanziell!), auf ausserordentliche Schulsituationen zu reagieren
    - tiefere Lehrerlöhne trotz höheren Lebenskosten

    Es ist so, dass ich sehr wohl bereit bin, die Schule zum Besseren zu verändern, sonst wär ich ja nicht hier drin (@Ronnai).
    Es ist auch so, dass ich Reformen (zB. das integrative Schulmodell, das m.E. für einen grossen Teil lehrerlicher Unzufriedenheit veranwortlich ist) ideell unterstütze. BLOSS: Die praktische Umsetzung der hehren politisch-pädagogischen Ziele scheint mir, mit Verlaub, hier in Zürich ziemlich desaströs.

    Wer Veränderungen fordert (Eltern und Bürger wie Herr Ronnai), dem neuen integrativen Bildungsgesetz zugestimmt hat und sein Kind mit allen Mitteln individuell gefördert sehen will, muss wissen: Qualität hat ihren Preis!

    ES GEHT NICHT AN, DER SCHULE MEHR UND MEHR ERZIEHUNGSAUFGABEN ZUZUWEISEN UND GLEICHZEITIG DIE BUDGETS ZU KÜRZEN!
    (s. aktuelle Debatte im Zürcher Gemeinderat)

    Darum fordere ich:
    * eine praxisorientierte Umsetzung des integrativen Schulmodells
    * die Aufstockung der Budgets für die Volksschule

    °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°


  • #205

    Richard Baumann (Donnerstag, 23 Dezember 2010 09:16)

    Das "Wohl des Kindes"
    Jeder Bildungspolitiker behauptet, dem "Wohl des Kindes" zu dienen. Sind aber die Schulreformen wirklich zum Wohl des Kindes? In erster Linie sind sie ideologisch und politisch motiviert - an Weisheit fehlt es.
    Was ist schlecht an den Schulreformen? Zum Beispiel, dass die Lehrmittel, die zum Einsatz kommen, Kindern keine geistig-seelische Nahrung bieten. Wo aber der Seele Steine oder vielleicht Schleckwaren statt Brot und Gemüse gereicht werden, veranlagt man seelischen Hunger: Sucht.
    Die Dinge sind nicht so harmlos und edel, wie gewisse Politiker sie darstellen!

  • #204

    VPOD Zürich Lehrberufe (Dienstag, 14 Dezember 2010 20:04)

    Liebe Kolleginnen und Kollegen
    liebe Unterstützende

    Der VPOD ist den Sinkflüglern dankbar, dass der grosse Teil das Rad nicht zurückdrehen will, dass als richtig erkannte grundlegende Reformschritte wie Integration etc. nicht wieder abgeschafft werden sollen, wie das starke konservative Kräfte gerne hätten. Richtig ist aber auch, aufzuzeigen, dass diese wichtigen Schritte ohne genügende Ressourcen die Lehrpersonen und das ganze System Volksschule extrem belasten und überfordern. Es darf nicht so weit kommen, dass diejenigen, die nie Integration wollten, triumphierend sagen können, sie hätten ja schon immer gewusst, dass es nicht gehe. Wenn nun die Lehrpersonen (Sinkflügler und andere, z.B. die Mitglieder der Lehrpersonalverbände) zusätzliche Ressourcen einfordern, mutig, mit aufrechtem Gang, mit oder ohne Streikmassnahmen, dann ist das letztlich im Interesse der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern. Die Resultate der Personalversammlungen (keineswegs Streiks) vom 24. November, zu denen die Personalverbände ZLV, SekZH und VPOD aufgerufen hatten und die von über 4000 Lehrpersonen aus über 300 Schulen befolgt wurden, zeigen auf, dass weitere Schritte zur Durchsetzung von Entlastungen dringend nötig sind. Sehr viele Eltern unterstützen die Lehrpersonen in diesen Bestrebungen, weil sie miterleben, wie engagiert die allermeisten für ihre Kinder arbeiten. Mit den besten Wünschen und Dank für euer Engagement.

    Urs Loppacher, Regionalsekretär VPOD Zürich

  • #203

    Schule im Sinkflug (Dienstag, 23 November 2010 21:10)

    Grundsätzlich ist zu sagen: Mit dem Aufruf zur Personalversammlung hat die Aktion Schule im Sinkflug nichts zu tun.
    Wir haben nicht zum Streik aufgerufen und haben dies auch in näherer Zukunft nicht vor.
    Zum Kommentar von René Baron: Wir danken fürs Verständnis für die Tatsache, dass die Volksschule Zeit braucht, um die Entwicklung der letzten Jahre zu hinterfragen. Wie gesagt haben wir aber nicht zum Streik aufgerufen.

    Zum Kommentar von Andreas Ronnai:
    Zu den plakativen Ausrufen am Schluss müssen wir wohl keine Stellung nehmen. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass wir sehr wohl konkrete Forderungen stellen:
    Um den Kindern wieder gerecht werden zu können, brauchen wir Folgendes:



    * deutlich mehr Stellenprozente pro Klasse für Unterricht, Lernförderung und Sozialarbeit
    * Lehrmittel und Räume, die dem Anspruch des individualisierenden Unterrichts gerecht werden
    * Nur Reformen, die sorgfältig geplant, eingeführt, begleitet und ausgewertet werden
    * Abbau und Professionalisierung der Administration

    Weiterhin recht herzlichen Dank an alle, die sich mit der Aktion Schule im Sinkflug zum Wohle der Kinder solidarisieren und die Diskussion im Schwung halten.

  • #202

    René Baron (Dienstag, 23 November 2010 20:11)

    Also von mir aus können sich Lehrbeauftragte soviel Zeit nehmen wie sie halt brauchen um diese Probleme zu lösen oder das Rad im Worst Case halt auch wieder zum Alten zurückzudrehen. 6 Statt 5 Wochen Sommerferien und etliche zusätzliche Freitage um Reformen umzusetzen hatten wir Eltern ja auch schon oft ohne Murren zur Kenntnis genommen und würden das wohl auch weiterhin tun.
    Was ich aber absolut nicht möchte, ist, dass unsere Kinder nun an eine Schule gehen, in welcher öffentlich gejammert, protestiert und gestreikt wird. Protest und Streik hatten im Endeffekt noch nie Wirkung, können dafür aber noch lange das Image unserer Kinder schädigen - oder welcher Lehrmeister will denn schon ein Kind aus einer Problemschule?...
    Auch wenn es nicht so dramatisch kommt sind Streik und Protest unseren Kindern äusserst schlechte Vorbilder, wie Herausforderungen angegangen und bewältigt werden sollten.

    Fazit:
    Die ganz Initiative hier in Ehren. Aber wenn auf dem Buckel unserer Kinder gestreikt wird, kann und will ich diese Aktionen beim besten Willen nicht mehr gut heissen, denn so gut das alles ursprünglich gemeint war, mit Protest und Streik läuft dieses Unternehmen Gefahr sämtlichen Goodwill zu verspielen, wenn die Befindlichkeit von Lehrbeauftragten und deren zu nichts als Aerger führende, unquualifizierten Schreibedürfnisse über die Zukunftschancen unserer Kinder gestellt werden.

  • #201

    Andreas Ronnai (Dienstag, 23 November 2010 18:32)

    Am 24.11.2010 streiken die Lehrer unserer Kinder. Dieser Streik wird, abgesehen vom Goodwill der Eltern, überhaupt nichts ändern. Die Einzigen welche davon betroffen sind, sind Schüler und Eltern.
    Auf der anderen Seite höhren wir viel Gejammer, erhalten aber keinen einzigen, konkreten Vorschlag, wie denn die Ursachen dieser Probleme KONKRET angegangen werden könnten, und es scheint fast so, als wären Lehrer angesichts neuer Herausforderungen einfach nicht in der Lage, selber zu denken, geschweige denn zu handlen.
    Streik heisst ja nur, dass man zu faul oder unfähig ist Probleme selber lösen zu können, und man deshalb die Aufgabe, sich den uns allen gegegenen Veränderungen anpassen zu wollen, einfach wieder mal nach oben abschiebt, anstatt, wie in jeder andere Branche auch, sich mit den neuen Herausforderungen einmal konstruktiv und eigenverantwortlich auseinanderzusetzen.
    Super, Lehrer, die ganze Welt verändert sich, nur ihr habt immer noch das Gefühl ihr müsstet hier keinen Beitrag leisten. GAAAANZ toll!! wirklich!!

  • #200

    Jan Hudec (Mittwoch, 17 November 2010 12:33)

    Respekt vor Euerem Mut und Engagement!
    Leider sind wir in unserem Lande bereits so weit, dass es Mut braucht, ein demokratisches Grundrecht -freie Meinungsäusserung und Initiative- für sich in Anspruch zu nehmen. Die Reaktionen zeigen, dass es Kreise gibt, die versuchen solche Gruppen auszugrenzen, sogenannt unpouläre Meinungen gar nicht hörbar zu machen - ist dies Demokratie? Wo sind die Zeiten, als die Lehrkräfte ihre Energie noch hauptsächlich für die Kinder verwenden konnten?
    Danke für Euere Initiative!!!

    J. Hudec

  • #199

    Kathrin Vogel, Sekundarlehrerin, Zürich (Freitag, 12 November 2010 09:40)

    Danke für euer Engagement!

  • #198

    johana (Donnerstag, 11 November 2010 20:43)

    Ich selbst habe diesen Sommer die Schule beendet habe gesehen wie schlecht es den neuen 1.Klässlern gegangen ist wegen dem ständigen Lehrer wechsel. Mein Klassen Lehrer lies sich Pansionieren, weil er nicht einverstanden ist mit dem neuen Schulsystem und es ersetzt ihn ein Leherer, den wir als Aushilfe hatten. Er ist der schlechteste und dümmste Lehrer den ich je gesehen habe. Wenn ich ihn wegen einer Aufgabe gefragt habe hat er immer zuerst die anderen Schüler gefragt und dann einfach die Anwort vorgelesen. Wen ich fragte wiso die antwort so sei las er immer die Antwort wieder nach. Einmal bin ich nach Schulschluss zu ihm gegangen um ihn nochmals zu fragen weil seine Anworten immer gleich waren und er sagte mir 'nein das sag ich dir jetzt nicht nei kannst es nächstes mal fragen ' ich wusste genau das er zu feige war zuzugeben dass er die antwort nicht wusste.
    ich kann mich nicht an eine kluge Antwort von ihm erinnern und der ist Seit diesem Sommer unbefristet angestellt?!
    Meine kleine Schwester wird in den nästen Jahren wahrscheinlich in seine Klasse eingeteilt. ich werde das nicht zulassen.

  • #197

    Edita Gmür (Dienstag, 26 Oktober 2010 13:32)

    Ich wünsche euch allen viel Erfolg bei der Landung. Hoffentlich überstehen alle die Bruchlandung.
    Vor drei Jahren, als sich den Sinkflug in meiner Schule bemerkbar machte, habe ich den Fallschirm genommen und bin abgesprungen. Diesen Sprung in ein neues Gebiet habe ich bis heute nicht bereut.
    Wer weiss, vielleicht steige ich ja auch wieder an Board. Aber erst nach dem Grounding. So in 10 bis 15 Jahren?

  • #196

    admin (Donnerstag, 02 September 2010 00:57)

    Auf den heutigen 1. September hat das Forum "Kindgerechte Schule" mit den beiden Themen "Lehrermangel" und "Lehrerbildung" seine "Tore wieder geöffnet". Alle sind eingeladen zum Mitdiskutieren.

    Gleichzeitig wird eine Umfrage zur "idealen Lehrerpersönlichkeit" durchgeführt.
    <a href="http://www.kindgerechte-schule.ch/v0910/admin09/frm_umfr_lehrerpers.html">Umfrage</a>

  • #195

    von Ow - Senn Charlotte (Samstag, 21 August 2010 10:06)

    Unser Sohn hat eine sehr schlimme "Schulkarrière" in der öffentlichen Schule hinter sich und wir haben es nur einer
    ausgezeichneten Schulpräsidentin zu verdanken, dass er ganz
    zum Schluss noch eine Privatschule besuchen durfte - die wir
    nicht selber hätten bezahlen können - und deshalb nachher mit
    Erfolg eine Lehre abschliessen konnte. Mein 8jähriger Kampf
    gegen dieses schlechte Schulsystem hat sich gelohnt - mit
    meiner Gesundheit steht es aber deswegen heute nicht mehr
    zum besten.
    Ich wünsche mir für meine Enkelkinder eine ganzheitliche Schule
    ohne Einstufungen, in welcher das Herz vor dem Kopf steht und
    die Stärken der Kinder gefördert werden und endlich erkannt
    wird, dass Kinder von sich aus lernen wollen und sie nicht mit
    Druck dazu gebracht werden müssten, wenn Ihnen nicht durch dieses
    System der "Verleider" angehängt würde.
    Es wird noch ein langer Weg werden bis dorthin! Schade auch um
    die wenigen sehr guten motivierten Lehrer, die es trotzdem noch
    gibt, die haben in diesem System keine Chance mehr.
    Alle Kollegen und Nachbarn von mir die Kinder haben sind nur froh,
    wenn diese die Schule endlich hinter sich haben.
    Es wird allerhöchste Zeit, dass es eine Aenderung gibt!

  • #194

    Vikarin im Winter, Matrosin im Sommer. Nicht ohne Grund... (Mittwoch, 21 Juli 2010 22:38)

    Wohltuend euer Gang an die Öffentlichkeit! Ihr sprecht mir aus dem Herzen! Ich danke euch für euer Engagement!
    Melanie Fürer

  • #193

    Daniel Vuilliomenet (Sonntag, 11 Juli 2010 11:46)

    Der Quereinstieg für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist eine Verzweiflungsaktion all derjenigen Instanzen, die dem Raubbau am Berufsbild "Lehrperson" jahrelang tatenlos zugesehen oder diesen Raubbau sogar noch aktiv unterstützt haben durch all die kopflose Hyperreformitis, deren Früchte nun zunehmend sichtbar werden.
    Heutige Studis vergleichen sehr genau Aufwand und Ertrag. Wundert es jemanden, dass PH-Absolventinnen und -Absolventen z. B. einen grossen Bogen ums Klassenlehramt machen, ein Job mit viel Zusatzaufwand und Null materiellem Ertrag? Sicher: Klassenlehrperson zu sein wird durch ein entsprechendes Verhältnis zur betreuten Klasse menschlich entschädigt. Doch eine lohnwirksame Anerkennung ist bei den politisch Verantwortlichen noch gar kein Thema.
    Es reicht halt nicht, erziehungsdirektorenseits here Sätze wie: "Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen zu fördern..." zu formulieren oder von sogenannten Aufstiegschancen zu labbern. Der Lehrpersonenberuf lebt ja gerade von der Entscheidung einer Lehrperson, eben nicht aufsteigen zu wollen, sondern zunehmende Berufserfahrung ganz und gar in den Dienst des Unterrichtens zu stellen: Es fehlte sonst die wichtige pädagogische Erfahrung im Lehrpersonenteam, wenn alle ambitionierten Pädagoginnen und Pädagogen im Olymp der Bildungsbürokratie oder der (Fach-)Hochschulen verschwänden.
    Und nun sollens also Quereinsteigler und Studis richten?
    Wann hören wir von der Chefetage der Bildungsbürokratie (EDK) einmal so etwas wie ein Eingeständnis des eigenen Versagens, das sowieso nach allen Seiten hin sichtbar ist?

  • #192

    Lehrer - Zürich (Freitag, 09 Juli 2010 09:23)

    Zur Quereinsteigerausbildung:
    Mühsam habe ich mich auf dem 2. Bildungsweg zum Primarlehrer ausgebildet. Dies dauerte insgesamt 6 1/2 Jahre (3 1/2 J für die Matura plus 3 Jahre Primarlehrer).
    Nun also eine Schnellbleiche. Für mich ein Hohn und ein weiterer Tropfen, der bei mir das Fass zum Überlaufen bringt!
    Das Gute: Nun bekommen all diejenigen, welche kein Verständnis für dauernd klagende LehrerInnen haben, die Möglichkeit diesen Beruf ohne grosse Verzichte zu erlernen.

  • #191

    Hans-Peter Köhli (Donnerstag, 24 Juni 2010 19:42)

    In der NZZ vom 23.6.2010 findet sich ein redaktioneller Artikel mit dem Haupttitel "Stadtrat sieht Rauch und keinen Flächenbrand" und dem Untertitel "Zürcher Exekutive versteht und relativiert die Alarmrufe eines Schulteams". Darin wird die Aktion "Schule im Sinkflug" in Erinnerung gerufen, die Welle der Solidarisierung erwähnt, und dann heisst es: "Die pauschale Auffassung des Schulteams, die Kinder kämen allgemein zu kurz, teilt weder die Exekutive noch die Schulleiterkonferenz". Stadtrat Lauber und Schulpräsident Berger hätten bei einem Besuch festgestellt, dass das Schulteam Ziel und Inhalt der Reformen nicht anzweifle. Entlastungsmassnahmen beträfen grösstenteils die Kompetenzen des Kantons, auf lokaler Ebene habe man jetzt aber für das Allenmoos eine halbe erste Klasse zusätzlich und sechs Extra-Wochenlektionen Förderunterricht bewilligt. Zudem wird festgestellt, die Administrations- und Dokumentationsaufgaben in den Schulhäusern habe zugenommen, und die Notwendigkeit dieses Anstiegs "sei zu prüfen".
    Schön. Die Kinder kommen durch die unhaltbaren Zustände in vielen Schulhäusern also nicht zu kurz und die Schule befindet sich nicht im Sinkflug, trotzdem ein paar Tausend Lehrkräfte, Eltern und Lehrmeister die gegenteilige Ansicht vertreten. Das Team vom Allenmoos zweifelt unverständlicherweise leider nach wie vor Ziel und Inhalt der Reformen nicht an, obwohl jeder objektive Betrachter zur Einsicht kommen muss, dass sich die Traumziele dieser Reformen niemals erreichen lassen. Nach bewährter Praxis in solchen Fällen erhält das Allenmoos kleine Zückerchen, während alle andern Leidtragenden leer ausgehen. Und die Zunahme der enorm belastenden Zusatzaufgaben "werde geprüft", wenngleich diese hohle Standartphrase fader und mutloser Politiker einem zum Halse hinaus hängt und es weiss Gott nichts mehr zu prüfen gibt.
    Mit andern Worten: Der Karren steckt noch zu wenig im Sumpf, man beschönigt einmal mehr. Man klammert sich weiterhin an Illusionen oder steckt die Köpfe in den Sand. Alle Schulen, Eltern und Einzelpersonen, welche das Allenmoos begeistert unterstützten und das Vorliegen der angeprangerten Missstände bestätigten, sind enttäuscht und warten auf griffige Massnahmen, die im Alltag wirkliche Verbesserungen bringen. Derweil steigt der Lehrer- bzw. Lehrerinnenmangel ins Unermessliche, und die Kantone versuchen selbst im Ausland auf widerliche Art, einander mögliche Interessentinnen für Lehrerstellen abspenstig zu machen, um überhaupt noch eine Art "Notbetrieb" aufrecht erhalten zu können. Aber eben: Leider haben viele Leute noch nicht eingesehen, dass etliche Punkte der Buschorschen Reformen in unseren Verhältnissen schlicht undurchführbar sind, andere haben es zwar längst gemerkt, dürfen oder wollen es aber nicht zugeben, und wieder andere protestieren mehr oder weniger vorsichtig und handeln sich dafür prompt die Qualifikation als Konservative und Ewiggestrige ein. Also wird halt weitergewurstelt.

  • #190

    Françoise Rupp (Mittwoch, 23 Juni 2010 12:26)

    Wer führen will,
    darf denen,
    die er führt,
    nicht im Wege stehen.

    Laotse

  • #189

    Daniel Vuilliomenet (Samstag, 19 Juni 2010 18:54)

    Warum ein Auftrag, in diesem Fall die Integration umgesetzt wird, obwohl er offensichtlich nicht gut umsetzbar ist? Eine berechtigte Frage! Wir zum Beispiel fragen uns aktuellerweise:
    Weshalb gibt der Kanton Baselland sein bisher gut funktionierendes Schulsystem auf? Unser Bildungsdirektor antwortet hierzu (erstaunlich) ehrlich: Weil Geld gespart werden kann! Zum Beispiel mit der Umstellung von 5/4 auf 6/3 entstehen Minderkosten von rund 10 Millionen Franken im Jahr. Dies, weil das sechste Schuljahr nicht mehr von umfangreicher ausgebildeten Sekundarlehrpersonen unterrichtet wird, sondern von Primarlehrkräften, die ergo schlechter bezahlt sind, aber nach einer aktuellen PWC-Studie im Auftrag des LCH bis zu 60% des Einkommens als Lebenslohnsdefizit hinnehmen müssen. Tja, so einfach isses!
    Die Integration funktioniert nach demselben Schema: Probleme abwälzen auf billigere Regulärlehrpersonen und an Speziallehrerinnen und -lehrern sparen. Ganz wild wird es, wie passiert, wenn eine Schulleitung einer Lehrperson die heilpädagogische Unterstützung versagt mit dem Hinweis, als gute Lehrperson bräuchte sie so etwas nicht und die zuständige Heilpädagogin die Klasse aber trotzdem und in ihrer Freizeit unterstützt. Solche Ausgeburten werden nicht Einzelfälle bleiben. Der Mammon regiert unbarmherzig, wie das Beispiel BP zeigt: Einsparungen an der Sicherheit bei den Bohrungen in der Grössenordnung von einigen Millionen Franken generieren nun einen Supergau mit einer Schadensbilanz von -zig Milliarden Franken.
    Die Zeit der Grosszügigkeit ist vorbei. Die Schule ist kein Ort mehr der Lern-Musse, sondern ein Output-optimierter Bildungsbackofen auf Volllast und gleichzeitig auf Sparflamme.
    Eigentlich ein schizophrenes Unterfangen, vorangetrieben durch Irre!

  • #188

    Gani Katharina (Donnerstag, 17 Juni 2010 12:08)

    Bei uns in Bern wird diesen Sommer die Umsetzung der Integration mit der Einführung von Mehrjahrgangsklassen gestartet. In den Lehrerzimmern brodelt es. Meine Tochter besucht zur Zeit die erste Klasse mit 19 Schülern, 50% Ausländeranteil. Nach den Sommerferien wird sie die Klasse 1/2 mit Kindern aus der Einführungsklasse, 22 Schülern, 75 % Ausländeranteil besuchen und dies mit einer Lehrkraft und 6 Stunden zusätzlich heilpädagogische Unterstützung. Dies beunruhigt mich sehr. Die Umsetzung wurde obwohl Ressourcen und Räume fehlen, vorangetrieben. Warum wird ein Auftrag umgesetzt, wenn man/frau klar wird, dass der Auftrag nicht gut umgesetzt werden kann.

  • #187

    Kindergärtnerin (Dienstag, 15 Juni 2010 17:33)

    Wie sollen Kinder mit besonderen Bedürnissen in einer Kindergarten Klasse von 24 Kindern und mehr, integriert werden, wenn die speziellen Lehrkräfte dafür einfach fehlen?
    Wie geht das, wenn die Kinder immer jünger in den Kindergarten eingeschult werden, wenn sie noch in die Hosen machen und wir dann noch Fudis putzen müssen, wenn wir z.B. grad in einer Lektion sitzen? Was wenn wir uns weigern das zu tun?
    Ich finde es an der Zeit, dass wir uns zur wehr setzen gegen diese unzähligen Reformen und immer wieder neuen noch besseren, noch genaueren Formularen! Vielen Dank das Ihr von der Schule Allenmoos damit angefangen habt!
    Ich möchte gerne, dass diese Berufserfahrenen am Schreibtisch sitzenden Damen und Herren welche sich sich das alles aushecken,ein mal selber für 1/2 Jahr vor einer Kindergarten Klasse stehen sollten! Selbstverständlich inklusive aller Nebenarbeiten wie Sitzungen der Schule, diverse Fördergruppen, Elterngesprächen.
    Last but not least, gehört ja auch noch die Vorbereitung für einen interessanten Kindergarten Alltag, der allen 23 Kinderen gerecht werden soll, dazu.

  • #186

    Stepinski Karin (Mittwoch, 09 Juni 2010 11:56)

    Die Schulreform ist ein Concord-Projekt (def. "Ein Projekt, bei welchem allen Beteiligten klar ist, dass es nie ren- und funktionieren wird, welches aber aus Prestige- und Profilierungssucht einzelner Berteiligter weiter getrieben wird, bis es sich durch das Eintreten einer verheerenden Katastrophe selbst beendet")
    Ich hoffe nicht, dass die Schweizer Volksschule in einer Katastrophe analog der Concord endet: Fact ist aber, dasss wir auf dem besten Weg dazu sind!
    Kinder mit einer guten Schulbildung sind der Wirtschaftsmotor unserer Zukunft:
    Darauf kann die Schweiz nicht verzichten!
    Meine Idee:
    Mit einem kontroversen unkonventionellen aber medienwirksamen Projekt (siehe Zentralrat der Muslime und die Burka)!)an die Öffentlichkeit und dann eine Initiative lancieren (zB. Sofortiger Stopp aller Schulreformen!)

  • #185

    Bayard Monika (Sonntag, 06 Juni 2010 14:57)

    Ich danke Herrn Fritz Tschudi für seinen Beitrag. Ich teile seine Meinung. Ein Armutszeugnis, wenn Eltern sich gegen die Erkenntnisse der Mainstreamwissenschaftler wehren müssen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind noch lange keine Wissenschaft. Und falls die Pilotprojekte nicht funktionieren, sind die Fachexperten weit weg und die Folgen haben die Eltern zu tragen. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz wehren sich Eltern, welche sich der Verantwortung der Kindererziehung bewusst sind, gegen die schulische Sexualerziehung. In den Grundlagen für den Lehrplan 21 steht unter überfachliche Themen: " Die Einarbeitung der Gender-
    und Gleichstellungsperspektive wird allen Fachbereichteams ins Pflichtenheft geschrieben. Mit einem Expertinnen- und Expertenauftrag wird die Erfüllung dieses Auftrags gesichert". Anton Strittmatter vertritt den LCH im strategischen Beirat des Kompetenzzentrums Sexualpädagogik und Schule der PH Luzern. Neue Lehrmittel sind gefragt. Werden Mitglieder des LCH einen eigenen Lehrmittelverlag schaffen, welcher diesen Auftrag sichert?

  • #184

    Lehrerin (Freitag, 04 Juni 2010 16:49)

    Das Schweizer Schulsystem versucht seit Jahren, anderen Ländern die vermeintlich guten Reformen "abzugucken" und diese zu übernehmen: Integration ist dafür nur ein Beispiel. Wir haben hier aber auch ein seit Jahrhunderten gewachsenes Schulsystem, dessen Qualität nun in Gefahr ist.
    So haben wir nun Schulleiterinnen und Schulleiter, aber keine schulinternen Sekretariate. Wir haben Schulsozialarbeiter, Heilpädagoginnen, DaZ-Lehrpersonen und Team-Teaching-Lehrpersonen, aber keine Zeit für die nötigen Absprachen, da wir immer noch gleich viel unterrichten wie vor der Reform. Zu meinen, das würde nicht auf Kosten der Schulqualität gehen, ist absurd.
    Wenn das Finnische oder andere Schulsysteme für ihre Qualität und Effizienz gelobt werden, wird oft übersehen, dass in diesen Ländern mit mehr personellen Ressourcen gearbeitet wird. Vielleicht macht ja gerade dies deren Qualität aus? Ich wünsche mir deshalb, dass wir uns vermehrt auf die gewachsenen Qualitäten unseres Schulsystems besinnen, anstatt es im Reformwahn ersticken zu lassen.
    Behalten wir das Schweizerische am Schulsystem bei und reformieren wir es mit Intelligenz und Weitsicht. Zum Wohle unserer Kinder.

  • #183

    Daniel Vuilliomenet (Donnerstag, 27 Mai 2010 20:26)

    Eben: Verwaltung der Bildung und Investition in die Verwaltung der Bildung, deren Stellenbesetzungsumfang um 400% gestiegen ist in den letzten Jahren. Et Voilà: Die Wollmilchsau melkt sich selbst und trinkt sich fett, in der Hoffnung, so mächtiger zu werden.
    Doch das Prinzip des Perpetuum Mobile ist ja physikalisch bereits widerlegt!

  • #182

    Peter Lutz (Donnerstag, 27 Mai 2010 17:02)

    Alle Parteien verlangen Investitionen in Bildung, was aber passiert ist Verwaltung der Ausbildung. Ist das der richtige Weg?

  • #181

    Keller Hans-Ulrich (Dienstag, 25 Mai 2010 11:51)

    Ich sehe durch meien Gattin, als Logopädin, in dieses Verwirrspiel und wie nun plötzlich die Kinder aus dem Sprachheilkindergarten in die Schule "gezwängt" werden. Absolut idiotisch und uberhaupt nicht durchdacht.
    Man macht die Kleinkassen und Sprachheilkindergärten zu, eröffnet aber andererseits Sprachheilschulen in Zenteren, wohin dann ganz wenige der armen Kinder hingekarrt werden.
    Die Integrationswut ist ein Desaster !!!
    Analog der Administrationswut. Da muss was geschehen!!

  • #180

    Erika Schäpper (Montag, 24 Mai 2010 19:58)

    Lehrerin zu werden war seit meiner Kindheit mein grosses Ziel. Jetzt bin ich 60 Jahre alt und finde es immer noch wunderbar, mit Kindern zu arbeiten. Nie hätte ich gedacht, dass es irgendetwas gäbe, was mir meine Berufung zerstören könnte. Die Reform-und Formulardiarrhö aus der Bildungsdirektion hat's aber fast geschafft. Dazu kommt, dass die gesellschaftliche Entwicklung weiter dazu beiträgt, dass das Unterrichten immer mehr dem Erziehen weichen muss - oder ist Bildung ohne Erziehung möglich?
    Back to the roots gilt sowohl für Lehrkräfte wie Eltern - und die Bildungsdirektion!
    Ganz herzlichen Dank für euern wertvollen Kampf um bessere Schulen.

  • #179

    Paul Schenker (Sonntag, 23 Mai 2010 10:37)

    Als Privatschule sind wir mit genau denselben Problemen konfrontiert. Aber allein schon dass es diese Webseite gibt, macht mir Hoffnung. Bei diesem gewaltigen Echo schlage ich vor, diese Bewegung neu "Schule im Steigflug" zu nennen.

  • #178

    Präsident Kapitelversammlung Hinwil Nord (Mittwoch, 19 Mai 2010 18:41)

    Das Kapitel Hinwil Nord drückt seine Solidarität mit dem Schulhaus Allenmoos aus und versteht die Probleme rund um den Ressourcenmangel.
    Zu viele Forderungen treffen auf zu wenig Zeitgefässe.

  • #177

    Claudia Merki (Dienstag, 18 Mai 2010 20:35)

    Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die stets bemüht sind, den Kindern einen interessanten und motivierenden Unterricht zu bieten. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die die Beziehung unter den Kindern und zu den Kindern wichtig findet und fördern will. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften,die den Kontakt zu den Eltern schätzt und pflegen möchte. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die leidenschaftlich gerne unterrichten und bemüht sind, individuell auf das einzelne Kind einzugehen. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die sich im Team und für die Schule einsetzen.
    Heute gehöre ich zu den vielen Lehrkräften, die ihren einstigen Traumberuf aufgegeben haben, da ich keine genügende Ressourcen mehr für einen für mich zufrieden stellenden und dem Kind gerecht werdenden Unterricht habe.

  • #176

    Daniel Vuilliomenet (Dienstag, 18 Mai 2010 19:46)

    Tretet doch alle dem Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland bei...
    Dieser Verband setzt sich tatsächlich proaktiv ein für die ihm angeschlossenen Lehrpersonen und kassiert dafür von vielen Instanzen ebenfalls proaktiv Schelte. Doch es gärt im Bauch des Fasses. Die letzte Plenarversammlung der Basellandschaftlichen Amtlichen Kantonalkonferenz hat es deutlich gezeigt. Dafür werden wir im Ländli zwischen Schönenbuch und Ammel vielleicht bald zur Bildungsinsel. Macht nichts - solange täglich ein Schiff fährt!

  • #175

    Fritz Tschudi (Dienstag, 18 Mai 2010 13:28)

    Erhöhen wir unseren Einfluss auf die Bildungs- und Reformpolitik, indem wir auf einen Gesinnungswandel im LCH hinwirken:

    Solange sich unser Dachverband hauptsächlich als PR-Agentur für den Mainstream im Bildungswesen und als Ordnungsinstanz für den ruhigen Gleichschritt der Basis im Sinne der offiziellen Bildungspolitik versteht, braucht sich niemand zu wundern, wenn immer mehr Lehrerinnen und Lehrer den Eindruck haben, von ihrer Vertretung alleine gelassen zu werden.
    Den „Schwarzen Peter“ nun allein der Verbandspassivität der Lehrerinnen und Lehrer anzulasten, verfängt nicht. Von einer Verbandsleitung darf ein proaktives Verhalten erwartet werden. Es ist falsch, wenn sich die Verantwortlichen unentwegt hinter den Beschlüssen von Delegiertenversammlungen verschanzen. Das übliche Kopfnicken zu den Begehrlichkeiten der Bildungspolitik und der Mainstreamwissenschaft kann unterschiedlich gedeutet werden, im wohlwollensten Fall als Zeichen der Hilflosigkeit.

    Der LCH selbst zeigt aber seit langem indoktrinäre Züge, verschanzt sich hinter ihrer Vereinsbürokratie, derselben notabene, die unseren Beruf zu erdrücken droht.
    Keine Qualitätsschule ohne motivierte, standfeste Lehrerinnen und Lehrer. Das statutarische Recht auf eine standespolitische Unterstützung durch den (mächtigen) Zentralverband war kaum je so wichtig wie heute. Bitte nicht nur Offenheit für Veränderung predigen lieber LCH, sondern auch das eigene Gärtchen entsprechend bestellen, gerade jetzt in Zeiten des „Klimawandels“ an unseren Schulen. Es ist höchste Zeit darüber nachdenken.

  • #174

    Bretscher Susanne (Dienstag, 18 Mai 2010 13:07)

    Als Heilpädagogin finde ich es enorm wichtig, dass die Kinder fitte Lehrpersonen antreffen - denn nur wenn die Beziehung zu den Kindern stimmt, kann auch gute Arbeit geleistet werden - und die Kinder sind unsere Zukunft!

  • #173

    Tanja Portmann, Schulsozialarbeit (Dienstag, 18 Mai 2010 12:01)

    Als Schulsozialarbeiterin und Supervisorin habe ich regen Austausch mit Lehrpersonen der Volksschule. Sie sind nicht zu beneiden! Die von euch erwähnten organisationsbedingten strukturellen Defizite sind oft auch Anlass für Burnout bei Lehrpersonen. Die Aufgabe des Lehrers/der Lehrerin ist zu komplex geworden! Das überfordert, frustriert und brennt aus! Stoppt den Sinkflug unserer Schule!

  • #172

    Marianne Greuter (Dienstag, 18 Mai 2010 00:02)

    Vielen Dank für Ihre Arbeit!! Diejenige in der Schule und diejenige in Ihrer Freizeit. Ihr Engagement ist ein Lichtblick angesichts der Zustände wie sie Martin Beglinger im Magazin-Artikel schildert.
    Sie können auf meine Solidarität zählen.

  • #171

    Manfred Rohner (Montag, 17 Mai 2010 13:24)

    Die unseligen Reformen, meist in rasendem Tempo aufeinander folgend, gaukeln der Öffentlichkeit Aktualität der Schule vor, sind aber oft Ideen von Schreibtischpädagogen und "engagierten" Politikern. Schule muss ein Ort sein/bleiben, wo in einer menschlichen Atmosphäre fürs Leben gelernt wird, ganz nach dem uralten und doch so brandaktuellen Grundsatz von Kopf, Herz und Hand!

  • #170

    Simone Meyer (Sonntag, 16 Mai 2010 21:14)

    Ich selber bin als Primarlehrerin an der Volksschule seit bald 25 Jahren tätig und habe die ganze Entwicklung hautnah mitbekommen. Meine Konsequenz ist heute, dass ich meine Tochter in diesem sinkenden Boot nicht einmal einschulen lasse. Das ist eigentlich sehr schade!

  • #169

    Daniel Vuilliomenet (Donnerstag, 13 Mai 2010 18:44)

    Was gut tönte, die Integration nämlich von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, wurde zur von oben her angeordneten Sparübung mit den von Schule im Sinkflug dokumentierten Folgen. Noch immer verkaufen uns aber unermüdliche HarmöSler diese Schrottpapiere mit der frech aufrecht erhaltenen Lüge, es koste nichts (Schwarze Nullbilanz), verharrend in der Hoffnung, dabei zu gewinnen. Parallelen zur Wirtschaftswelt sind nicht zufällig, dieselbe CEO-Mentalität zeichnet dafür verantwortlich. Integration kann nur auf frei-williger Basis erfolgen, sowohl seitens des zu integrierenden Kindes, wie auch seitens der integrierenden Lehrperson. Alles andere ist Schwachsinn!

  • #168

    Matthias Böhni (Mittwoch, 12 Mai 2010 20:17)

    Go on, Schule im Sinkflug! Wir wollen Schule im Steigflug! Go on!

  • #167

    Madeleine Rickenbach (Montag, 10 Mai 2010 22:56)

    Ich möchte eine Ermutigung und einen Dank aussprechen an alle Lehrkräfte und Betreuungspersonen, die sich mit viel Hingabe und Einsatz unseren Kindern widmen.

  • #166

    Anna Behringer (Sonntag, 09 Mai 2010 11:55)

    Die Integrative Schulform wird hochgepriesen, dabei wird ganz vergessen, dass in den Schulversuchen Mitte der 90-Jahre die Schüleranzahl auf max. 20-22 begrenzt wurde. Meine Tochter ist in der 1. Klasse, die 28 Kinder zählt. Die 1.Klassen der zwei umliegenden Schulhäuser zählen ebenfalls 27 Kinder!!Die Rahmenbedingungen die nötig sind um mit einer solchen Brandbreite an Bedürfnissen fertig zu werden sind nicht mehr gegeben. Das Schulleitersystem funktioniert ebenfalls nur in seltenen Fällen. Die Leittragenden sind am Ende immer die Kinder. Unsere Zukunft.

  • #165

    Doris Furrer (Mittwoch, 05 Mai 2010 22:48)

    Alle eure Anliegen werden von mir voll unterstützt, da ich in meinem Schulalltag an dieselben Grenzen stosse. Was mir ebenfalls fehlt, ist Musse. Genügend Zeit, Raum, Luft, um kreativ und schöpferisch tätig zu sein. Dies fehlt in der heutigen Arbeitswelt. Dabei ist es für die Arbeit mit Kindern und einen qualitativ guten Unterricht wertvoll aus dem Vollen schöpfen zu können, Zeit zu haben, damit sich etwas entwickeln kann.

  • #164

    Ruedi Lais (Dienstag, 04 Mai 2010 15:57)

    Immer schwierigere Arbeit, weniger Personal, grössere Klassen, schlechtere Arbeitsbedingungen. Gut, dass Sie versuchen, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass gute Bildung uns mehr wert sein sollte.
    Nur in 10-20% der Haushalte lebt ein Schulkind. Die meisten Stimmberechtigten sind also von Sparmassnahmen in der Bildung nicht direkt betroffen. Umso begeisterter stimmte die Mehrheit bisher noch jeder Steuersenkung zu. Auch Sparpakete erfreuen sich enormer Beliebtheit, solange nur eine Minderheit betroffen ist.
    Reformen verteufeln bringt aber nichts - unsere gesellschaftlichen Realitäten ändern sich rasend schnell. Wir leben quasi zwischen McWorld und Jihad - da kann die Schule nicht einfach ein Replay von 1960 programmieren.


  • #163

    Kathrin Keller (Dienstag, 04 Mai 2010 15:27)

    Ich finde es toll, dass ihr euch gegen diesen enormen Druck, der auf euch lastet wehrt. Ich selber arbeite als Psychomotoriktherapeutin und betreue die Kinder meistens einzeln oder in Kleingruppen. Doch wird mir je länger desto mehr bewusst, wie wichtig gute und konstante Beziehungen für die Entwicklung des Kindes sind. Allerdings können tragende Beziehungen zwischen Kindern und Lehrpersonen (und anderen Bezugspersonen) nur dann entstehen, wenn genügend Ressourcen dafür vorhanden sind. Die Tatsache, dass der anhaltende Reformstress im Bildungswesen die Lehr- und Betreuungspersonen davon abhält, ihrem "Kerngeschäft" nachzugehen, beunruhigt mich sehr.

  • #162

    Sonja Schwarz (Montag, 03 Mai 2010 22:22)

    Vielen Dank für Eure mutige und engagierte Aktion! Ich bin euch sehr dankbar dafür und Ihr sprecht mir damit wirklich aus dem Herzen. Immer mehr Papierkram und Sitzungen beanspruchen unsere Zeit, welche bei der Arbeit mit den Kindern fehlt. Auch im Hort sind zur Zeit Entwicklungen im Gange, welche unseren Kindern schaden.

    Bei Horten innerhalb der Schulanlage müssen zur Mittagszeit künftig zwei Quadratmeter pro Kind ausreichen. So lautet die Weisung der Stadt! In diesen engen Raumverhältnissen betreuen wir Kinder vom 1. Kindergarten (4-jährige) bis zur 6. Klasse. Für sozial auffällige Kinder wird normalerweise kein zusätzliches Personal eingesetzt. HortleiterInnen müssen sich um grösser werdende Kindergruppen kümmern, welche jeden Tag anders zusammengesetzt sind. Die Beziehungsarbeit, welche besonders bei sozial auffälligen Kindern wichtig wäre, wird je länger je mehr verunmöglicht.

    Mit meiner Kollegin zusammen baute ich mit viel Idealismus und Energie einen Hort auf. Kinder und Eltern waren immer sehr zufrieden und es hat uns glücklich gemacht, dass mit unserer Unterstützung auch "schwierige" Kinder wieder "den Rank" gefunden haben. Mit der Umsetzung der 2 m2 pro Kind bleibt zu wenig Zeit für die pädagogische Arbeit.

    Bisher haben wir im Hort die Persönlichkeit des Kindes unterstützt und sein soziales Verhalten gefördert. Ältere Kinder helfen den jüngeren Kollegen und übernehmen Verantwortung in der Hortgruppe. Mädchen, Jungs, Kleine und Grosse sitzen zusammen an einem Tisch -im angeregten Gespräch.

    Pädagogische Arbeit braucht Aufmerksamkeit und Zeit -zum beobachten und begleiten der Kinder. Wir vermitteln im Hort Gesprächskultur, Esskultur, fördern kreative Ideen, integrieren Kinder in die Gruppe, üben Wertschätzung von Material, Konfliktlösungsverhalten, Respekt, Rücksichtsnahme, Geduld, Selbständigkeit. Bei schulischen oder familiären Problemen suchen wir mit den Kindern nach Lösungen und setzen uns mit Bezugspersonen in Kontakt.

    Die Veränderungen im Hortwesen zwingen uns zu einer straffen Betriebskultur, in der immer weniger Zeit bleibt für individuelle Betreuung, für Musse und Humor. Sozial starke Kinder haben weniger Probleme sich anzupassen, leiden aber genauso unter den Auswirkungen. Die schlechter werdende Stimmung überträgt sich vom Pausenhof in die Klassenzimmer.

    Bisher hatten wir im Hort die Chance, mit allen Gesellschaftsschichten in Berührung zu kommen. Wir lernten Familien kennen, die niemals an irgendeinem Integrationsprojekt teilnehmen würden. Bei den Kindern konnten wir Probleme auffangen, die später im Jugend-und Erwachsenenalter nur noch schwer therapierbar wären. Und dann den Staat viel mehr kosten als die finanzielle Beteiligung an einem Hortplatz. Im Hort wurde bis anhin präventive Arbeit geleistet!

    Ich hoffe, dass bald wieder eine Wende eintrifft mit mehr m2 und genug Personal. Eure Internetseite und Eure Aktionen sind schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

  • #161

    Franz Michel (Montag, 03 Mai 2010 13:34)

    Ich freue mich sehr, dass Ihr konkret etwas gegen den Sinkflug unserer Schule unternehmt. Ich bin verwundert, dass die Behörden ihren Holzweg noch nicht bemerkt haben. Mit "Sparen" lassen sich keine Kinder erziehen. Ich höre von vielen KollegInnen aus der öffentlichen Schule, dass sie schon längst am Anschlsg sind - und bei uns im Heimwesen (ich arbeite in einem Heim für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche) sind die Auswirkungen des Sparwahns auch schon unangenehm bemerkbar. Die Kinder kommen zu spät und bei Notfällen ist die Kinderpsychiatrie kaum in der Lage zu helfen (Dinge, die für die Kinder katastrophale Auswirkungen haben und langfristig sehr teuer sein werden). Leider ist die Schule zur Zeit eine riesige Baustelle und Pädagogik vor allem ein Anliegen der Leute, die direkt mit den Kindern arbeiten. Das wird so nicht aufgehen.
    Vielen Dank, dass Ihr da eine Diskussionsplattform organisiert habt.

  • #160

    Toni Kleimann (Sonntag, 02 Mai 2010 11:09)

    Kurz vor meiner Pensionierung machen mir Aktionen eurer Art Mut. Es gibt sie noch - die LehrerInnen -, welche über die "Schulstube" hinaus denken. Wir LehrerInnen sorgen für die Qualität in der Schule. Wer denn sonst? Dazu gehört eben auch, sich als Profis einzumischen in die bildungspolitische Diskussion. 'Abseitsstehen' und 'Kuschen' mach(t)en aus uns Mittäter.
    Ich gratuliere zu eurem Engagement.

  • #159

    kraus irene (Freitag, 30 April 2010 13:28)

    vielen dank für euer einsatz, auch mir geht langsam der atem aus mit 24 erst- bis drittklasskindern,wenig support und vielen "to do's". mir fehlt der raum und die zeit den bedürfnissen der kinder auch nur einigermassen gerecht zu werden, weil sie vilefältiger nicht sein könnten.