Das Forum "Kindgerechte Schule" befasst sich nach einer Veranstaltung (18. Jan. 2011) zum Thema "Lehrerbildung" weiterhin mit den Fragen, wie diese Lehrerbildung denn gestaltet sein müsste, damit die
neu ausgebildeten Lehrpersonen im Schulalltag Erfolg haben können, den gestellten Aufgaben gerecht werden können und es nicht zu frühzeitigen Abgängen aus dem Beruf kommt.
Das Forum hat am 1. April unter dem Titel "Manifest zur Lehrerbildung" eine Unterschriftenaktion gestartet und lädt alle mit Schulfragen betrauten Personen ein, das Manifest zu unterschreiben.
Das Forum "Kindgerechte Schule" befasst sich nach einer Veranstaltung (18. Jan. 2011) zum Thema "Lehrerbildung" weiterhin mit den Fragen, wie diese Lehrerbildung denn gestaltet sein müsste, damit die
neu ausgebildeten Lehrpersonen im Schulalltag Erfolg haben können, den gestellten Aufgaben gerecht werden können und es nicht zu frühzeitigen Abgängen aus dem Beruf kommt.
Das Forum hat am 1. April unter dem Titel "Manifest zur Lehrerbildung" eine Unterschriftenaktion gestartet und lädt alle mit Schulfragen betrauten Personen ein, das Manifest zu unterschreiben.
#206
silvia g(Samstag, 26 März 2011 14:27)
Seit 1998 bin ich als Lehrerin tätig, seit dem Herbst unterrichte ich eine 1. Klasse, zum ersten Mal im Kanton Zürich. Ich bin entsetzt über den Zustand des Bildungssystems der Stadt Zürich, die
innerhalb der Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen soll!
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Im Vergleich bspw. zum Kt. St.Gallen sehe ich in Zürich:
- eine unverhältnismässige Bürokratie (mit ca. 2 zusätzlichen Ebenen, vgl. mit dem Kt. SG)
- massiv kleinere Klassenbudgets
- sehr eingeschränkte Möglichkeiten (finanziell!), auf ausserordentliche Schulsituationen zu reagieren
- tiefere Lehrerlöhne trotz höheren Lebenskosten
Es ist so, dass ich sehr wohl bereit bin, die Schule zum Besseren zu verändern, sonst wär ich ja nicht hier drin (@Ronnai).
Es ist auch so, dass ich Reformen (zB. das integrative Schulmodell, das m.E. für einen grossen Teil lehrerlicher Unzufriedenheit veranwortlich ist) ideell unterstütze. BLOSS: Die praktische Umsetzung
der hehren politisch-pädagogischen Ziele scheint mir, mit Verlaub, hier in Zürich ziemlich desaströs.
Wer Veränderungen fordert (Eltern und Bürger wie Herr Ronnai), dem neuen integrativen Bildungsgesetz zugestimmt hat und sein Kind mit allen Mitteln individuell gefördert sehen will, muss wissen:
Qualität hat ihren Preis!
ES GEHT NICHT AN, DER SCHULE MEHR UND MEHR ERZIEHUNGSAUFGABEN ZUZUWEISEN UND GLEICHZEITIG DIE BUDGETS ZU KÜRZEN!
(s. aktuelle Debatte im Zürcher Gemeinderat)
Darum fordere ich:
* eine praxisorientierte Umsetzung des integrativen Schulmodells
* die Aufstockung der Budgets für die Volksschule
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
#205
Richard Baumann(Donnerstag, 23 Dezember 2010 09:16)
Das "Wohl des Kindes"
Jeder Bildungspolitiker behauptet, dem "Wohl des Kindes" zu dienen. Sind aber die Schulreformen wirklich zum Wohl des Kindes? In erster Linie sind sie ideologisch und politisch motiviert - an
Weisheit fehlt es.
Was ist schlecht an den Schulreformen? Zum Beispiel, dass die Lehrmittel, die zum Einsatz kommen, Kindern keine geistig-seelische Nahrung bieten. Wo aber der Seele Steine oder vielleicht Schleckwaren
statt Brot und Gemüse gereicht werden, veranlagt man seelischen Hunger: Sucht.
Die Dinge sind nicht so harmlos und edel, wie gewisse Politiker sie darstellen!
#204
VPOD Zürich Lehrberufe(Dienstag, 14 Dezember 2010 20:04)
Liebe Kolleginnen und Kollegen
liebe Unterstützende
Der VPOD ist den Sinkflüglern dankbar, dass der grosse Teil das Rad nicht zurückdrehen will, dass als richtig erkannte grundlegende Reformschritte wie Integration etc. nicht wieder abgeschafft werden
sollen, wie das starke konservative Kräfte gerne hätten. Richtig ist aber auch, aufzuzeigen, dass diese wichtigen Schritte ohne genügende Ressourcen die Lehrpersonen und das ganze System Volksschule
extrem belasten und überfordern. Es darf nicht so weit kommen, dass diejenigen, die nie Integration wollten, triumphierend sagen können, sie hätten ja schon immer gewusst, dass es nicht gehe. Wenn
nun die Lehrpersonen (Sinkflügler und andere, z.B. die Mitglieder der Lehrpersonalverbände) zusätzliche Ressourcen einfordern, mutig, mit aufrechtem Gang, mit oder ohne Streikmassnahmen, dann ist das
letztlich im Interesse der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern. Die Resultate der Personalversammlungen (keineswegs Streiks) vom 24. November, zu denen die Personalverbände ZLV, SekZH und VPOD
aufgerufen hatten und die von über 4000 Lehrpersonen aus über 300 Schulen befolgt wurden, zeigen auf, dass weitere Schritte zur Durchsetzung von Entlastungen dringend nötig sind. Sehr viele Eltern
unterstützen die Lehrpersonen in diesen Bestrebungen, weil sie miterleben, wie engagiert die allermeisten für ihre Kinder arbeiten. Mit den besten Wünschen und Dank für euer Engagement.
Urs Loppacher, Regionalsekretär VPOD Zürich
#203
Schule im Sinkflug(Dienstag, 23 November 2010 21:10)
Grundsätzlich ist zu sagen: Mit dem Aufruf zur Personalversammlung hat die Aktion Schule im Sinkflug nichts zu tun.
Wir haben nicht zum Streik aufgerufen und haben dies auch in näherer Zukunft nicht vor.
Zum Kommentar von René Baron: Wir danken fürs Verständnis für die Tatsache, dass die Volksschule Zeit braucht, um die Entwicklung der letzten Jahre zu hinterfragen. Wie gesagt haben wir aber nicht
zum Streik aufgerufen.
Zum Kommentar von Andreas Ronnai:
Zu den plakativen Ausrufen am Schluss müssen wir wohl keine Stellung nehmen. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass wir sehr wohl konkrete Forderungen stellen:
Um den Kindern wieder gerecht werden zu können, brauchen wir Folgendes:
* deutlich mehr Stellenprozente pro Klasse für Unterricht, Lernförderung und Sozialarbeit
* Lehrmittel und Räume, die dem Anspruch des individualisierenden Unterrichts gerecht werden
* Nur Reformen, die sorgfältig geplant, eingeführt, begleitet und ausgewertet werden
* Abbau und Professionalisierung der Administration
Weiterhin recht herzlichen Dank an alle, die sich mit der Aktion Schule im Sinkflug zum Wohle der Kinder solidarisieren und die Diskussion im Schwung halten.
#202
René Baron(Dienstag, 23 November 2010 20:11)
Also von mir aus können sich Lehrbeauftragte soviel Zeit nehmen wie sie halt brauchen um diese Probleme zu lösen oder das Rad im Worst Case halt auch wieder zum Alten zurückzudrehen. 6 Statt 5 Wochen
Sommerferien und etliche zusätzliche Freitage um Reformen umzusetzen hatten wir Eltern ja auch schon oft ohne Murren zur Kenntnis genommen und würden das wohl auch weiterhin tun.
Was ich aber absolut nicht möchte, ist, dass unsere Kinder nun an eine Schule gehen, in welcher öffentlich gejammert, protestiert und gestreikt wird. Protest und Streik hatten im Endeffekt noch nie
Wirkung, können dafür aber noch lange das Image unserer Kinder schädigen - oder welcher Lehrmeister will denn schon ein Kind aus einer Problemschule?...
Auch wenn es nicht so dramatisch kommt sind Streik und Protest unseren Kindern äusserst schlechte Vorbilder, wie Herausforderungen angegangen und bewältigt werden sollten.
Fazit:
Die ganz Initiative hier in Ehren. Aber wenn auf dem Buckel unserer Kinder gestreikt wird, kann und will ich diese Aktionen beim besten Willen nicht mehr gut heissen, denn so gut das alles
ursprünglich gemeint war, mit Protest und Streik läuft dieses Unternehmen Gefahr sämtlichen Goodwill zu verspielen, wenn die Befindlichkeit von Lehrbeauftragten und deren zu nichts als Aerger
führende, unquualifizierten Schreibedürfnisse über die Zukunftschancen unserer Kinder gestellt werden.
#201
Andreas Ronnai(Dienstag, 23 November 2010 18:32)
Am 24.11.2010 streiken die Lehrer unserer Kinder. Dieser Streik wird, abgesehen vom Goodwill der Eltern, überhaupt nichts ändern. Die Einzigen welche davon betroffen sind, sind Schüler und
Eltern.
Auf der anderen Seite höhren wir viel Gejammer, erhalten aber keinen einzigen, konkreten Vorschlag, wie denn die Ursachen dieser Probleme KONKRET angegangen werden könnten, und es scheint fast so,
als wären Lehrer angesichts neuer Herausforderungen einfach nicht in der Lage, selber zu denken, geschweige denn zu handlen.
Streik heisst ja nur, dass man zu faul oder unfähig ist Probleme selber lösen zu können, und man deshalb die Aufgabe, sich den uns allen gegegenen Veränderungen anpassen zu wollen, einfach wieder mal
nach oben abschiebt, anstatt, wie in jeder andere Branche auch, sich mit den neuen Herausforderungen einmal konstruktiv und eigenverantwortlich auseinanderzusetzen.
Super, Lehrer, die ganze Welt verändert sich, nur ihr habt immer noch das Gefühl ihr müsstet hier keinen Beitrag leisten. GAAAANZ toll!! wirklich!!
#200
Jan Hudec(Mittwoch, 17 November 2010 12:33)
Respekt vor Euerem Mut und Engagement!
Leider sind wir in unserem Lande bereits so weit, dass es Mut braucht, ein demokratisches Grundrecht -freie Meinungsäusserung und Initiative- für sich in Anspruch zu nehmen. Die Reaktionen zeigen,
dass es Kreise gibt, die versuchen solche Gruppen auszugrenzen, sogenannt unpouläre Meinungen gar nicht hörbar zu machen - ist dies Demokratie? Wo sind die Zeiten, als die Lehrkräfte ihre Energie
noch hauptsächlich für die Kinder verwenden konnten?
Danke für Euere Initiative!!!
J. Hudec
#199
Kathrin Vogel, Sekundarlehrerin, Zürich(Freitag, 12 November 2010 09:40)
Danke für euer Engagement!
#198
johana(Donnerstag, 11 November 2010 20:43)
Ich selbst habe diesen Sommer die Schule beendet habe gesehen wie schlecht es den neuen 1.Klässlern gegangen ist wegen dem ständigen Lehrer wechsel. Mein Klassen Lehrer lies sich Pansionieren, weil
er nicht einverstanden ist mit dem neuen Schulsystem und es ersetzt ihn ein Leherer, den wir als Aushilfe hatten. Er ist der schlechteste und dümmste Lehrer den ich je gesehen habe. Wenn ich ihn
wegen einer Aufgabe gefragt habe hat er immer zuerst die anderen Schüler gefragt und dann einfach die Anwort vorgelesen. Wen ich fragte wiso die antwort so sei las er immer die Antwort wieder nach.
Einmal bin ich nach Schulschluss zu ihm gegangen um ihn nochmals zu fragen weil seine Anworten immer gleich waren und er sagte mir 'nein das sag ich dir jetzt nicht nei kannst es nächstes mal fragen
' ich wusste genau das er zu feige war zuzugeben dass er die antwort nicht wusste.
ich kann mich nicht an eine kluge Antwort von ihm erinnern und der ist Seit diesem Sommer unbefristet angestellt?!
Meine kleine Schwester wird in den nästen Jahren wahrscheinlich in seine Klasse eingeteilt. ich werde das nicht zulassen.
#197
Edita Gmür(Dienstag, 26 Oktober 2010 13:32)
Ich wünsche euch allen viel Erfolg bei der Landung. Hoffentlich überstehen alle die Bruchlandung.
Vor drei Jahren, als sich den Sinkflug in meiner Schule bemerkbar machte, habe ich den Fallschirm genommen und bin abgesprungen. Diesen Sprung in ein neues Gebiet habe ich bis heute nicht
bereut.
Wer weiss, vielleicht steige ich ja auch wieder an Board. Aber erst nach dem Grounding. So in 10 bis 15 Jahren?
Auf den heutigen 1. September hat das Forum "Kindgerechte Schule" mit den beiden Themen "Lehrermangel" und "Lehrerbildung" seine "Tore wieder geöffnet". Alle sind eingeladen zum Mitdiskutieren.
Gleichzeitig wird eine Umfrage zur "idealen Lehrerpersönlichkeit" durchgeführt.
<a href="http://www.kindgerechte-schule.ch/v0910/admin09/frm_umfr_lehrerpers.html">Umfrage</a>
#195
von Ow - Senn Charlotte(Samstag, 21 August 2010 10:06)
Unser Sohn hat eine sehr schlimme "Schulkarrière" in der öffentlichen Schule hinter sich und wir haben es nur einer
ausgezeichneten Schulpräsidentin zu verdanken, dass er ganz
zum Schluss noch eine Privatschule besuchen durfte - die wir
nicht selber hätten bezahlen können - und deshalb nachher mit
Erfolg eine Lehre abschliessen konnte. Mein 8jähriger Kampf
gegen dieses schlechte Schulsystem hat sich gelohnt - mit
meiner Gesundheit steht es aber deswegen heute nicht mehr
zum besten.
Ich wünsche mir für meine Enkelkinder eine ganzheitliche Schule
ohne Einstufungen, in welcher das Herz vor dem Kopf steht und
die Stärken der Kinder gefördert werden und endlich erkannt
wird, dass Kinder von sich aus lernen wollen und sie nicht mit
Druck dazu gebracht werden müssten, wenn Ihnen nicht durch dieses
System der "Verleider" angehängt würde.
Es wird noch ein langer Weg werden bis dorthin! Schade auch um
die wenigen sehr guten motivierten Lehrer, die es trotzdem noch
gibt, die haben in diesem System keine Chance mehr.
Alle Kollegen und Nachbarn von mir die Kinder haben sind nur froh,
wenn diese die Schule endlich hinter sich haben.
Es wird allerhöchste Zeit, dass es eine Aenderung gibt!
#194
Vikarin im Winter, Matrosin im Sommer. Nicht ohne Grund...(Mittwoch, 21 Juli 2010 22:38)
Wohltuend euer Gang an die Öffentlichkeit! Ihr sprecht mir aus dem Herzen! Ich danke euch für euer Engagement!
Melanie Fürer
#193
Daniel Vuilliomenet(Sonntag, 11 Juli 2010 11:46)
Der Quereinstieg für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist eine Verzweiflungsaktion all derjenigen Instanzen, die dem Raubbau am Berufsbild "Lehrperson" jahrelang tatenlos zugesehen oder diesen
Raubbau sogar noch aktiv unterstützt haben durch all die kopflose Hyperreformitis, deren Früchte nun zunehmend sichtbar werden.
Heutige Studis vergleichen sehr genau Aufwand und Ertrag. Wundert es jemanden, dass PH-Absolventinnen und -Absolventen z. B. einen grossen Bogen ums Klassenlehramt machen, ein Job mit viel
Zusatzaufwand und Null materiellem Ertrag? Sicher: Klassenlehrperson zu sein wird durch ein entsprechendes Verhältnis zur betreuten Klasse menschlich entschädigt. Doch eine lohnwirksame Anerkennung
ist bei den politisch Verantwortlichen noch gar kein Thema.
Es reicht halt nicht, erziehungsdirektorenseits here Sätze wie: "Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen zu fördern..." zu formulieren oder von sogenannten Aufstiegschancen zu labbern. Der
Lehrpersonenberuf lebt ja gerade von der Entscheidung einer Lehrperson, eben nicht aufsteigen zu wollen, sondern zunehmende Berufserfahrung ganz und gar in den Dienst des Unterrichtens zu stellen: Es
fehlte sonst die wichtige pädagogische Erfahrung im Lehrpersonenteam, wenn alle ambitionierten Pädagoginnen und Pädagogen im Olymp der Bildungsbürokratie oder der (Fach-)Hochschulen
verschwänden.
Und nun sollens also Quereinsteigler und Studis richten?
Wann hören wir von der Chefetage der Bildungsbürokratie (EDK) einmal so etwas wie ein Eingeständnis des eigenen Versagens, das sowieso nach allen Seiten hin sichtbar ist?
#192
Lehrer - Zürich(Freitag, 09 Juli 2010 09:23)
Zur Quereinsteigerausbildung:
Mühsam habe ich mich auf dem 2. Bildungsweg zum Primarlehrer ausgebildet. Dies dauerte insgesamt 6 1/2 Jahre (3 1/2 J für die Matura plus 3 Jahre Primarlehrer).
Nun also eine Schnellbleiche. Für mich ein Hohn und ein weiterer Tropfen, der bei mir das Fass zum Überlaufen bringt!
Das Gute: Nun bekommen all diejenigen, welche kein Verständnis für dauernd klagende LehrerInnen haben, die Möglichkeit diesen Beruf ohne grosse Verzichte zu erlernen.
#191
Hans-Peter Köhli(Donnerstag, 24 Juni 2010 19:42)
In der NZZ vom 23.6.2010 findet sich ein redaktioneller Artikel mit dem Haupttitel "Stadtrat sieht Rauch und keinen Flächenbrand" und dem Untertitel "Zürcher Exekutive versteht und relativiert die
Alarmrufe eines Schulteams". Darin wird die Aktion "Schule im Sinkflug" in Erinnerung gerufen, die Welle der Solidarisierung erwähnt, und dann heisst es: "Die pauschale Auffassung des Schulteams, die
Kinder kämen allgemein zu kurz, teilt weder die Exekutive noch die Schulleiterkonferenz". Stadtrat Lauber und Schulpräsident Berger hätten bei einem Besuch festgestellt, dass das Schulteam Ziel und
Inhalt der Reformen nicht anzweifle. Entlastungsmassnahmen beträfen grösstenteils die Kompetenzen des Kantons, auf lokaler Ebene habe man jetzt aber für das Allenmoos eine halbe erste Klasse
zusätzlich und sechs Extra-Wochenlektionen Förderunterricht bewilligt. Zudem wird festgestellt, die Administrations- und Dokumentationsaufgaben in den Schulhäusern habe zugenommen, und die
Notwendigkeit dieses Anstiegs "sei zu prüfen".
Schön. Die Kinder kommen durch die unhaltbaren Zustände in vielen Schulhäusern also nicht zu kurz und die Schule befindet sich nicht im Sinkflug, trotzdem ein paar Tausend Lehrkräfte, Eltern und
Lehrmeister die gegenteilige Ansicht vertreten. Das Team vom Allenmoos zweifelt unverständlicherweise leider nach wie vor Ziel und Inhalt der Reformen nicht an, obwohl jeder objektive Betrachter zur
Einsicht kommen muss, dass sich die Traumziele dieser Reformen niemals erreichen lassen. Nach bewährter Praxis in solchen Fällen erhält das Allenmoos kleine Zückerchen, während alle andern
Leidtragenden leer ausgehen. Und die Zunahme der enorm belastenden Zusatzaufgaben "werde geprüft", wenngleich diese hohle Standartphrase fader und mutloser Politiker einem zum Halse hinaus hängt und
es weiss Gott nichts mehr zu prüfen gibt.
Mit andern Worten: Der Karren steckt noch zu wenig im Sumpf, man beschönigt einmal mehr. Man klammert sich weiterhin an Illusionen oder steckt die Köpfe in den Sand. Alle Schulen, Eltern und
Einzelpersonen, welche das Allenmoos begeistert unterstützten und das Vorliegen der angeprangerten Missstände bestätigten, sind enttäuscht und warten auf griffige Massnahmen, die im Alltag wirkliche
Verbesserungen bringen. Derweil steigt der Lehrer- bzw. Lehrerinnenmangel ins Unermessliche, und die Kantone versuchen selbst im Ausland auf widerliche Art, einander mögliche Interessentinnen für
Lehrerstellen abspenstig zu machen, um überhaupt noch eine Art "Notbetrieb" aufrecht erhalten zu können. Aber eben: Leider haben viele Leute noch nicht eingesehen, dass etliche Punkte der
Buschorschen Reformen in unseren Verhältnissen schlicht undurchführbar sind, andere haben es zwar längst gemerkt, dürfen oder wollen es aber nicht zugeben, und wieder andere protestieren mehr oder
weniger vorsichtig und handeln sich dafür prompt die Qualifikation als Konservative und Ewiggestrige ein. Also wird halt weitergewurstelt.
Wer führen will,
darf denen,
die er führt,
nicht im Wege stehen.
Laotse
#189
Daniel Vuilliomenet(Samstag, 19 Juni 2010 18:54)
Warum ein Auftrag, in diesem Fall die Integration umgesetzt wird, obwohl er offensichtlich nicht gut umsetzbar ist? Eine berechtigte Frage! Wir zum Beispiel fragen uns aktuellerweise:
Weshalb gibt der Kanton Baselland sein bisher gut funktionierendes Schulsystem auf? Unser Bildungsdirektor antwortet hierzu (erstaunlich) ehrlich: Weil Geld gespart werden kann! Zum Beispiel mit der
Umstellung von 5/4 auf 6/3 entstehen Minderkosten von rund 10 Millionen Franken im Jahr. Dies, weil das sechste Schuljahr nicht mehr von umfangreicher ausgebildeten Sekundarlehrpersonen unterrichtet
wird, sondern von Primarlehrkräften, die ergo schlechter bezahlt sind, aber nach einer aktuellen PWC-Studie im Auftrag des LCH bis zu 60% des Einkommens als Lebenslohnsdefizit hinnehmen müssen. Tja,
so einfach isses!
Die Integration funktioniert nach demselben Schema: Probleme abwälzen auf billigere Regulärlehrpersonen und an Speziallehrerinnen und -lehrern sparen. Ganz wild wird es, wie passiert, wenn eine
Schulleitung einer Lehrperson die heilpädagogische Unterstützung versagt mit dem Hinweis, als gute Lehrperson bräuchte sie so etwas nicht und die zuständige Heilpädagogin die Klasse aber trotzdem und
in ihrer Freizeit unterstützt. Solche Ausgeburten werden nicht Einzelfälle bleiben. Der Mammon regiert unbarmherzig, wie das Beispiel BP zeigt: Einsparungen an der Sicherheit bei den Bohrungen in der
Grössenordnung von einigen Millionen Franken generieren nun einen Supergau mit einer Schadensbilanz von -zig Milliarden Franken.
Die Zeit der Grosszügigkeit ist vorbei. Die Schule ist kein Ort mehr der Lern-Musse, sondern ein Output-optimierter Bildungsbackofen auf Volllast und gleichzeitig auf Sparflamme.
Eigentlich ein schizophrenes Unterfangen, vorangetrieben durch Irre!
#188
Gani Katharina(Donnerstag, 17 Juni 2010 12:08)
Bei uns in Bern wird diesen Sommer die Umsetzung der Integration mit der Einführung von Mehrjahrgangsklassen gestartet. In den Lehrerzimmern brodelt es. Meine Tochter besucht zur Zeit die erste
Klasse mit 19 Schülern, 50% Ausländeranteil. Nach den Sommerferien wird sie die Klasse 1/2 mit Kindern aus der Einführungsklasse, 22 Schülern, 75 % Ausländeranteil besuchen und dies mit einer
Lehrkraft und 6 Stunden zusätzlich heilpädagogische Unterstützung. Dies beunruhigt mich sehr. Die Umsetzung wurde obwohl Ressourcen und Räume fehlen, vorangetrieben. Warum wird ein Auftrag umgesetzt,
wenn man/frau klar wird, dass der Auftrag nicht gut umgesetzt werden kann.
#187
Kindergärtnerin(Dienstag, 15 Juni 2010 17:33)
Wie sollen Kinder mit besonderen Bedürnissen in einer Kindergarten Klasse von 24 Kindern und mehr, integriert werden, wenn die speziellen Lehrkräfte dafür einfach fehlen?
Wie geht das, wenn die Kinder immer jünger in den Kindergarten eingeschult werden, wenn sie noch in die Hosen machen und wir dann noch Fudis putzen müssen, wenn wir z.B. grad in einer Lektion sitzen?
Was wenn wir uns weigern das zu tun?
Ich finde es an der Zeit, dass wir uns zur wehr setzen gegen diese unzähligen Reformen und immer wieder neuen noch besseren, noch genaueren Formularen! Vielen Dank das Ihr von der Schule Allenmoos
damit angefangen habt!
Ich möchte gerne, dass diese Berufserfahrenen am Schreibtisch sitzenden Damen und Herren welche sich sich das alles aushecken,ein mal selber für 1/2 Jahr vor einer Kindergarten Klasse stehen sollten!
Selbstverständlich inklusive aller Nebenarbeiten wie Sitzungen der Schule, diverse Fördergruppen, Elterngesprächen.
Last but not least, gehört ja auch noch die Vorbereitung für einen interessanten Kindergarten Alltag, der allen 23 Kinderen gerecht werden soll, dazu.
#186
Stepinski Karin(Mittwoch, 09 Juni 2010 11:56)
Die Schulreform ist ein Concord-Projekt (def. "Ein Projekt, bei welchem allen Beteiligten klar ist, dass es nie ren- und funktionieren wird, welches aber aus Prestige- und Profilierungssucht
einzelner Berteiligter weiter getrieben wird, bis es sich durch das Eintreten einer verheerenden Katastrophe selbst beendet")
Ich hoffe nicht, dass die Schweizer Volksschule in einer Katastrophe analog der Concord endet: Fact ist aber, dasss wir auf dem besten Weg dazu sind!
Kinder mit einer guten Schulbildung sind der Wirtschaftsmotor unserer Zukunft:
Darauf kann die Schweiz nicht verzichten!
Meine Idee:
Mit einem kontroversen unkonventionellen aber medienwirksamen Projekt (siehe Zentralrat der Muslime und die Burka)!)an die Öffentlichkeit und dann eine Initiative lancieren (zB. Sofortiger Stopp
aller Schulreformen!)
#185
Bayard Monika(Sonntag, 06 Juni 2010 14:57)
Ich danke Herrn Fritz Tschudi für seinen Beitrag. Ich teile seine Meinung. Ein Armutszeugnis, wenn Eltern sich gegen die Erkenntnisse der Mainstreamwissenschaftler wehren müssen. Wissenschaftliche
Erkenntnisse sind noch lange keine Wissenschaft. Und falls die Pilotprojekte nicht funktionieren, sind die Fachexperten weit weg und die Folgen haben die Eltern zu tragen. Sowohl in Deutschland als
auch in der Schweiz wehren sich Eltern, welche sich der Verantwortung der Kindererziehung bewusst sind, gegen die schulische Sexualerziehung. In den Grundlagen für den Lehrplan 21 steht unter
überfachliche Themen: " Die Einarbeitung der Gender-
und Gleichstellungsperspektive wird allen Fachbereichteams ins Pflichtenheft geschrieben. Mit einem Expertinnen- und Expertenauftrag wird die Erfüllung dieses Auftrags gesichert". Anton Strittmatter
vertritt den LCH im strategischen Beirat des Kompetenzzentrums Sexualpädagogik und Schule der PH Luzern. Neue Lehrmittel sind gefragt. Werden Mitglieder des LCH einen eigenen Lehrmittelverlag
schaffen, welcher diesen Auftrag sichert?
#184
Lehrerin(Freitag, 04 Juni 2010 16:49)
Das Schweizer Schulsystem versucht seit Jahren, anderen Ländern die vermeintlich guten Reformen "abzugucken" und diese zu übernehmen: Integration ist dafür nur ein Beispiel. Wir haben hier aber auch
ein seit Jahrhunderten gewachsenes Schulsystem, dessen Qualität nun in Gefahr ist.
So haben wir nun Schulleiterinnen und Schulleiter, aber keine schulinternen Sekretariate. Wir haben Schulsozialarbeiter, Heilpädagoginnen, DaZ-Lehrpersonen und Team-Teaching-Lehrpersonen, aber keine
Zeit für die nötigen Absprachen, da wir immer noch gleich viel unterrichten wie vor der Reform. Zu meinen, das würde nicht auf Kosten der Schulqualität gehen, ist absurd.
Wenn das Finnische oder andere Schulsysteme für ihre Qualität und Effizienz gelobt werden, wird oft übersehen, dass in diesen Ländern mit mehr personellen Ressourcen gearbeitet wird. Vielleicht macht
ja gerade dies deren Qualität aus? Ich wünsche mir deshalb, dass wir uns vermehrt auf die gewachsenen Qualitäten unseres Schulsystems besinnen, anstatt es im Reformwahn ersticken zu lassen.
Behalten wir das Schweizerische am Schulsystem bei und reformieren wir es mit Intelligenz und Weitsicht. Zum Wohle unserer Kinder.
#183
Daniel Vuilliomenet(Donnerstag, 27 Mai 2010 20:26)
Eben: Verwaltung der Bildung und Investition in die Verwaltung der Bildung, deren Stellenbesetzungsumfang um 400% gestiegen ist in den letzten Jahren. Et Voilà: Die Wollmilchsau melkt sich selbst und
trinkt sich fett, in der Hoffnung, so mächtiger zu werden.
Doch das Prinzip des Perpetuum Mobile ist ja physikalisch bereits widerlegt!
#182
Peter Lutz(Donnerstag, 27 Mai 2010 17:02)
Alle Parteien verlangen Investitionen in Bildung, was aber passiert ist Verwaltung der Ausbildung. Ist das der richtige Weg?
#181
Keller Hans-Ulrich(Dienstag, 25 Mai 2010 11:51)
Ich sehe durch meien Gattin, als Logopädin, in dieses Verwirrspiel und wie nun plötzlich die Kinder aus dem Sprachheilkindergarten in die Schule "gezwängt" werden. Absolut idiotisch und uberhaupt
nicht durchdacht.
Man macht die Kleinkassen und Sprachheilkindergärten zu, eröffnet aber andererseits Sprachheilschulen in Zenteren, wohin dann ganz wenige der armen Kinder hingekarrt werden.
Die Integrationswut ist ein Desaster !!!
Analog der Administrationswut. Da muss was geschehen!!
#180
Erika Schäpper(Montag, 24 Mai 2010 19:58)
Lehrerin zu werden war seit meiner Kindheit mein grosses Ziel. Jetzt bin ich 60 Jahre alt und finde es immer noch wunderbar, mit Kindern zu arbeiten. Nie hätte ich gedacht, dass es irgendetwas gäbe,
was mir meine Berufung zerstören könnte. Die Reform-und Formulardiarrhö aus der Bildungsdirektion hat's aber fast geschafft. Dazu kommt, dass die gesellschaftliche Entwicklung weiter dazu beiträgt,
dass das Unterrichten immer mehr dem Erziehen weichen muss - oder ist Bildung ohne Erziehung möglich?
Back to the roots gilt sowohl für Lehrkräfte wie Eltern - und die Bildungsdirektion!
Ganz herzlichen Dank für euern wertvollen Kampf um bessere Schulen.
Als Privatschule sind wir mit genau denselben Problemen konfrontiert. Aber allein schon dass es diese Webseite gibt, macht mir Hoffnung. Bei diesem gewaltigen Echo schlage ich vor, diese Bewegung neu
"Schule im Steigflug" zu nennen.
#178
Präsident Kapitelversammlung Hinwil Nord(Mittwoch, 19 Mai 2010 18:41)
Das Kapitel Hinwil Nord drückt seine Solidarität mit dem Schulhaus Allenmoos aus und versteht die Probleme rund um den Ressourcenmangel.
Zu viele Forderungen treffen auf zu wenig Zeitgefässe.
#177
Claudia Merki(Dienstag, 18 Mai 2010 20:35)
Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die stets bemüht sind, den Kindern einen interessanten und motivierenden Unterricht zu bieten. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die die Beziehung unter den
Kindern und zu den Kindern wichtig findet und fördern will. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften,die den Kontakt zu den Eltern schätzt und pflegen möchte. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die
leidenschaftlich gerne unterrichten und bemüht sind, individuell auf das einzelne Kind einzugehen. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die sich im Team und für die Schule einsetzen.
Heute gehöre ich zu den vielen Lehrkräften, die ihren einstigen Traumberuf aufgegeben haben, da ich keine genügende Ressourcen mehr für einen für mich zufrieden stellenden und dem Kind gerecht
werdenden Unterricht habe.
#176
Daniel Vuilliomenet(Dienstag, 18 Mai 2010 19:46)
Tretet doch alle dem Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland bei...
Dieser Verband setzt sich tatsächlich proaktiv ein für die ihm angeschlossenen Lehrpersonen und kassiert dafür von vielen Instanzen ebenfalls proaktiv Schelte. Doch es gärt im Bauch des Fasses. Die
letzte Plenarversammlung der Basellandschaftlichen Amtlichen Kantonalkonferenz hat es deutlich gezeigt. Dafür werden wir im Ländli zwischen Schönenbuch und Ammel vielleicht bald zur Bildungsinsel.
Macht nichts - solange täglich ein Schiff fährt!
#175
Fritz Tschudi(Dienstag, 18 Mai 2010 13:28)
Erhöhen wir unseren Einfluss auf die Bildungs- und Reformpolitik, indem wir auf einen Gesinnungswandel im LCH hinwirken:
Solange sich unser Dachverband hauptsächlich als PR-Agentur für den Mainstream im Bildungswesen und als Ordnungsinstanz für den ruhigen Gleichschritt der Basis im Sinne der offiziellen
Bildungspolitik versteht, braucht sich niemand zu wundern, wenn immer mehr Lehrerinnen und Lehrer den Eindruck haben, von ihrer Vertretung alleine gelassen zu werden.
Den „Schwarzen Peter“ nun allein der Verbandspassivität der Lehrerinnen und Lehrer anzulasten, verfängt nicht. Von einer Verbandsleitung darf ein proaktives Verhalten erwartet werden. Es ist falsch,
wenn sich die Verantwortlichen unentwegt hinter den Beschlüssen von Delegiertenversammlungen verschanzen. Das übliche Kopfnicken zu den Begehrlichkeiten der Bildungspolitik und der
Mainstreamwissenschaft kann unterschiedlich gedeutet werden, im wohlwollensten Fall als Zeichen der Hilflosigkeit.
Der LCH selbst zeigt aber seit langem indoktrinäre Züge, verschanzt sich hinter ihrer Vereinsbürokratie, derselben notabene, die unseren Beruf zu erdrücken droht.
Keine Qualitätsschule ohne motivierte, standfeste Lehrerinnen und Lehrer. Das statutarische Recht auf eine standespolitische Unterstützung durch den (mächtigen) Zentralverband war kaum je so wichtig
wie heute. Bitte nicht nur Offenheit für Veränderung predigen lieber LCH, sondern auch das eigene Gärtchen entsprechend bestellen, gerade jetzt in Zeiten des „Klimawandels“ an unseren Schulen. Es ist
höchste Zeit darüber nachdenken.
#174
Bretscher Susanne(Dienstag, 18 Mai 2010 13:07)
Als Heilpädagogin finde ich es enorm wichtig, dass die Kinder fitte Lehrpersonen antreffen - denn nur wenn die Beziehung zu den Kindern stimmt, kann auch gute Arbeit geleistet werden - und die Kinder
sind unsere Zukunft!
#173
Tanja Portmann, Schulsozialarbeit(Dienstag, 18 Mai 2010 12:01)
Als Schulsozialarbeiterin und Supervisorin habe ich regen Austausch mit Lehrpersonen der Volksschule. Sie sind nicht zu beneiden! Die von euch erwähnten organisationsbedingten strukturellen Defizite
sind oft auch Anlass für Burnout bei Lehrpersonen. Die Aufgabe des Lehrers/der Lehrerin ist zu komplex geworden! Das überfordert, frustriert und brennt aus! Stoppt den Sinkflug unserer Schule!
#172
Marianne Greuter(Dienstag, 18 Mai 2010 00:02)
Vielen Dank für Ihre Arbeit!! Diejenige in der Schule und diejenige in Ihrer Freizeit. Ihr Engagement ist ein Lichtblick angesichts der Zustände wie sie Martin Beglinger im Magazin-Artikel
schildert.
Sie können auf meine Solidarität zählen.
#171
Manfred Rohner(Montag, 17 Mai 2010 13:24)
Die unseligen Reformen, meist in rasendem Tempo aufeinander folgend, gaukeln der Öffentlichkeit Aktualität der Schule vor, sind aber oft Ideen von Schreibtischpädagogen und "engagierten" Politikern.
Schule muss ein Ort sein/bleiben, wo in einer menschlichen Atmosphäre fürs Leben gelernt wird, ganz nach dem uralten und doch so brandaktuellen Grundsatz von Kopf, Herz und Hand!
#170
Simone Meyer(Sonntag, 16 Mai 2010 21:14)
Ich selber bin als Primarlehrerin an der Volksschule seit bald 25 Jahren tätig und habe die ganze Entwicklung hautnah mitbekommen. Meine Konsequenz ist heute, dass ich meine Tochter in diesem
sinkenden Boot nicht einmal einschulen lasse. Das ist eigentlich sehr schade!
#169
Daniel Vuilliomenet(Donnerstag, 13 Mai 2010 18:44)
Was gut tönte, die Integration nämlich von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, wurde zur von oben her angeordneten Sparübung mit den von Schule im Sinkflug dokumentierten Folgen. Noch immer
verkaufen uns aber unermüdliche HarmöSler diese Schrottpapiere mit der frech aufrecht erhaltenen Lüge, es koste nichts (Schwarze Nullbilanz), verharrend in der Hoffnung, dabei zu gewinnen. Parallelen
zur Wirtschaftswelt sind nicht zufällig, dieselbe CEO-Mentalität zeichnet dafür verantwortlich. Integration kann nur auf frei-williger Basis erfolgen, sowohl seitens des zu integrierenden Kindes, wie
auch seitens der integrierenden Lehrperson. Alles andere ist Schwachsinn!
#168
Matthias Böhni(Mittwoch, 12 Mai 2010 20:17)
Go on, Schule im Sinkflug! Wir wollen Schule im Steigflug! Go on!
#167
Madeleine Rickenbach(Montag, 10 Mai 2010 22:56)
Ich möchte eine Ermutigung und einen Dank aussprechen an alle Lehrkräfte und Betreuungspersonen, die sich mit viel Hingabe und Einsatz unseren Kindern widmen.
#166
Anna Behringer(Sonntag, 09 Mai 2010 11:55)
Die Integrative Schulform wird hochgepriesen, dabei wird ganz vergessen, dass in den Schulversuchen Mitte der 90-Jahre die Schüleranzahl auf max. 20-22 begrenzt wurde. Meine Tochter ist in der 1.
Klasse, die 28 Kinder zählt. Die 1.Klassen der zwei umliegenden Schulhäuser zählen ebenfalls 27 Kinder!!Die Rahmenbedingungen die nötig sind um mit einer solchen Brandbreite an Bedürfnissen fertig zu
werden sind nicht mehr gegeben. Das Schulleitersystem funktioniert ebenfalls nur in seltenen Fällen. Die Leittragenden sind am Ende immer die Kinder. Unsere Zukunft.
#165
Doris Furrer(Mittwoch, 05 Mai 2010 22:48)
Alle eure Anliegen werden von mir voll unterstützt, da ich in meinem Schulalltag an dieselben Grenzen stosse. Was mir ebenfalls fehlt, ist Musse. Genügend Zeit, Raum, Luft, um kreativ und
schöpferisch tätig zu sein. Dies fehlt in der heutigen Arbeitswelt. Dabei ist es für die Arbeit mit Kindern und einen qualitativ guten Unterricht wertvoll aus dem Vollen schöpfen zu können, Zeit zu
haben, damit sich etwas entwickeln kann.
#164
Ruedi Lais(Dienstag, 04 Mai 2010 15:57)
Immer schwierigere Arbeit, weniger Personal, grössere Klassen, schlechtere Arbeitsbedingungen. Gut, dass Sie versuchen, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass gute Bildung uns mehr wert sein
sollte.
Nur in 10-20% der Haushalte lebt ein Schulkind. Die meisten Stimmberechtigten sind also von Sparmassnahmen in der Bildung nicht direkt betroffen. Umso begeisterter stimmte die Mehrheit bisher noch
jeder Steuersenkung zu. Auch Sparpakete erfreuen sich enormer Beliebtheit, solange nur eine Minderheit betroffen ist.
Reformen verteufeln bringt aber nichts - unsere gesellschaftlichen Realitäten ändern sich rasend schnell. Wir leben quasi zwischen McWorld und Jihad - da kann die Schule nicht einfach ein Replay von
1960 programmieren.
#163
Kathrin Keller(Dienstag, 04 Mai 2010 15:27)
Ich finde es toll, dass ihr euch gegen diesen enormen Druck, der auf euch lastet wehrt. Ich selber arbeite als Psychomotoriktherapeutin und betreue die Kinder meistens einzeln oder in Kleingruppen.
Doch wird mir je länger desto mehr bewusst, wie wichtig gute und konstante Beziehungen für die Entwicklung des Kindes sind. Allerdings können tragende Beziehungen zwischen Kindern und Lehrpersonen
(und anderen Bezugspersonen) nur dann entstehen, wenn genügend Ressourcen dafür vorhanden sind. Die Tatsache, dass der anhaltende Reformstress im Bildungswesen die Lehr- und Betreuungspersonen davon
abhält, ihrem "Kerngeschäft" nachzugehen, beunruhigt mich sehr.
#162
Sonja Schwarz(Montag, 03 Mai 2010 22:22)
Vielen Dank für Eure mutige und engagierte Aktion! Ich bin euch sehr dankbar dafür und Ihr sprecht mir damit wirklich aus dem Herzen. Immer mehr Papierkram und Sitzungen beanspruchen unsere Zeit,
welche bei der Arbeit mit den Kindern fehlt. Auch im Hort sind zur Zeit Entwicklungen im Gange, welche unseren Kindern schaden.
Bei Horten innerhalb der Schulanlage müssen zur Mittagszeit künftig zwei Quadratmeter pro Kind ausreichen. So lautet die Weisung der Stadt! In diesen engen Raumverhältnissen betreuen wir Kinder vom
1. Kindergarten (4-jährige) bis zur 6. Klasse. Für sozial auffällige Kinder wird normalerweise kein zusätzliches Personal eingesetzt. HortleiterInnen müssen sich um grösser werdende Kindergruppen
kümmern, welche jeden Tag anders zusammengesetzt sind. Die Beziehungsarbeit, welche besonders bei sozial auffälligen Kindern wichtig wäre, wird je länger je mehr verunmöglicht.
Mit meiner Kollegin zusammen baute ich mit viel Idealismus und Energie einen Hort auf. Kinder und Eltern waren immer sehr zufrieden und es hat uns glücklich gemacht, dass mit unserer Unterstützung
auch "schwierige" Kinder wieder "den Rank" gefunden haben. Mit der Umsetzung der 2 m2 pro Kind bleibt zu wenig Zeit für die pädagogische Arbeit.
Bisher haben wir im Hort die Persönlichkeit des Kindes unterstützt und sein soziales Verhalten gefördert. Ältere Kinder helfen den jüngeren Kollegen und übernehmen Verantwortung in der Hortgruppe.
Mädchen, Jungs, Kleine und Grosse sitzen zusammen an einem Tisch -im angeregten Gespräch.
Pädagogische Arbeit braucht Aufmerksamkeit und Zeit -zum beobachten und begleiten der Kinder. Wir vermitteln im Hort Gesprächskultur, Esskultur, fördern kreative Ideen, integrieren Kinder in die
Gruppe, üben Wertschätzung von Material, Konfliktlösungsverhalten, Respekt, Rücksichtsnahme, Geduld, Selbständigkeit. Bei schulischen oder familiären Problemen suchen wir mit den Kindern nach
Lösungen und setzen uns mit Bezugspersonen in Kontakt.
Die Veränderungen im Hortwesen zwingen uns zu einer straffen Betriebskultur, in der immer weniger Zeit bleibt für individuelle Betreuung, für Musse und Humor. Sozial starke Kinder haben weniger
Probleme sich anzupassen, leiden aber genauso unter den Auswirkungen. Die schlechter werdende Stimmung überträgt sich vom Pausenhof in die Klassenzimmer.
Bisher hatten wir im Hort die Chance, mit allen Gesellschaftsschichten in Berührung zu kommen. Wir lernten Familien kennen, die niemals an irgendeinem Integrationsprojekt teilnehmen würden. Bei den
Kindern konnten wir Probleme auffangen, die später im Jugend-und Erwachsenenalter nur noch schwer therapierbar wären. Und dann den Staat viel mehr kosten als die finanzielle Beteiligung an einem
Hortplatz. Im Hort wurde bis anhin präventive Arbeit geleistet!
Ich hoffe, dass bald wieder eine Wende eintrifft mit mehr m2 und genug Personal. Eure Internetseite und Eure Aktionen sind schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
#161
Franz Michel(Montag, 03 Mai 2010 13:34)
Ich freue mich sehr, dass Ihr konkret etwas gegen den Sinkflug unserer Schule unternehmt. Ich bin verwundert, dass die Behörden ihren Holzweg noch nicht bemerkt haben. Mit "Sparen" lassen sich keine
Kinder erziehen. Ich höre von vielen KollegInnen aus der öffentlichen Schule, dass sie schon längst am Anschlsg sind - und bei uns im Heimwesen (ich arbeite in einem Heim für verhaltensauffällige
Kinder und Jugendliche) sind die Auswirkungen des Sparwahns auch schon unangenehm bemerkbar. Die Kinder kommen zu spät und bei Notfällen ist die Kinderpsychiatrie kaum in der Lage zu helfen (Dinge,
die für die Kinder katastrophale Auswirkungen haben und langfristig sehr teuer sein werden). Leider ist die Schule zur Zeit eine riesige Baustelle und Pädagogik vor allem ein Anliegen der Leute, die
direkt mit den Kindern arbeiten. Das wird so nicht aufgehen.
Vielen Dank, dass Ihr da eine Diskussionsplattform organisiert habt.
#160
Toni Kleimann(Sonntag, 02 Mai 2010 11:09)
Kurz vor meiner Pensionierung machen mir Aktionen eurer Art Mut. Es gibt sie noch - die LehrerInnen -, welche über die "Schulstube" hinaus denken. Wir LehrerInnen sorgen für die Qualität in der
Schule. Wer denn sonst? Dazu gehört eben auch, sich als Profis einzumischen in die bildungspolitische Diskussion. 'Abseitsstehen' und 'Kuschen' mach(t)en aus uns Mittäter.
Ich gratuliere zu eurem Engagement.
#159
kraus irene(Freitag, 30 April 2010 13:28)
vielen dank für euer einsatz, auch mir geht langsam der atem aus mit 24 erst- bis drittklasskindern,wenig support und vielen "to do's". mir fehlt der raum und die zeit den bedürfnissen der kinder
auch nur einigermassen gerecht zu werden, weil sie vilefältiger nicht sein könnten.
#158
Anna Mandaglio(Mittwoch, 28 April 2010 22:34)
Derzeit bin ich als Mutter zusammen mit meinem Sohn und natürlich ganz vielen anderen Kantonsschüler-/Innen und Lehrpersonen mit den massiven Budgetkürzungen bei den Zürcher Kantonsschulen
konfrontiert. Erst durch diese, für mich neue Situation, bin ich über die UNIA auf eure Seite gestossen. Ich finde es Bemerkenswert wie ihr die Sache angeht und es macht mir Mut und spornt mich an
selber auch dran zu bleiben. Ich werde versuchen mich mit anderen Eltern und Lehrpersonen zu solidarisieren um "diesen Irrsinn" zu stoppen. Euch wünsche ich viel Kraft und gutes Gelingen!
Bravo !! - Endlich ein Lehrerteam, das aufsteht und aktiv wird.
Bravo !! - Endlich eine politische Partei, die konkret was macht.
Wo kann ich mitwirken und anpacken? Habe noch Kapazitäten frei ...
079 / 672 0 672
www.REFLEckTOR.ch
chris knecht - ck consulting - Consulting/Coaching/Learning
#155
claudia bühler(Dienstag, 27 April 2010 20:33)
gratulation für euren mut und euren auftritt! ihr sprecht mir aus dem herzen.
#154
Rico Garzotto(Montag, 26 April 2010 21:22)
Ich werde den Eindruck nicht los, dass Lehrpersonen jeglicher Ausrichtung und Unterrichtsstufe von der Bildungsdirektion bewusst mit Reformen, Sitzungen, Projekten, Controllings und massenhaft
Bürokratie überflutet werden, damit sie nicht auf die Idee kommen, sich mit Bildungspolitik zu beschäftigen (geschweige denn mit Unterrichten...). Ein grosser Dank an die mutigen Frauen und Männer
der Schule Allenmoos, die trotzdem Zeit aufgebracht haben, an die Öffentlichkeit zu treten! Was sie wahrnehmen deckt sich uneingeschränkt mit meiner Sicht als Vater und Staatsbürger. Ich stehe hinter
euch und hoffentlich bald tausende von weiteren Eltern. Vielleicht lässt sich der Sinkflug noch aufhalten! (Was sagt der Höhenmeter? Ist hier jemand im Cockpit, der fliegen kann?)
gratulation - wir haben 2009 einen aufgabenkatalog definiert. was sind wir bereit zum leisten, was nicht mehr. wo brauchen wir mehr unterstützung. dieser abgrenzungskatalog haben wir unserem schulamt
im januar 2010 überreicht - und 4 monate nichts gehört. seit einer woche geht es vorwärts, da wir uns bereits in der praxis abgrenzen und sich eine stelle beklagt hat. wir sind gespannt, ob nun ein
dialog entsteht oder ob mit disziplinrischen mitteln gegen uns vorgangen wird.
#152
Peter Winter(Sonntag, 25 April 2010)
Die Kinder sind unsere Zukunft. Ich habe noch nie verstanden, warum für alles mögliche sehr viel Geld ausgegeben wird, ausser für das Schulwesen und die Bildung. Ich habe zwei Kinder an einer
Primarschule in Winterthur und auch hier gibt es jede Menge Probleme ähnlicher Art. Kinder, Eltern und Lehrer haben keine mächtige Lobby, im Gegensatz zu vielen Unternehmen. Sie werden daher auch
nicht entsprechend gehört und unterstützt. Das ist schade und paradox, denn am Ende erwarten doch alle, das top ausgebildete junge Leute auf den Arbeitsmarkt kommen um die viel gepriesene
Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und auszubauen. Eure Aktion an die Oeffentlichkeit zu gehen ist daher richtig und eigentlich schon lange überfällig. Ich bin überzeugt, das viele Mitmenschen gar nicht
wissen, wieviele Probleme tatsächlich existieren. Wenn mehr Oeffentlichkeit hergestellt wird, hat man auch reale Chancen etwas zum Positiven zu verändern.
#151
Jean-Claude Baudet(Samstag, 24 April 2010 22:35)
Willkommen, KollegInnen aus der Schule In der Ey auf unserer Homepage. Vor knapp 40 Jahren besuchte ich in eurem Schulhaus die Mittelstufe. Nun bin ich selber Mittelstufenlehrer an Bord des
Sinkflugs. Ein herzlicher Gruss an euch aus dem Allenmoos!
#150
Maya Bernhard(Freitag, 23 April 2010 19:38)
Meine Hochachtung! Ihr sprecht mir aus dem Herzen.
#149
Hüsler Ruth, Primarlehrerin im Ruhestand(Donnerstag, 22 April 2010 21:59)
Gottlob ergreift ein Lehrerteam die Initiative, um die Missstände im Schulwesen anzuprangern! Reihenweise liegen Lehrer ab, weil sie den Schülern gerecht werden wollen, jedoch wegen des
Reformwahnsinns kaum mehr Zeit und Kraft fürs Kerngeschäft aufbringen können. Bei der Erprobung eines der vielen Reformprojekte werden jeweils ideale Bedingungen geschaffen mit kleinern Klassen, mehr
zusätzliche Stunden,die durch eine Zusatzlehrerin erteilt werden- bei der flächendeckenden Einführung dieses Projekts merkt man dann, dass das Ganze finanziell gar nicht tragbar ist! Die Folgen sind
grössere Klassen, keine Entlastung durch Zusatzstunden mehr, ... Alles in allem eine massive Verschlechterung der Schulqualität.
Wieso werden wir ältern Lehrer immer wieder angefragt, ob wir einspringen können!? Weil kaum mehr junge Lehrer zu finden sind, weil leider viele LehrerInnen ob der dauernden Überlastung krank werden.
#148
P. Aebersold, ehem. Bezirksschulpfleger(Donnerstag, 22 April 2010 15:28)
Das gewaltige Echo aus der Schulpraxis und die Erfahrungen mit den verfehlten Reformen zeigen deutlich: Anspruch und Wirklichkeit, Theorie und Praxis bei den Schulreformen klaffen weit auseinander.
Die vielen Versprechen punkto Schulqualität, sozialer Integration usw. können nicht eingelöst werden. Doch wo bleibt die Stellungnahme der Verantwortlichen im Elfenbeinturm? Wo sind die Medien, die
die Reformen hochgejubelt haben? Wo bleibt deren Selbstkritik und Lernfähigkeit? Warum schützen viele Eltern ihre Kinder nicht vor derartigen Schulexperimenten? Nach "Schule im Sinkflug" ist es nun
nicht mehr länger möglich, das Schulreformdesaster unter den Teppich zu kehren, totzuschweigen oder gar als Erfolg zu verkaufen.
#147
Horte Schuleinheit Gabler(Donnerstag, 22 April 2010 15:23)
Liebes Team Allenmoos
Danke, dass ihr den Mut hattet, die ganze Thematik anzusprechen.
Die grosse zusätzliche Arbeitsbelastung neben dem eigentlichen Kerngeschäft betrifft auch die Horte der Stadt Zürich:
- Teilnahme an Q-Tagen
- Mitarbeit in Q-Gruppen und Arbeitsgruppen
- immer höhere Kinderzahlen pro Tag -> Betreuung statt pädagogische Arbeit
- Evaluationen
- Berichte für die Schublade schreiben
- Sitzungen
- grosser administrativer Aufwand
- ZBG
Frustrierend ist, dass diese vielen Stunden welche "verbraten" werden, unseren Hortkindern in keiner Weise zugute kommen.
Wir stehen hinter euren Forderungen und hoffen, dass sich uns noch viele Horte anschliessen werden.
#146
Matthias Böhni(Donnerstag, 22 April 2010 10:22)
Lehrerinnen und Lehrer, steht auf die Hinterbeine! Das Kindeswohl steht im Zentrum, nicht die Wirtschaft und nicht die schulferne Bildungsdirektion. Mein Support ist euch sicher.
#145
Jürg Frick, Hochschuldozent und Lehrerberater(Donnerstag, 22 April 2010 09:42)
Ich finde eure Aktion ausserordentlich unterstützenswert, weil sie sachlich die Probleme auf den Punkt bringt: aus meinem Beratungsalltag an und mit Schulen beobachte ich genau dasselbe. Bleibt am
Ball, gebt nicht auf! Möglicherweise nützt die breite Solidarisierungskampagne. Je mehr sich einsetzen und sich so konstruktiv wehren, desto besser!
#144
Schwarz Peter(Mittwoch, 21 April 2010 21:53)
"Schule im Sinkflug" ???
Ein starker Auftritt und ich kann ihn nur beführworten!
An die Damen und Herren Politiker gerichtet:
Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit bezeugen, wie der Staat kurzfristig Geld, in beträchtlichem Umfang, zur Verfügung stellen konnte (Swissair / UBS)! Anderen Bedürfnissen der
schweizerischen Bevölkerung werden beinahe generell vom Staat "unter den Teppich gekehrt" mit dem Hinweis, dass die Finanzierung nicht realistisch möglich ist!?
Es dürfte Ihnen möglicherweise entgangen sein, dass die Wirtschaft in der Schweiz in erster Linie darauf angewiesen währe, dass gut ausgebildete Schulabgänger den Gewerbebetrieben, den
Finanzinstituten, den Hochschulen, .... etc. zur weiteren Ausbildung und nachträglichen Integration in den Wirtschaftsstandort Schweiz, weitervermittelt werden können!
An die Eltern der Kinder gerichtet:
Ich bin selber Vater von drei Kindern und konnte eines nie richtig verstehen! Wie kann mann als Vater oder Mutter zulassen, dass die Erziehung der Kinder über die "Schule" verantwortet werden
soll???
Liebe Eltern, nehmt eure Verantwortung wahr und lebt euren Kindern Werte vor, die sich mit einem direkt demokratischen Land, wie der Schweiz, vereinbaren lassen! Wir als Eltern sind in erster Linie
dafür verantwortlich, wie sich unsere Kinder in der Zukunft bewähren!
... und noch an die Lehrer:
Ich kenne Lehrer, welche mit vollstem Einsatz ihren Beruf ausüben und diese Lehrer bewundere ich, da ich selber nie diese Geduld hätte, um den Job gleich gut zu bewältigen!
Ich kenne auch die andere Seite, dass Lehrer den Schülern Arbeitsblätter vorlegen, die "Datum" 20 Jahre zurück liegen?! Wie in jedem Beruf, gibt es die "fleissigeren" und die "bequemeren"! Also
schaut bitte selber an euren Standorten und macht die "bequemeren" auch mal zum Thema!
Es gäbe noch so vieles zum Thema...
Euch viel Glück auf dem Weg...
#143
Veronika Harzenmoser(Mittwoch, 21 April 2010 15:01)
Herzlichen Dank für eure Zeit. Ich könnte jedes Wort unterschreiben. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass die Verantwortlichen vom IST-Zustand der Schule keine blasse Ahnung haben. Ich habe mir
vor der Einführung der IF die Mühe genommen, alle amtierenden Parteipräsidenten des Kantons und des Staates per Brief auf die notwendigen Ressourcen aufmerksam zu machen. Einer verwechselte IF mit
Harmos, einer bedankte sich und ein weiterer sprach von Geldmangel. Noch schlimmer aber finde ich, dass die Mehrheit der Eltern so passiv sind und sich nicht für ihre Kinder wehren.
Es ist leider so, dass die Kinder im übervollen Verwaltungswald kaum mehr zu erkennen sind.
Die Arbeitszustände in den heutigen Schulen des Kantons Zürich sind für eine verantwortungsvolle Lehrperson pädagogisch nicht mehr vertretbar. Müssten wir daher nicht allen Eltern raten, ihr Kind
nach Möglichkeit in eine Privatschule zu schicken, weil die öffentlliche Schule ihren Bildungsauftrag nicht mehr erfüllen kann?
#142
Stauffer Kurt(Mittwoch, 21 April 2010 14:32)
Danke für euer Engagement. Ich bewundere eure Willensstosskraft neben der Dauerüberlastung als Primarlehrer. Ich habe früher vergeblich versucht, mich gegen den Reformtsunami der Bildungstechnokraten
zur Wehr zu setzen. Hab die Segel aber eingezogen, als ich feststellte, dass der Lehrkörper an dieser Entwicklung so unschuldig nicht ist.
Man sollte sich heute aber schon fragen, welche Parteien, welche Politiker unsere Schule in den letzten Jahren gelenkt, oder präziser formuliert, gegen die Wand fahren liessen. Stellen wir diese
Leute an den Pranger. Ohne Aufarbeitung der Fehlent-wicklungen der letzten zwei Jahrzehnte lässt sich in der Zukunft keine solide Schule aufbauen. Schliesslich müssen sich die Probleme ja politisch
lösen lassen.
Machen wir Werbung für Mandatsträger in den verschiedensten Gremien, die unsere Anliegen Ernst nehmen. Allein mit Unterschriften und Solidaritätsbekundungen wird sich die Situation an unserer Schule
nicht verbessern. Vorher löst sich das Problem unter einem ausgeprägten Lehrermangel.
#141
Silvana Pellanda(Mittwoch, 21 April 2010 14:28)
Tagtäglich durch eigene Kinder mit dem Problem der Schule, durch eigene Kinder konfrontiert, hoffe ich, dass man/ wir/ ihr/ alle endlich Gehör bekommen und sich etwas verändern wird.die Thematik kann
man schon annähernd als "strukturelle Gewalt" an unserern Kindern bezeichen- die Lösung kann nicht der weg zur Privatschule sein und somit die Scheere in unserer Gesellschaft noch deutlicher werden
zu lassen...als "Kampfruf" schient mir "Hopp dä Bäse" geeignet.
ich wünsche Kraft, Glück und Gelingen und bedanke mich für das grosse Engagement!
#140
Brigitte Rüfenacht(Mittwoch, 21 April 2010 13:54)
Das Buch von Dr. Largo beschreibt genau die Zustände, die in den Schulen heute falsch laufen, für spezielle Kinder, ob Hochbegabt oder mit einer Lernschwäche, wird immer noch nicht genug gemacht. Es
ist mir aber durchaus bewusst, dass man den Durchschnittsschüler nicht vergessen darf. Der Leistungsdruck in unserer Gesellschaft sowei unter den Schüler selber wird auch stetig steigen und ich frage
mich, wie soll man dem gerecht werden, wenn immer grössere Klassen entstehen und die Lehrpersonen immer mehr leisten sollen?
#139
Danièle Bühler(Mittwoch, 21 April 2010 09:42)
Super, dass ihr neben der hohen Belastung im Schulalltag noch die Kraft gefunden habt, dem schlechten Zustand in unserer Schule eine Stimme zu geben! Vielleicht hilft euer Beitrag, dass wir
LehrerInnen uns nun eher zu einer Bewegung zusammen schliessen und die Kraft haben, Nein zu sagen!
#138
Ueli Dolder(Dienstag, 20 April 2010 23:09)
Die permanenten Schulreformen und Aenderungen lassen den Lehrkräften keine Zeit sich mit dem wirklich wichtigen auseinander zu setzen. Den Kindern die Freunde am lenren zu vermitteln.
#137
Susann Staub(Dienstag, 20 April 2010 22:54)
Ihr sprecht mir aus dem Herzen. Ihr macht nicht einfach sinnlose Vorwürfe oder schimpft nur, sondern ihr weist echt auf die grundlegenden Probleme hin und dies mit einem echten Anliegen. Ich empfinde
es genauso und erlebe es tag täglich selbst.
#136
Susanne Wicki(Dienstag, 20 April 2010 19:29)
Das Coming-out des Kollegiums Allenmoos nun ist ein mutiger, aber notwendiger Schritt und steht stellvertretend für eine grosse Zahl von Lehrkräften, welche vor lauter Umbauen die Kraft nicht mehr
aufbringen, sich zu äussern, um eine Wende herbei zu führen. Man bedenke, dass die vom Kollegium Allenmoos geschilderte Innensicht kein städtisches Problem ist, sondern den ganzen Kanton überzieht,
ja die ganze Schweiz.
Die Folge davon ist, dass gute, engagierte Lehrpersonen entweder ausbrennen oder das Feld der Schule für immer verlassen. Sind wir unseren Kindern denn nicht mehr schuldig. Bildung ist der einzige
Rohstoff der Schweiz!!!
Die offene Darlegung, der vielfältigen Probleme dieses Schulteams, beeindruckt mich sehr. Sie wissen was für die Schule nötig ist, dies manifestiert jede Aussage. Ich bin dafür, dass wir eine Schule
schaffen, wo sich alle wohl und aufgehoben fühlen und so auch das Lernen im Mittelpunkt steht. Wer ist jetzt gefragt?
#134
Carlo Diener(Montag, 19 April 2010 22:02)
Deckt sich mit dem was man aus anderen Orten / Gemeinden auch hört.
#133
Kurt Adank, Sekundarlehrer Brüttisellen(Montag, 19 April 2010 17:56)
Nach einem achtjährigen Abstecher in die Privatwirtschaft muss ich nach meiner Rückkehr in das Schulwesen leider feststellen, dass in dieser Zeit enorm viel zerstört wurde an der Volksschule. Ich
arbeite jetzt in etwa ein gleiches Jahrespensum wie in der Privatwirtschaft, dies aber zu deutlich geringerer Entlöhnung. Das Kerngeschäft Unterricht ist weiter in den Hintergrund getreten -
"zugunsten" von Eltern- und vielen anderen Gesprächen, Sitzungen, Administration, Integration, ... (mit 26 S. in der Klasse) nicht gerade ein toller Erfolgsausweis unserer Volksschule, denn die
Leistungen der SchülerInnen sind in derselben Zeit gesunken ! Da muss ich dem Slogan "Schule im Sinkflug" leider zustimmen. Dass unter diesen Umständen die Privatschulen boomen, darf niemanden
erstaunen. Doch unsere Bildungsdirektion verhält sich starr und ist nicht in der Lage zu agieren.
#132
Anna Schärer(Montag, 19 April 2010 16:08)
Endlich! Vielen Dank für Euer Engagement, das so Vielen zugute kommt!
#131
Heidi Bucher(Montag, 19 April 2010 12:45)
Danke für die vielen Kommentare, die mir die meisten aus dem Herzen sprechen.
Hinzufügen möchte ich die "kostenneutralen" 4Stunden-Blockzeiten.
25 Erstklässler sitzen im Schulzimmer, sollen lesen, schreiben rechnen u.a. lernen.
Nach zwei Stunden sind sie nicht mehr aufnahmefähig, werden unaufmerksam und unruhig.
Die Schule geht weiter bis zum Mittag.Eine der Lektionen findet in der Halbklasse statt. Die anderen sind im Turnen oder Schwimmen.An einem Vormittag sind alle 25Kinder während vier Lektionen im
gleichen Raum. Stress pur für alle! Zeit und Kraft für das einzelne Kind bleiben auf der Strecke.
#130
Lohrer Annette, Zürich(Montag, 19 April 2010 11:45)
Grosses Kompliment für die eindrücklichen Kommentare in den Interviews. Eure Forderungen sind dringend nötig und ich unterstütze sie in jeder Hinsicht. Euer Film gibt mir Mut, meine Schule und mein
Schulleben aus der weiten Perspektive zu betrachten, um Fehlentwicklungen zu erkennen und Ressourcen aufzubauen. Es geht meiner Meinung nach vor allem über den Weg der Solidarisierung -
Solidarisierung im schuleigenen Team, in den Schulen untereinander und in der Lehrerschaft im Allgemeinen. Ich danke herzlich für den ersten Schritt von euch.
#129
Rita Kunz, Lehrerin Zürich(Montag, 19 April 2010 11:05)
Danke für euer ehrliches Engagement!
Das Lehren und Lernen soll im Mittelpunkt stehen.Uns Lehrpersonen fehlt sehr oft die Zeit fürs Vor-und Nachbereiten des Unterrichts.Stattdessen benötigen wir Zeit für Administration,
Evaluation,Formulare,Sitzungen etc. Die Folgen sind sichtbar.
Die Lehrpersonen werden nicht ernst genommen und verlassen die Schule.
Wie lange noch dauert dieser Zustand?
#128
Remo Felix, Lehrer Zug(Sonntag, 18 April 2010 23:03)
Euer Protest macht mir Mut. Bin schon seit 25 Jahren Lehrer. Leider wird die Schule immer mehr durchstrukturiert, fremdbestimmt von Leuten, die nicht (mehr) wissen, was es heisst, den ganzen Tag mit
Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Das kostet viel Kraft, braucht viel Fantasie und Kreativität. Die Lehrperson braucht für den Unterricht und die Beziehungsarbeit viel Platz und Zeit. Die
Schulhäuser sind meistens inadäquat gebaut und die Zeit wird den Lehrern durch manigfaltige Hyperaktivitäten der Schulentwickler gestohlen. Ob ich in der heutigen Zeit mit den heutigen
Rahmenbedingungen nochmals diesen Beruf ergreifen würde? Ich glaube nicht. Allenmooser bleibt standhaft!
#127
Kurtheiri Kubli, pensionierter Primarlehrer(Sonntag, 18 April 2010 22:25)
Seit meiner Pensionierung vor sechs Jahren hat sich die Volksschule massiv verändert: bald kein Stein ist mehr auf dem anderen geblieben. Umbau, heisst die Devise und ”das Haus des
Lernens”, wie die Schule auch bildhaft betitelt worden ist, ist ein steter Rohbau.
Im Hintergrund engagiere ich mich nach wie vor an diesem Rohbau, indem ich die technische Seite des Diskussionsforum “Kindgerechte Schule” betreue. Dort besteht - wie hier bei “Schule im
Sinkflug” die Möglichkeit, sich zu den aktuellen schulischen Themen zu äussern, dies allerdings unter einem Pseudonym. Wie man sehen kann, wird also auf verschiedenen Seiten an diesem Haus gebaut
und langsam entwickelt sich ein Netzwerk. Man braucht also nicht länger alleine zu sein. : /www.kindgerechte-schule.ch
Das Coming-out des Kollegiums Allenmoos nun ist ein mutiger, aber notwendiger Schritt und steht stellvertretend für eine grosse Zahl von Lehrkräften, welche vor lauter Umbauen die Kraft nicht mehr
aufbringen, sich zu äussern, um eine Wende herbei zu führen. Man bedenke, dass die vom Kollegium Allenmoos geschilderte Innensicht kein städtisches Problem ist, sondern den ganzen Kanton
überzieht, ja die ganze Schweiz.
In meiner Praxis gibts immer mehr Kinder, die unter Schlafstörungen, Bauch-und Kopfschmerzen leiden und diffuse Ängste entwickeln. Einige haben schon *abgeschaltet*, immer mehr verweigern den
Schulbesuch gänzlich.
Diese Schule macht einige regelrecht krank, Kleine wie Grosse.
Eine *Vogel-Strauss-Politik-Schule*, in welcher Frau Beck (119)arbeitet. Das Virus scheint weit verbreitet.
Ich wünsch Euch allen viel Energie und eine riesige Resonanz, die den Boden legt für notwendigste Veränderungen.
#125
Susanne und Werner Zollinger(Sonntag, 18 April 2010 17:24)
Ihr sprecht uns ganz einfach aus dem Herzen!
Vielen Dank.
#124
Christa Simmen(Sonntag, 18 April 2010 14:51)
Es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert.
Besten Dank denen, die sich dafür einsetzten, dass Lehrer wieder lehren können, anstatt ihre Zeit mit Unmengen von Formularen und unausgereiften Projekten vergeuden.
Diese Zeit gehört den Kindern, sie brauchen die Aufmerksamkeit, sie müssen im Mittelpunkt stehen. Überflüssige Administration, unnötige Sitzungen und unqualifizierte Kontrollen bringen gar nichts,
ausser demotivierte und erschöpfte Lehrer, die dann das Handtuch werfen oder mit Burnout im Aus landen.
#123
Urs Pfister(Sonntag, 18 April 2010 12:48)
Nicht nur springen mache jungen Lehrkräfte nach wenigen Jahren ab. Von sehr vielen Lehrkräften, deren Alter gegen 60 geht, höre ich: „Vor dem nächsten MAB kündige ich, so etwas lasse ich mir nicht
mehr bieten“.
Solange die Mitarbeiterbeurteilung teilweise erschreckend inkompetent durchgeführt wird und zur reinen Demotivationsaktion für engagierte Lehrkräfte verkommt, wird sich da auch nichts ändern. Zum
allermindesten solange Löhne eingefroren werden, gehört auch das „lohnwirksame“ MAB eingefroren. Intensiver, häufiger Kontakt der Schulleitungen mit dem Geschehen in den Klassenzimmern und
Mitarbeitergespräche sind sicher zielführender als der Ressourcenverschleiss MAB.
#122
Rahel Knobel(Sonntag, 18 April 2010 12:29)
Vielen Dank für eurer Engagement!
#121
Peter Bärtschi(Sonntag, 18 April 2010 12:10)
Warum springen viele junge, motivierte Lehrkräfte nach wenigen Jahren Praxis ab? Allein an den Weiterbildungsmöglichkeiten wird es wohl kaum liegen.
Warum arbeitet kaum mehr eine Lehrperson 100% (wenn ich mich umschaue: Rund 2/3 der Stellen sind nicht mit 100%-lern besetzt)? Alleine der hohe Frauenanteil wird nicht der einzige Grund dafür
sein.
Warum arbeiten kaum mehr Männer im Lehrerberuf? Das lässt sich nur durch gute Teilzeitmöglichkeiten wohl kaum beantworten.
Warum ist die Lehrer-Stellenbesetzung heute so schwierig? Nur an der wieder besseren Wirtschaftslage wird es nicht liegen.
Warum ist Überlastung ein Dauerthema in vielen Lehrerzimmern? Die schwierigeren Erziehungsbedingungen heute sind kaum der einzige Grund dafür.
Gute Schulen brauchen Ressourcen: ausreichende Zeitgefässe, genügend Mitarbeiter, entsprechendes Raumangebot, motivierte Lehrkräfte und verständige Behörden. Das ist eine Binsenwahrheit. Aber: Die
Schule tickt heute nicht mehr gleich wie vor 20, 30 Jahren (ich bin seit 35 dabei).
Eltern erwarten von uns Lehrpersonen – zu Recht – sehr viel: guter Unterricht, Feingefühl, Motivationsfähigkeit, Individualisierung, Engagement, Fachkompetenz. Das ist unser Kerngeschäft. Und wenn
man das alles gut machen will, dann ist man satt damit beschäftigt. Heute jedoch muss ich mich als Lehrer fast rechtfertigen, dass ich für meine Kerntätigkeit genügend Zeit benötige, neben all den
Aufgeben, die – verglichen mit früher – noch dazugekommen sind oder intensiviert wurden.
Unsere Volksschule ist leider auf dem Weg, auszubluten und ich befürchte, dass wir uns auf amerikanische Volksschulverhältnisse zu bewegen. Das darf nicht sein!
Wir brauchen Politiker, die diese Probleme sehen und ernst nehmen und sich für unsere Volksschule einsetzen. Wo sind sie? Ich werde mir bei den nächsten Wahlen gewiss noch genauer als bisher ansehen,
wie die Bildungspolitik der Kandidierenden und deren Parteien aussieht.
Ein herzliches Dankeschön dem Allenmoos-Team für den mutigen Schritt an die Öffentlichkeit und den Einsatz für unsere Schule. Ich stehe 100% dahinter.
#120
Eric Mettler, Primarlehrer(Sonntag, 18 April 2010 11:32)
Gratulation zu eurem mutigen Einsatz für die Wiederherstellung einer kindgerechten Volksschule.
Tatsächlich ist die heutige Schule bereits in einem desolaten Zustand. Die Reduktion, beziehungsweise Aufhebung der Kleinklassen, hat dazu geführt, dass Kinder mit grossen Schwierigkeiten in den
Normalklassen integriert werden müssen. Dies ist nur mit grossem Aufwand für Lehrkraft und Klasse möglich. Das Ziel, dass diese Schüler sich auch wohler fühlen und besser lernen wird nur selten
erreicht. Dafür werden die Klassengrössen auf 24 - 28 Schüler erhöht und von kantonalen Evaluationsteams in allen Schulhäusern eine bessere Individualisierung gefordert. Das gleicht wirklich der
Quadratur des Kreises.
Um eine verbesserte Schulqualität erreichen zu können ist es in erster Linie wichtig, mit kleineren Klassen arbeiten zu können. Kinder mit besonderen Bedürfnissen sollten in einem konstanten Umfeld
in Kleingruppen unterrichtet werden können, ohne dass sie immer wieder die Bezugspersonen wechseln müssen. Und nicht zuletzt ist es nötig, dass die Lehrkräfte wieder Zeit und Energie für die tägliche
Arbeit im Unterricht finden und nicht immer wieder mit Arbeitsgruppen und Sitzungen zur Umsetzung umstrittener Reformen absorbiert werden.
Die Aktion des Schulhauses Allenmoos ist deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und unbedingt zu unterstützen.
ich weise auf unser buch hin:
bachmann/hunziker/vogel. ist unsere schule noch zeitgemäss und artgerecht. darin meinen beitrag "motivationskiller schule". bei allen anstrengungen, die schule neu zu erfinden: sieben krankheitsherde
werden nicht beseitigt. sie heißen: zwang zum lernen; opulenz des stoffs; leistung quantitativ statt qualitativ verstanden; aufgeblähte größenverhältnisse; kinder kommen zu wenig zum wort; disziplin
als selbstzweck; kreativität hat immer weniger raum.
#118
Eve Beck(Sonntag, 18 April 2010 10:11)
Dankbar für euren tollen Einsatz würde ich mich gern mehr engagieren, aber was, wenn die Schulleitung ausdrücklich verbietet, eure Briefe an die Eltern weiterzuleiten und die schwierige
Schul-Situation auch an Teamsitzungen einfach totgeschwiegen wird?
#117
Roland Zumbühl(Sonntag, 18 April 2010 09:27)
Grossartig, was Ihr bezweckt.
Eure Erfahrungen und Überlegungen decken sich mit meinen.
Ich frage mich bei jeder neuen Idee, die die Schule umsetzen sollte, ob sie dem einzelnen Kind, der Lehrperson und Schule nützt.
Ich stelle fest, dass die aktuelle Hektik im Schulbereich den direkt Betroffenen eher schadet. Daher ist angesagt, einmal innezuhalten und wieder auszusortieren, was einen guten Schulunterricht
bremst.
#116
Regula Simmen(Samstag, 17 April 2010 22:31)
Ich danke Euch für diese grandiose Arbeit welche Ihr noch zusätzlich zu all dem "normalen" Wahnsinn leistet.
#115
Heer Anna(Samstag, 17 April 2010 15:08)
Endlich!!! Als betroffene Eltern freuen wir uns, dass eine grosse Aktion stattfindet, die ganz in unserem Sinne ist!
In der 4. Klasse unseres Sohnes in der Schule am Uetliberg stimmt gar nichts: Wie auch Frau M. Meier in Beitrag Nr.88 berichtet, ist auch unser Sohn, ein ehemals sehr guter Schüler,sehr abgelenkt und
überfordert von den teils massiven Störungen durch andere und orientiert sich nach unten. Auch geht er in den Augen der Lehrperson völlig unter als normaler Junge, da die verhaltensauffälligen Kinder
in seiner Klasse die ganze Kapazität des Lehrers beanspruchen- verständlicherweise. Der Mangel an Freude, an positiven Rückmeldungen auf seine Leistungen kommt hinzu.Das lässt befürchten , dass seine
hier startende Schulkarriere von nun an stetig abwärts gehen werde.
Erschreckend war für mich, wie wenig Gehör ich gefunden habe an allen Stellen: Mitleid für die Situation des Jungen, aber keinerlei Engagement oder Vorschläge, und beim Schulpräsidenten des
Schulkreises Uto gar 2-fach nicht stattgefundene, aber versprochene telefonische Rückrufe... fühlte sich so an: Strampeln im Hamsterrad, Verzweifeln im stillen Kämmerlein.
Jetzt wage ich zu hoffen.Vielen Dank!
#114
estevez esteban ( vater eines kindes des schulhauses )(Samstag, 17 April 2010 12:49)
ich finde es schade und traurig das man in einem land wie die schweiz so was hören muss , für was bezahlen wir steuern ? für was das alles , bildung ist die wichtigste vorsorge für arbeitslosigkeit ,
wenn kinder den stress und alles andere bemerken fühlen sie sich nicht wohl , bitte wenig geld für sinnlose projekte und mehr für die schulen , es kann doch nicht sein das man unserer zukunft solchen
schaden nehmen lässt , es sind unsere kinder , unser leben , sollen wir jetzt alle eltern etwa zuhause selber untericht geben , sehr geehrte leute die für das verantwortlich sind , ändert das so
schnell wie möglich sonst ist das ganze bald mal sehr gross , und kann zu ernsten problemen führen . ich hoffe und wünsche mir das für den ganzen allenmoos !
#113
Vreni Droz(Samstag, 17 April 2010 12:21)
Liebes Allenmoos-Team
Herzlichen Dank und ein grosses Lob für Ihr Engagement.
Für nicht direkt betroffene Personen wären Beispiele und deren Konsequenzen besser nachvollziehbar.
Beispiele zu Lehrmitteln und deren Konsequenzen:
-Englischlehrmittel stand bei Beginn des Englischunterricht an den 2. Primarklassen nicht zur Verfügung
Lehrpersonen mussten selbständig und eigenverantwortlich nach geeigneten Unterrichtsmaterialien/Lehrmitteln suchen und diese aus eigener Tasche bezahlen, denn der Weg bis zur Finanzierung durch die
Schulgemeinde ist länger – der Unterricht musste aber stattfinden!
(Stand 2006)
-Englischlehrmittel konzipiert ab 3. Primarklasse, Unterricht ab 2. Primarklasse
Es stellte sich heraus, dass das Lehrmittel für Einsteiger der 2. Klasse ungeeignet ist. Ein fächerübergreifender Unterricht, vor allem im M/U-Unterricht, ist nur sehr eingeschränkt möglich. (Stand
2006)
-Didaktik-Ausbildung für Englischlehrpersonen erfolgt nach einer Methode, welche nicht mit dem Lehrmittel übereinstimmt
Lehrpersonen investierten viel Zeit und Geld in eine Ausbildung, welche schlecht oder gar nicht umsetzbar war. (Stand 2006)
-Lehrplan für die Kindergartenstufe für den Kanton Zürich neu erarbeitet, ohne verbindliche Richtlinien (Stand 2008)
#112
Carla Gubelmann-Janzi(Freitag, 16 April 2010 18:14)
Alle Achtung für euren professionellen Auftritt und herzlichen Dank für euren Einsatz!
#111
Jürg Grob(Freitag, 16 April 2010 17:46)
Die Aschewolke aus dem Vulkan der Bildungspolitik hat die Klassenzimmer erreicht. Der Luftverkehr wird deswegen aus Sicherheitsgründen gegroundet. Der Schule dagegen wird trotz aller Warnungen
blauäugig ein "cleared for take-off" erteilt. Wer nach diesem Start etwas anderes als einen Sinkflug erwartet, hat die Aerodynamik im Bildungswesen wohl nicht ganz richtig verstanden.
Herzlichen Dank für euren tollen Einsatz!
#110
Falk Christian(Freitag, 16 April 2010 16:34)
Bravo und vielen Dank für die deutlichen und begründeten Ideen, welche es umzusetzen gilt, damit Schule, wie sie Gesellschaft und Zeit (ob gewollt oder nicht) erfordern, überhaupt stattfinden kann,
der Beruf so attraktiv wie nur möglich bleibt und die sehr engagierten Leute, welche tagtäglich Einsatz nach allen Kräften bringen (und über das verlangte Mass hinaus), morgen nicht davonlaufen.
#109
Marcel Sutter(Freitag, 16 April 2010 16:24)
Danke für die pointierte Stellungnahme.
Nachdem die alten Strukturen gründlich aufgebrochen wurden, ist es höchste Zeit, dass der Kanton wieder Rahmenbedingungen setzen kann, die uns Lehrkräften Zeit für die Arbeit mit den Kindern lässt.
#108
Ryser(Freitag, 16 April 2010 16:08)
Vielen Dank für euren Einsatz! Ich habe gekündigt (bin Mutter geworden) und es ist mir nicht wirklich schwer gefallen. Hinter der jetzigen Schulpolitik will und kann ich nicht mehr dahinter stehen.
Schade, dass das die Politiker noch nicht gemerkt haben. Schade, dass man die Sparmassnahmen (Schliessung der Sonderklassen) auf Kosten der Kinder austrägt. Schade, dass das Volk durch das Wort
"integrieren" vor falsche Tatsachen gestellt wird. Schade, dass immer mehr engagierte Lehrpersonen künden. Gut aber, dass Frau Pearl Pedergnana nicht mehr das Amt Schule und Sport in Winterthur unter
sich hat!
#107
Beni Diener(Freitag, 16 April 2010 14:05)
Viele Schulen laufen vor allem noch einigermassen gut, weil man - zunehmend - nicht jeden bildungspolitischen Schmarren tel quel als Vorgabe übernimmt. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass auch
Bildungspolitiker und -institutionen sich gerne von der
integrativ fördernden, individuell und sozial sich bekennenden, lokal multikulturell, aber auch schweizerisch verwurzelten und sich an der globalen Zukunft partizipativ und demokratisch ausrichtenden
Sozial-, Kultur- Betreuungs-, Erziehungs-, Unterhaltungs- und, äh ... Bildungsinstitution Schule mit all ihren professionellen, vernetzten, intern und extern evaluierten, sich im Zyklus ständiger
Reflektion und Erneuerung befindenenden aktuellen und zukünftigen Spür-,Arbeits- und Q-Gruppen, Konzepten, Projekten und Weiterbildungen
distanzieren würden.
Dass überladene Fahrzeuge nicht flexibel sind und viel Kraftstoff verbrauchen, weiss man. Dass übermüdete Chauffeure ein Risiko darstellen, muss man nicht diskutieren; für die durch die vielen gut
gemeinten Reformen überladene Schule ist man wohl von einer anderen physikalischen Realität ausgegangen: vom Wunschdenken.
Dem Schulhaus Allenmoos ein Dankeschön für sein Engagement.
Liebe Kolleginnen und Kollegen: Handlet muetig, gänd eu Sorg, vergässed dä Spass nöd.
#106
Roman Wiser(Freitag, 16 April 2010 12:41)
Gratulation zu Eurer Aktion!!! Ich bin überzeugt, dass nur so eine Veränderung stattfinden kann, denn unsere ZH-Bildungspolitiker sind bemerkenswert kritikresistent geworden. Bei denen gibt es keine
"Probleme", sondern nur "Herausforderungen", und auch keine "Fehler", sondern nur "Chancen"... Da kann man sogar Schwarz auf Weiss aufzeigen, dass 1 + 1 = 2 ergibt, sie würden weiterhin stur
behaupten, es sei 3. So habe ich denn auch das Vertrauen in die Bildungspolitik und in die Schulorganisation mit Schulpflege etc schon längst verloren. Nur mit öffentlichem Druck lässt sich ein
längst nötiges Umdenken auch bei der BD "erzwingen". Eure Forderungen unterstütze ich zu 100%. Allerdings ist das JA zur Integration absolut illusorisch: Es wird nie und nimmer genügend Geld
gesprochen werden für aussreichende Ressourcen, so dass eine Integration eben wirklich sinnvoll durchgeführt werden kann. Matthias Hauser wird im Tagi ja bereits bei eurer ersten Protestaktion
zitiert mit: "Mehr Geld gibt's nicht". Wenn Bildungspolitiker eben "Integration" sagen, meinen sie damit tatsächlich "Sparübung". Erst kürzlich hat ein Dozent der PH gesagt, dass eine sauber
durchgeführte Integration MEHR Geld kostet als Kleinklassen. Dieses Faktum werden die Bildungspolitiker aber nie anerkennen. Deswegen werden wir nicht drum herum kommen, das alt bewährte
Kleinklassensystem eben doch wieder einzuführen. Ich sage deshalb Nein zur Integration, da ich nicht daran glaube, dass wir jemals die Ressourcen dafür bekommen werden, wie Integration eben wirklich
Sinn machen würde.
Dem Team des Schulhauses Allenmoos gebührt Anerkennung. Die Lehrer/innen haben sich zusammengetan und sind mit Courage an die Öffentlichkeit gegangen. Statt zu resignieren und zu vergraulen, haben
sie auf die unbefriedigende Situation ihres Schulalltages aufmerksam gemacht. -
Anfänglich wurden bei uns die Reformbestrebungen von unten während des kalten Krieges von oben abgewürgt. Nun wird die Volksschule seit 10 bis 15 Jahren mit Reformprojekten von oben bombardiert. Zehn
Finger reichen nicht um sie aufzuzählen. Es hat sicherlich gute Ideen darunter. Nicht alles ist aber ausgereift, und der Büroaufwand ist erheblich. Vor allem gibt es aber keine Zeit, um zur Ruhe zu
kommen, um die Änderungen wirken zu lassen und um die Einrichtung Schule zu festigen. Dies ist aber wichtig, damit sich die Lehrkräfte an der Basis wieder aufs Unterrichten und auf die Beziehung zu
den Kindern und Jugendlichen konzentrieren können. Die Erfordernisse seitens der Schüler/innen sind zusätzlich eher gestiegen. Und dies alles bei sinkenden finanziellen Ressourcen. Könnte es sein,
dass die Schule zuerst mal eine Verschnaufpause, ein Moratorium für weitere Veränderungsprojekte braucht? Ich bin auch für eine sorgfältige Erneuerung der Schule, aber bitte lasst die Lehrer/innen
mitwirken.
#104
Herbert Hächler(Freitag, 16 April 2010 09:05)
Die einzigen Bodenschätze der Schweiz sind Bildung und Know-How. Nachhaltigkeit dieser Bodenschätze kann nur durch die Pflege eines optimalen Schulsystems gewährleistet werden.
#103
Susanna ,Mutter(Freitag, 16 April 2010 08:47)
Vielen Dank dass Ihr euch für unsere Kinder engagiert!
Es ist wichtig dass jedes KInd eine gute solide Schulbildung erhält.
Es kann nicht sein dass Privatschulen das abdecken was die Regelschule wegen Sparmassnahmen ect.nicht schafft.
Die Lehrer können ebensowenig Erziehungsfehler ausbügeln.
Bald jeder zweite Knabe wird therapiert, so quer können die Jungs heute gar nicht sein,es gab immer schon unruhige Kinder.
Jeder Betrieb ist nur stark wie er die schwachen mittragen kann.
Es macht wenig Sinn Behinderte zu integrieren, während das ganze Schulsystem am wackeln ist.Die Zukunft unserer Kinder sollte neben einer liebevolle Erziehung mit Grenzen,oberste Priorität sein.Die
Kinder sind die Zukunft unseres Landes.
#102
Katharina Gredig(Freitag, 16 April 2010 06:51)
Vielen Dank für Euer Engagement für die SchülerInnen. Ihr sprecht mir aus dem Herzen!
#101
Isabella Vogt, Mutter und Sozialarbeiterin(Donnerstag, 15 April 2010 23:23)
Herzlichen Dank allen, die diese Aktion ins Leben gerufen haben und sich daran beteiligen! In meiner Arbeit mit gehörlosen und hörbehinderten Menschen erkenne ich die Mängel einer vermeintlichen
Integration von behinderten SchülerInnen in die Regelschulen bereits seit längerer Zeit. Mir sind die Bedürfnisse von gehörlosen oder schwerhörigen SchülerInnen bestens bekannt, durch die bald
10-jährige Tätigkeit in diesem Bereich. In meiner Tätigkeit erlebe ich täglich, welche Folgen diese Integration für die Betroffenen hat. Hautnah erlebe ich anhand von Berichten meiner Tochter oder
von meinen Schulbesuchen, welche Einbussen die SchülerInnen im aktuellen Schulalltag erleiden. Ich stehe 100% hinter dieser Aktion, als Berufsfrau und Mutter. Wenn nötig liefere ich brühwarme
Beispiele, wie meiner Meinung nach auf Kosten der sogenannt "normalen" Volksschul-Kinder, auf Kosten der behinderten Kinder, auf Kosten der Lehrkräfte und auf Kosten der Eltern Sparpolitik betrieben
wird. Die echte Integration findet nach der Schule statt. Im zusätzlichen Stützunterricht, in Mathe- und Sprachnachhilfe, welche in der sogenannten Freizeit der Kinder statt findet und von den Eltern
bezahlt wird. Sie findet beim Schulpsychologen oder im KJPD statt. Das zahlt die Krankenkasse. Sie findet bei der IV, beim RAV, beim Sozialamt oder bei Stiftungen und Fonds statt, die zusätzliche
Bildungskurse und Umschulungen oder andere Mehrfachschlaufen finanzieren. Sie findet in Privatschulen statt, wie Zora es beschrieb.
"Schule im Sinkflug" - so betiteln 35 Lehrpersonen vom Schulhaus Allenmoos in Zürich-Unterstrass ihren Hilfeschrei, den sie am 12. April an die Zürcher Kantonsparlamentarier richteten. Dass sich eine
ganze Lehrerschaft solchermassen mutig exponiert, zeugt vom enormen Druck, unter dem sie ihre Berufstätigkeit ausüben, und von ebensolcher Not.
Ihr Aufruf greift etliche Themen auf, die in den letzten zwei Jahren auch in diesem Forum aufgeschaltet waren. Wie lange dauert es noch, bis die Verantwortlichen zuhören, begreifen, endlich
handeln und den Lehrpersonen wenigstens wieder ermöglichen, zum Horizontalflug überzugehen?
Das Moderatorenteam der iG "Kindgerechte Schule" unterstützt die Initiative des Schulhauses Allenmoos, zumal die Betrebungen in gleicher Richtung laufen. "Networking" ist angesagt.
#99
wütender Lehrer(Donnerstag, 15 April 2010 22:52)
Das ist doch das Problem.. Die da oben glauben, durch die Integration zeigt sich die Schule solidarisch gegenüber allem und jedem. Dass dabei die ganz "normalen" Schüler sowie die Superschüler
untergehen, interessiert niemanden, hauptsache wir integrieren was das Zeug hält. Und austragen muss das ja wohl jedes Schulhaus für sich und wehe man hält sich nicht an die Regeln der schulfernen
Politiker!! Es wird "gespart", nur frage ich mich wie. Diese Integrative Förderung ist reines Geldrausschmeissen und bringt mir persönlich gar nichts, sondern belastet mich auch noch zusätzlich.
Interessiert dies jemanden, solange die Politiker das nach aussen schönreden?
Ich finde es suuuuuper, dass endlich mal ein Schulhaus es wagt, sich aufzulehnen!!! (Obwohl ich keine Ahnung habe, woher ihr die Zeit nehmt, da wir davon ja wohl nicht gerade vorig haben!)
Herzlichsten Dank an das tolle Team!
#98
Claudia Berner(Donnerstag, 15 April 2010 22:36)
Welcher Politiker / Welche Politikerin übernimmt die Verantwortung für die aktuelle Bildungsmisere im Kanton Zürich?
Denn sie wissen nicht immer, was sie tun.
#97
Mauro Pelloni, Primarlehrer(Donnerstag, 15 April 2010 19:17)
Als ehemaliger Allenmoos-Schüler (1957-1963) bin ich natürlich speziell mit dieser Schule verbunden. Es freut mich, dass endlich ein Team den Mut und die Energie hat, die Realität dem Volk vor Augen
zu bringen. Politiker gaukeln den zahlenden Bürgern mit Schlagwörtern wie z.B. "Qualität", "Innovativ", "Herausforderung" eine perfekt organisierte Volksschule vor. Einen Hochglanzprospekt zu
präsentieren ist viel billiger und einfacher als sich für dessen Inhalt wirklich einzusetzen.
Ich hoffe, dass das Beispiel Allenmoos möglichst viele Nachahmer findet.
#96
Hansruedi Hottinger(Donnerstag, 15 April 2010 19:14)
Allenmoos ist überall! Die aktuelle Situation überrascht nicht. Die Schulentwicklung unter Umgehung der Alltagserfahrungen ist zu ideologisch, hat autistische Züge angenommen und wird weit weg von
den Schulhäusern immer noch schön geredet. Irgendwo musste das Fass überlaufen. Dass das Allenmoosteam die Faust nicht im Sack macht, sondern in die Öffentlichkeit und ins Internet streckt, verdient
Anerkennung. Die Aktion überzeugt mich und ich kann dem Team nur gratulieren.
als Mutter von 2 Kindern die die Schule Allenmoos besuchen erlebe ich, Wie engagiert sie sich für das lernen der Kinder einsetzen. Dafür möchte ich mich hiermit einfach mal bedanken!
Ich kann ihre Aktion nur unterstützen!
#94
Nanny Burri(Donnerstag, 15 April 2010 16:10)
Als Mutter eines Kindergartenkindes erlebe ich seit zwei Jahren, dass hochmotivierte und professionelle Lehrpersonen vollen Einsatz leisten im zu reformierenden Schulsystem inklusive Budgetkürzungen
und Bürokratisierung, dass sie zu grosse Klassen haben, zuwenig professionelle Unterstützung kriegen, und somit die Integration die das Schulsystem zum Ziel hat scheitert. Auf Kosten der Kinder – auf
Kosten der Lehrpersonen. Deshalb unterstütze ich die Protestaktion Schule im Sinkflug. Für einen realen Aufwind im Schulbetrieb, der auch Langstreckenflüge generiert!
#93
Schulhausteam Aussersihl, Zürich(Donnerstag, 15 April 2010 16:06)
Liebes Team vom Allenmoos
Ihr habt uns mit eurer Homepage aus dem Herzen gesprochen. Unser ganzes Team (incl. Schulleitung) steht hinter euren Aussagen. Unser aller Ziel ist es, den Kindern eine positive Schulzeit zu
ermöglichen und einen qualitativ wertvollen Unterricht zu bieten, in dem die Kinder gefordert und gefördert werden, damit sie ihre weitere Zukunft mit viel Selbstvertrauen und Freude gestalten
können.
Dazu müssen wir keine neuen Vorschläge mehr vorbringen. Wir können uns euren Ideen und denen, die in den bisherigen Kommentaren aufgeführt sind, anschliessen.
Euer Aufruf hat uns Mut gegeben und wir hoffen, dass viele weitere Aktionen aus Schulhäusern folgen werden.
Bei uns im Team habt ihr gute und intensive Gespräche ausgelöst. Wir wünschen uns, dass wir alle genügend Zeit und Energie aufbringen, aus diesen Diskussionen Aktionen zu starten.
Mit besten Grüssen
Team Primarschule Aussersihl
#92
Clemens Zürcher(Donnerstag, 15 April 2010 14:49)
Herzliche Glückwünsche zur professionell gestalteten Website. Sie ist für mich nicht nur Ausdruck des Protests, sondern auch gleichzeitig Symbol für gelebte Team-Solidarität. Toll finde ich übrigens
auch die Art und Weise, wie der Schulpräsident, Herr Urs Berger, im Brief auf eure Anliegen reagiert. Die engagierten Aussagen im Film werden primär nicht als Äusserungen des Frusts, eher als
Ausdruck eines Hilfeschreis wahrgenommen. Nach mehrmaligem Betrachten des Films bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack zurück: Integration wird vom Lehrkörper über alle Schulstufen gefordert - um
jeden Preis, aber möglichst kostenneutral!?!
Vielleicht kommt mal die Zeit, wo Reformenbrüter selbst im Schulzimmer stehen möchten, um über den Schulalltag besser informiert zu sein...
#91
Schlicht Edith(Donnerstag, 15 April 2010 14:28)
Ich unterstütze Ihre Forderungen, damit ihre Flugis wieder durchstarten, ehe sie flügellahm zum grounding ansetzen müssen. An einigen Anlässen Ihrer Schule, zu denen uns unsere Enkelkinder einluden,
haben wir erlebt, wie kreativ Sie sich zusammen mit den Kindern für die Sache der Schule eingesetzt haben. Auch die jetzige Aktion zeigt es, Ihre Schubkraft ist noch vorhanden. Zeit und Geld müssen
endlich umverteilt werden in die Bildung, damit die Rechnung aufgeht. Es ist höchste Zeit.
#90
Annemarie Ammann, Primarlehrerin(Donnerstag, 15 April 2010 13:27)
Liebes Allenmoosteam
Ihr habt mit euren engagierten Aktivitäten bereits einiges bewegt und bestimmt unzählige Diskussionen wieder belebt, die in den letzten Jahren oft in Ohnmachtsseufzern endeten. Das ist schon viel und
darauf könnt ihr durchaus stolz sein.
Eine kindgerechte Schule ist keine Luxusforderung und ohne griffige Massnahmen bleibt die Schule auf Sinkkurs und vielversprechende Reformen sind gefährdet.
Eure Aktion zeigt in erster Linie auf, dass man die Ressource Lehrperson in den letzten Jahren überstrapaziert hat und dass damit bereits Schaden angerichtet worden ist.
Auch ich habe genug von immer neuen Verpflichtungen ohne Entlastung, von unerfüllbaren Ansprüchen (die Wollmilchsau lässt grüssen) und von Fleissübungen, die den Kindern nichts bringen.
Neue Ressourcen lassen sich nicht einfach aus dem Boden stampfen, aber sie können durch eine vorausschauende und -wie bereits erwähnt- über den Zaun schauende nachhaltige Planung und
verantwortungsbewusstes politisches Handeln aufgebaut werden. Steuergeschenke und Schlupflöcher für die Luxusfraktion (die wahren Schmarotzer) liegen in Zukunft nicht mehr drin.
Alle nachhaltigen Verbesserungen erfordern zusätzliche Investitionen in das Haus des Lernens. Nachhaltig sind diese jedoch nur, wenn die Fachleute, die die Probleme an der Basis kennen, wirklich
einbezogen und ernst genommen werden und zwar bereits beim Entwerfen der Pläne und nicht erst bei kosmetischen Retuschen.
#89
Susanna Rohrer(Donnerstag, 15 April 2010 12:47)
Damit alle Schulkinder wirklich auf "ihre Rechnung" kommen, müssten dringend viiiiel mehr finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. In stark heterogenen Klassen müssten richtigerweise
permanent 2 Lehrpersonen anwesend sein, damit die Integration erfolgreich umgesetzt werden kann. Und nicht bloss 2 - 3 Lektionen/Wo ein SHP oder ein "Quasi"-SHP = LP ohne heilpädagogisches Studium.
Integration wie sie zur Zeit im Kanton Zürich umgesetzt wird scheint mir leider kaum zum Wohle des Kindes zu sein. Was ich sehr, sehr bedauerlich finde:-((( Trotzdem werde ich versuchen, wie viele
andere Kollegen/Innen auch, den Sinkflug nach bestem Wissen und Gewissen aufzufangen und das Beste daraus zu machen. Ich hoffe, dass wir mit vereinten Kräften wieder an Höhe gewinnen.
#88
Meier Miriam, Mutter(Donnerstag, 15 April 2010 11:58)
Das Thema Schule im Sinkflug trifft mich mitten im Alltag mit meinem 10-jährigen Kind. Seit Sommer 2010 ist sie in einer 4. Klasse, und in ihrer sozialen Art hilft sie den schulisch schwächeren, wo
sie nur kann. Integrierte Kleinklassenkinder stören jedoch den Unterricht, da sie zu wenig betreut sind, und Ablenkung und Unruhe sorgen dafür, dass die vorgängig guten Noten im Sinkflug
runterstürzen. Ich erlebe mein Kind als missbraucht von den Sparmassnahmen im Schulsystem. Sie sorgt für Integration, bleibt aber selber auf der Strecke. Nicht alle können auf teure Privatschulen
ausweichen, und das würde ich wenn ich könnte.
#87
Jean-Marc Weber, Vater und Sekundarlehrer(Donnerstag, 15 April 2010 10:50)
Dass die Schule der falsche Ort ist um zu sparen, ist nicht neu. Ebenfalls nicht, dass dadurch Kosten entstehen, die in Zukunft ein Mehrfaches des Eingesparten ausmachen werden. Und wie hiess es doch
jahrzehntelang: Bildung ist unser einziger Rohstoff.
Besonders pikant ist die jetzige Sparrunde allerdings vor dem Hintergrund, dass sie gar nicht nötig wäre, wenn
- entweder die UBS wieder ganz normal Steuern zahlen würde (wovon sie ja "dank" ihrer Verluste auf Jahre hinaus befreit ist)
- oder wenn einige wenige Boni-Empfänger so viel soziales Gewissen hätten, dass sie ihre Boni dem Staat überlassen würden als Investition in eine bessere Zukunft
- oder wenn die Steuerprogression moderat verschärft und nicht durch so genannten "Steuerwettbewerb" und "flat rate" geglättet und so das ganze Steuersystem ad absurdum geführt würde. Warum steht
nicht mehr im Vordergrund, was wir alles dafür BEKOMMEN, dass wir Steuern zahlen?
#86
Hans-Peter Köhli, Zürich(Donnerstag, 15 April 2010 09:49)
Ihre Aktion ist grossartig! Gratulation und Dank!
Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, dass Sie trotz der misslichen Zustände am Ziel der Integration festhalten wollen.
* Die Totalintegration aller Kinder in Normalklassen vermag nur schon aus finanziellen und personellen Gründen nicht zu klappen. Im Endzustand wären derart grosse Geldmittel erforderlich, dass der
Glaube an deren Bewilligung einer Illusion gleichkommt. Ferner ist die nötige Zahl Heilpädagoginnen gemäss Zeitungsbericht auch nicht einmal zur Hälfte vorhanden, und Besserung sei nicht in Sicht.
Das wichtigste Argument jedoch gegen die Integration sind die Kinder selber. Vermehrt stellen Stimmen und Berichte von Fachleuten und Eltern in Abrede, dass sich die Integrierten in normalen Klassen
generell wohler fühlen. Auch da bleiben sie Spezialfälle und in entsprechend ungemütlicher Lage und vermögen ohne dauernde Hilfe nicht zu folgen.
*Negative Auswirkungen auf die Situation der "normalen" Kinder sind unvermeidlich. Der Zeitaufwand für einzelne Schüler fehlt beim ganzen Klassenverband, das Schulniveau wird, siehe Ihr Motto, weiter
sinken und eine Zweiklassengesellschaft entsteht. Finanziell gut gestellte Eltern bezahlen Nachhilfe oder Privatschule, den andern bleibt die Volksschule, Niveau nebensächlich. Damit wird das an sich
edle Ziel der Chancengleichheit ins Gegenteil verkehrt.
*Die Belastung der Lehrkräfte hat längst alle vernünftigen Grenzen gesprengt, viele geben auf. Die Maturanden werden durch die desolaten Zustände ebenfalls abgeschreckt und vermeiden den Schuldienst;
der Lehrermangel wird zunehmen. Eine unterstützende Personalaufstockung wird aber dennoch nicht von allen Lehrpersonen begrüsst; eine junge Klassenlehrerin meinte, sie könnte nicht ständig noch eine
Heilpädagogin mit im Zimmer haben und in ewigen Absprachen ertrinken.
*Die Obrigkeit wird nun weiter beschwichtigen und bagatellisieren. Aber man soll doch endlich Grösse beweisen und zugeben, dass diese versuchte Integration nach ausländischem Muster ein totaler Flop
ist. So unmöglich und rückständig es tönt: Kein anderer Weg wird eine Bruchlandung unseres Schulsystems vermeiden, als die Aufhebung von Kleinklassen unverzüglich zu stoppen oder dort, wo sie in
vorauseilendem Gehorsam bereits liquidiert wurden, wieder einzuführen.
- Ich danke nochmals für Ihre famose Initiative, hoffe, dass Sie mir meinen Einwand nicht übel nehmen und wünsche alles Gute! Trotz momentaner Unzulänglichkeiten bleibt der Umgang mit Kindern und
Jugendlichen, da sind wir uns wohl einig, eine wunderschöne Tätigkeit, und die darf man sich nicht durch weltfremde und sture Behörden vermiesen lassen.
#85
Caponio Ivo Musiklehrer/Musiker(Donnerstag, 15 April 2010 09:42)
Ich finde es sinnvoll mehrere Lehrpersonen bzw. Heilpädagogen bzw. betreuende Personen dort einzusetzen wo bedarf vorhanden ist. Für eine Indivduum orientiertere Bildung.
Anmerkung: Soliadrisieren mit «Schule im Sinkflug» klingt ein bisschen nach: «sinken wir doch gleich alle mit»
Ich würde mit einer positiven bewegung werben!
#84
Irena Lampérth, DaZ-Lehrerin & Mutter(Donnerstag, 15 April 2010 09:02)
Unterstützung zu Beitrag 83
Als Autorin von Beitrag 83 habe ich eine ehemalige Schülerin von mir erkannt, die ich ein paar Wochen lang anlässlich eines Vikariats kennenlernen & begleiten durfte. Ich kann Zoras Aussagen
bestätigen & finde es toll von ihr, dass sie als 15-jährige einen Beitrag verfasst. Es darf nicht sein, dass nicht vermögende Eltern begabter Kinder das Haushaltsbudget derart strapazieren
müssen, nur damit ihre Kinder die Bildung erhalten, die sie verdienen.
#83
Marcel Hänni, Primarlehrer Unterstufe im Schulhaus Allenmoos(Donnerstag, 15 April 2010 03:35)
Ich unterrichte seit 27 Jahren als Primarlehrer - und bin immer noch sehr motiviert. Es ist sehr schön, mit jungen Menschen zu arbeiten, im speziellen mit Kindern, die mit ihrem Humor und ihrer
Spontaneität meinen Arbeitsalltag bereichern...
Ich kritisiere die Personalpolitik ! Seit Jahren haben wir Lehrermangel, aktuell an der Oberstufe. Es ist schlimm, WIE gespart wird - nämlich auf Kosten der Lehrer ! Ich meine nicht nur, dass man uns
oft und über längere Zeit die Lohnstufen und den Teuerungsausgleich geklemmt hat (klar sind da auch viele andere Berufsgruppen betroffen), nein schlimmer ist es:
dass wir uns tagtäglich mit zu grossen Klassen in zu kleinen Räumen abfinden müssen,
dass wir überlastet sind mit administrativen Aufgaben bis hin zu einem fragwürdigen MAB Verfahren und uns mit zuwenig Musse ums Kerngeschäft kümmern können,
dass wir sehr viele Kinder mit speziellen Bedürfnissen in der Klasse haben, und allen gerecht werden sollten,
dass das Image von unserem Beruf sehr leidet und der Beruf auf der Primarstufe kaum mehr von Männern ergriffen und ausgeübt wird,
dass die meisten mir bekannten Lehrpersonen nicht mehr zu 100 Prozent unterrichten,
dass die Schulleitungen überlastet sind und oft nach zwei, drei Jahren aufgeben (Chapeau für Pia Baudet, die den Job viele Jahre geleistet hat)
dass also die Sparmassnahmen des Kantons immer einen Nachteil auf unserem Buckel bedeuten.
Mir graut vor dem nächsten schon angekündeten Sparpaket ! Wie noch mehr Kosten einsparen ? Stellenprozente noch mehr einschränken, sprich noch grössere Klassen ?
Da leidet eben die Qualität unserer Schule - obwohl alle Lehrer in meinem Allenmoos-Team tagtäglich ihr Bestes geben... Man kann die (Reform-)Zitrone nicht unbeschränkt auspressen !
Trotzdem sind wir gewillt uns für unsere Schüler einzusetzen für eine gute Schule. Mit unserer Webseite und unserer Aktion soll aber ein klares Zeichen gesetzt werden. Vielen Dank für alle Statements
von den Personen, die uns unterstützen !
#82
Zora(Mittwoch, 14 April 2010 23:12)
Meine Eltern haben mich in eine Privatschule "gesteckt" - da es in r Volksschule für mich einfach ganz grässlich war. Ich musste mich erklären, weshalb ich Schweizerin bin.
Meine Eltern müssen nun pro Monat 1500.- Franken bezahlen, damit ich in eine Schule gehen kann, wo ich nicht gemobbt, blöd angemacht werde etc. wo ich lernen kann, ohne dass immer irgend wer blöd
tut. Ich bin sehr froh, dass meine Eltern für mich soviel Geld ausgeben, dafür können wir jetzt nicht mehr in die Ferien gehen.
#81
Ina Müller(Mittwoch, 14 April 2010 22:44)
Schon seit Jahrzehnten hat jedes Gymnasium ein Sekretariat, aber die Volksschule muss es ohne können. Bereits bei der Einführung der Teilautonomen Volksschule war es mir ein Rätsel, wie sich der
Verwaltungsaufwand durch Delegieren nach unten plötzlich in Luft auflösen sollte. Jede Reform der letzten Jahrzehnte wurde immer auch zur Sparübung pervertiert, oder war eine reine Ressourcenkürzung
unter dem blossen Deckmantel der Reform. Kürzungen an den Stundentafeln, Erhöhung der Klassengrössen, Lohnkürzungen, Stufenanstieg einfrieren, Kleinklassen aufheben usw. usw. Sicher ist es keine
Lösung, wenn das Schulpersonal das Pensum und das eigene Einkommen kürzt, um nicht gesundheitlichen Schaden an der programmierten Überlastung zu nehmen. Und da hören wir uns so Dinge an wie: Die
Banker müssten hohe Boni kriegen, sonst wanderten sie ab. Lehrerinnen und Lehrer sind viel zu loyal und zu engagiert, um abzuwandern, mit denen kann mans ja eins übers andere Mal machen. Danke,
Allenmoos, dass ihr den Schritt an die Öffentlichkeit gewagt habt. Zu lange war das Politisieren in der Schule verpönt, jetzt muss es dringend sein. Ich hoffe auf einen Schneeballeffekt! Unsere
Schule - Unsere Zukunft!!
#80
Daniel Sutter, Psychologe lic. phil., Bern(Mittwoch, 14 April 2010 22:28)
Als nicht Lehrperson und Aussenstehender kam ich bis vor Kurzem mit der Schulreform und den Umständen der Integration nur über Medienberichte in Kontakt. Diese vermitteln meist ein positives Bild der
Integration, selten bin ich auf kritische Stimmen gestossen. Also hatte ich mir eine gute Meinung über die Veränderungen in der Volksschule gebildet - bis ich plötzlich mit der Realität etwas
direkter in Kontakt kam: Sehr grosse Klassen, darin etliche Kinder, die mit verschiedenen Schwierigkeiten kämpfen; aufgrund Ihrer grossen Anzahl werden diese aber nicht unbedingt integriert, sondern
integrieren eher die anderen, das Klima in der Klasse droht zu kippen. Lehrpersonen unter hoher Arbeitsbelastung, der Heilpädagogin stehen gerade mal 2-3 Wochenstunden pro Klasse zur Verfügung; die
Kinder haben ganz unterschiedliche Bildungsniveaus - man rechne: Wie viele Minuten pro Schulstunde kann sich eine Lehrperson jedem Kind in individualisiertem Unterricht zuwenden bei einer
Klassengrösse von 24 Kindern? Die Schule ist im Sinkflug! Ich hoffe, dass die Medienschaffenden in Zukunft ihre Verantwortung wahrnehmen und objektiv auch über die Probleme der Reformen berichten.
Wie sonst kann sich die Öffentlichkeit ein realistisches Bild der Geschehnisse machen?
Den Lehrkräften des Schulteams Allenmoos möchte ich zu ihrer Aktion und zu ihrem Mut gratulieren. Das Lied von Mani Matter im Video ist bezeichnend - es ist absolut nötig, dass die Piloten, die
offenbar (oder leider) nicht jeden Tag in der Praxis der Schule stehen, zuhören!
Auch ich möchte mich bedanken für die "Eisbrecher-Funktion", die euer Engagement ausgelöst hat - so hoffe ich wenigstens.... Ich ärgere mich auch schon seit Jahren über die nicht durchdachten
Reformen, die dann häufig in der Praxis scheitern. Aber gleichzeitig handelt es sich um ein Problem, das sich in vielen anderen Berufssparten ähnlich stellt und auch (fast)) global abläuft. Wir haben
es mit Technokraten zu tun (auf der Hierarchiestufe weit über der Schule angesiedelt), die nur die intellektuelle Ebene (Statistiken etc.) verstehen, leider aber an der Basis mit ihren Vorgaben
(Reformen, Lehrplänen etc.) viel Schaden anrichten.
Ich hoffe mit dem Allenmoos-Team, dass bald der Zeitpunkt erreicht ist, an dem sich das ganze Schulsystem an einem Wendepunkt zum besseren befindet , denn das bezweckt der Streikaufruf ja ganz
bestimmt.
Mit herzlichen Grüssen aus der echten Basis (Kindergartenstufe)
#78
D.B. Bach(Mittwoch, 14 April 2010 21:06)
Sind nicht auch die vielen fremdsprachigen Kinder, die einen mehr als die anderen, je nach kulturellem Hintergrund, ein kaum zu bewältigendes Problem? Die lernfördernde Disziplin und der Beitrag zur
Gemeinschaft (bzw. Wille zur Integration) fehlen bei vielen unter ihnen bzw. bei ihren Eltern, so dass jeder teils beträchtliche Lehr-Aufwand fast nur noch ein Leerlauf ist. Warum ist diese
lernhinderliche zusätzliche Schwierigkeit ein Tabu in der Lehrerschaft? Warum wird "nur" von den enorm angewachsenen administrativen und organisatorischen Aufgaben und von Lernstörungen gesprochen?
#77
Claudia Früh Fischer(Mittwoch, 14 April 2010 21:00)
Toll, dass ihr die Energie gefunden habt, ein Zeichen zu setzen! Wie bereits schon in einem anderen Kommentar geschrieben wurde: Allenmoos ist überall! Ich hoffe, dass sich nun viele mit euch
solidarisieren, um ein ganz grosses Zeichen zu setzen!
#76
Fredi Meier, Primarlehrer Bülach(Mittwoch, 14 April 2010 17:29)
Liebes Team Allenmoos
Ich gratuliere euch für euer Engagement!
Für mich ist die Integration auch sehr auffälliger Kinder seit Jahren Alltag und ich begrüsse diese Integrationsziele eigentlich sehr.
Da jedoch parallel dazu die Halbklassenlektionen reduziert, die Kinderzahl pro Klasse angehoben, die Lehrpersonen mit Nebenaufgaben vom Unterrichten ferngehalten, die Bezugspersonen an einer Klasse
dank falscher Ausbildungspolitik vervielfacht wurden und zu "guter Letzt" mit der Einführung der Blockzeiten Verhaltensauffällige meist morgens während vier Lektionen in der ganzen Klasse ausharren
und sich gegenseitig auf die Nerven gehen müssen, statt wie bisher nur während zweier Lektionen, ....
.... ist echte Individualisierung und Integration für mich plötzlich wieder zum Wunschziel geworden.
Dieser chaotisch wirkende Satz ist durchaus beabsichtigt. Man reibt sich wirklich die Augen, wie unvernetzt bei uns "reformiert" wurde.
Freut euch auf die nächste Pisa-Studie!
#75
Paul Landolt(Mittwoch, 14 April 2010 16:46)
Im Allenmoos ist was los.
Allenmoos ist überall,
ihr seid kein Einzelfall.
Darum herzlichen Dank für euren Mut, eure Initiative und euer Engagement. Es tut uns allen gut.
Ich wünsche mir einen energiegeladenen Schub - und Energie hat grossen Wert!
#74
Felix Singer(Mittwoch, 14 April 2010 16:28)
Einfach toll! Gratulation zu eurer Idee - dem Film - ein Hoffnungsschimmer in der zürcherischen Bildungslandschaft!
Hoffe, dass wir was bewegen können!
#73
Debora Keller(Mittwoch, 14 April 2010 13:26)
Liebes Team vom Allenmoos, insbesondere
Liebe Pia und lieber Jean-Claude
von Herzen gratuliere ich euch zu eurem Engagement.
Die Situation wie ihr sie erlebt und beschreibt habe ich auch im Kanton Baselland- vorallem auf der ehemaligen Realstufe- so erlebt: Andauerende Umstrukturierungen, teilweise auch durchwegs
sinnvolle, aber neben der normalen Unterrichtzeit blieb einfach zuwenig Zeit, das Sinnvolle vom Sinnlosen zu unterscheiden. Am Schlimmsten empfinde ich die an sich guten Integrationsbestrebungen,
ohne wirklich im vorherein die dazu benötigten Ressourcen zu budgetieren. Und weil Lehrpersonen oft Gutmenschen sind, baden sie alle Planungs- und Organisationspannen und -löcher aus; den
Jugendlichen zuliebe. Am Ende kommt dann die Behörde.die Schulaufsicht und die Öffentlichkeit und meint, es sei ja jetzt gegangen, offenbar brauche es gar nicht mehr Ressourcen...
Deshalb Gratulation, dass ihr euch wehrt!
#72
Pedro Beck(Mittwoch, 14 April 2010 13:22)
Bravo, Goldmedaille für das Allenmoosteam. Hoffentlich kommen viele Steine oder Brocken ins Rollen. Hoffentlich können wir den schon lange andauernden Sinkflug noch in eine positive Richtung drehen.
Oder brauchen wir auch in der Schule ein Grounding?
Ich bin glücklich, dass es noch Lehrpersonen und andere Schulinteressierte gibt, die die Energie, den Mut und die nötige Durchsetzungskraft haben, Aktionen zu starten wie diese tolle
"Sinkflugaktion". Die Lehrpersonen sind halt einfach noch zu gut ausgebildete Piloten und Pilotinnen, so dass viele diesen Sinkflug noch im Griff haben. Die Frage stellt sich: Wie lange noch?
Dank an das Flugteam Air Allenmoos!
#71
Schwarzentruber Patricia(Mittwoch, 14 April 2010 12:36)
Gratulation zu eurer Homepage!!! Es kann so nicht weitergehen, denn die Missstände gehen zu Lasten der Kinder und Lehrpersonen. Unsere Ressourcen neigen sich langsam aber sicher dem Ende entgegen. Es
kann nicht sein, dass Lehrpersonen nur noch aus Überlastung Teilpensen unterrichten oder gar vom Beruf weg gehen, Vikariate sind auch nicht die Lösung, da bleibt die Arbeit am restlichen Team hängen.
Ich drücke euch die Daumen für ein gutes Gelingen!
Merci!
#70
Karl Bolleter(Mittwoch, 14 April 2010 12:19)
Herzliche Gratulation zu Ihrem Engagement und zu Ihrem professionellen Internetauftritt. Ich unterstütze Ihre Hauptanliegen, lehne aber die Forderung nach Sekretariatsstellen für die Schulleitungen
klar ab. Das würde unweigerlich zu einem Ausbau statt Abbau des administrativen Leerlaufs führen! Ich wünschte mit eigenständigere Schulleitungen, die sich getrauen, Prioritäten zu setzen!
#69
Prisca Münzer(Mittwoch, 14 April 2010 09:20)
Das ist super, was ihr macht. Genau diese Missstände haben mich dazu gebracht, nur noch zu vikarisieren. So kann ich mich aufs Schulegeben konzentrieren und verpuffe nicht meine Energie für
Leistungen, die meinen Unterricht schlechter machen.
#68
Dominic Kleiber (noch 4 Monate Klassenlehrer an einer Sek C in Schwamendingen)(Mittwoch, 14 April 2010 09:09)
Danke für euren nicht polternden oder moralisierenden aber persönlichen und ehrlichen Bericht. Ich kann leider ganz hinter euren Aussagen stehen und werde eure Hompage per Mail weiterempfehlen.
#67
Studach Maria(Mittwoch, 14 April 2010 07:52)
Liebes Allenmoos Team
Ich finde es bewundernswert, wie ihr euch- trotz der grossen Arbeitsbelastung- die Zeit genommen habt, um ein eindrückliches Zeichen gegen die aktuelle Schulpolitik zu setzen. Und dann erst noch ein
konstruktives Zeichen, eines, das differenziert die Problemlagen aufzeigt und konkrete Lösungsvorschläge bringt. Ich hoffe sehr, dass euer Aufruf nicht nur gehört wird, sondern auch Wirkung erzielt.
Es wäre zu wünschen, dass auch Personen mit Entscheidungskompetenzen ein offenes Ohr zeigen und sich für eine "bessere" Schule einsetzen.Ich hoffe, dass sich viele Schulhäuser und im pädagogischen
Bereich tätige Personen euch anschliessen werden. Mit einer grossen Solidarität steigt die Chance, etwas erreichen zu können.Ihr habt einen ersten mutigen Schritt gemacht. Danke!
#66
Martin Meier, zukünftiger Schulleiter im Allenmoos(Mittwoch, 14 April 2010 04:07)
Liebes Allenmoos-Team
Ich gratuliere euch zum Engagement mit eurer Aktion in der Öffentlichkeit ein Zeichen zu setzen und exemplarisch für die dringlichen Anliegen der Lehrerschaft Aufmerksamkeit zu schaffen. Die
assoziative Wirkung des Groundings,ausgelöst durch alle im Sinkflug landenden Flieger, ist eine witzige Idee und bleibt mir eindrücklich als bleibendes Bild vor den Augen bestehen! Die bemerkenswerte
und sehr gut vorbereitete Aktion beschäftigt mich beträchtlich mit ihren ernst zu nehmenden inhaltlichen Aussagen.
Ich bin mit meinen Gedanken bei euch.
>Mehr und Näheres dazu erfährt ihr in meiner Mailantwort an PB.
#65
Lydia Sidler(Mittwoch, 14 April 2010 00:32)
Ich bin seit 20 Jahren in der Schule tätig und ich liebe meine Tätigkeit.
Ich bin der Meinung, es braucht einen grundsätzlichen Wechsel. Wir sollten uns abkehren von unserem "Leistungssystem", das sehr von der der Wirtschaft dominiert ist.
Ich wünsche mir eine Schule, in der Kinder und Jugenldiche unterichtet werden unabhängig von ihrem Leistungsniveau. Wir brauchen keine Leistungsniveau in Form von sekundarschule A, B und C. Wir
brauchen eine Schule, die den Judendlichen gerecht werden kann, ohne Einteilung in Elite und Restklasse.
Alle absolvieren die volksschule und ihr Leistungsausweis ist das, was sie erreicht haben; Zielformulierungen und deren Erreichung. Unser Notensystem ist subjektiv, ortsabhängig.
Ich wünsche mir einheitliche Lernziele und die Beurteilung erreicht oder noch nicht erreicht.
Ich wünsche mir eine Schule, die den jungen Mensch mehr ganzheitlich zu erfassen vermag. Und für dieses Ziel sind Noten nur hinderlich.
Wir nötigen unsere Jugend zu "Soldaten", Menschen, die in der Lade sind, brav zu sein und Befehle auszuführen. Wenn sie in die Lehre kommen, sollen sie möglichst schon ausgebildet sein.
Da stimmt doch etwas nicht.
#64
Christine Gerber, Schulsozialarbeiterin(Mittwoch, 14 April 2010 00:16)
Die Kinder, die Schule und die an den Schulen tätigen Personen liegen auch mir am Herzen. Gelingende Zusammenarbeit im Schulteam - über die Professionsgrenzen hinweg - und auch die wichtige
individuelle Zusammenarbeit mit den Eltern brauchen Zeit und Energie. Auch sie muss vorbereitet sein können - und sie muss innerhalb eines vernünftigen Arbeitstages bewältigt werden können. Die
zunehmende Heterogenität (in jeder Hinsicht) innerhalb der Klassen und in unseren Schulhäusern sorgt für einen Bedarfsanstieg, der sich nicht linear, sondern exponentionell entwickelt. All diese
Leistungen sind in einem vertretbaren und der Anstellung entsprechenden Tages- oder Wochenpensum oft nicht mehr möglich. So fühlen sich viele Lehrpersonen trotz Präsenz weiterer Fachleute zu oft
allein und auf sich selber angewiesen. Auch beim innerhalb des Schulbetriebes bald zur Perfektion entwickelten Multitasking gibt es Grenzen: Mehr als eine Sitzung und Besprechung aufs Mal geht
einfach nicht, auch wenn wir das immer wieder versuchen. Es gibt eine Geschichte von einem Waldarbeiter, der mit seinen Werkzeugen immer langsamer vorankommt, weil sie mit der Zeit stumpf geworden
sind. Zeit, sie zu schärfen findet er nicht...
#63
Robert Davatz(Mittwoch, 14 April 2010 00:06)
Sparen bei der Ausbildung unserer Kinder ...?!
Wie viel Geld mussten wir für die Rettung unserer (entschuldigen Sie bitte den Ausdruck) blödsinnig verantwortungslos agierenden Banken ausgeben?
Das Gold dieses Landes liegt weder in der Erde noch in den Tiefen unserer Banken.
Es liegt im Wohlbefinden, der sozialen Kompetenz, der Ausbildung und dem Wissen aller Kinder dieses Lands.
Dies ist nebst der Eltern nur durch motivierte und gute Pädagogen, die ihre Arbeit auch ausführen können, zu erreichen.
Sparen bei der Ausbildung unserer Kinder ?
Was für eine kurzsichtige und bodenlos dumme Politik eines der privilegiertesten Länder dieser Erde!
mit besten Dank und meiner vollsten Unterstützung
Robert Davatz
#62
Edith Loosli(Dienstag, 13 April 2010 23:23)
Seit Monaten steht die Schule im Rampenlicht. Bisher fehlte meine Energie für Leserbriefe. Hier habt ihr , liebes Team Allenmoos , eine optimale Plattform gefunden. Herzlichen Dank !
Mittlerweilen überblicke ich die Institution Schule bald vierzig Jahre. Eines ist sicher: Früher hatten wir Ordnung und die Kinder und Lehrer fühlten sich wohl. Was in keiner Weise heissen soll, dass
ich am Alten festhalten will. Es ist alles gesagt, zu wiederholen ist Zeitverschwendung. Einzig: Jeder Angestellte der Bildungsdirektion sollte mindestens eine Woche lang eine Lehrperson begleiten
von 07.30 Uhr bis 18.30 Uhr und zwar jeden Tag auch am Mittwoch, vielleicht würde das etwas bewegen!?
Seit Jahren äussern sich Lehrer über die Schulmisere. Ich denke an den beeindruckenden Bericht im Tagi-Magazin "Ich wollte ein guter Lehrer sein" oder die vielen vielen Leserbriefe, in denen die
Überfrachtung des Schulalltags der Lehrer durch administrativen Unfug, Reformitis, Sitzungen usw zum Ausdruck gebracht wird, sodass das Wesentliche, die Beziehung zum Kind, zu kurz kommt. Ihr seid
also nicht allein und ich hoffe sehr, dass Ihr eine grosse Solidaritätswelle, vor allem auch von Euren Kolleginnen und Kollegen anderer Schulhäuser erfahrt.
Ich empfehle allen Pädagogen, aber auch Vätern und Müttern - vor allem auch unseren Bildungsdirektorinnen und -direktoren - das Buch von Arthur Brühlmeier "Menschen bilden" Impulse zur Gestaltung des
Bildungswesens nach den Grundsätzen von Johann Heinrich Pestalozzi. (Herausgegeben von der Stiftung "Schule für das Kind", Baden-Verlag)
Zum Schluss wünsche ich Euch viel Durchhaltekraft. Die werdet Ihr brauchen.
#60
Ulrich Seiler(Dienstag, 13 April 2010 21:52)
Wie gut, dass ihr öffentlich über den unzumutbaren Zustand in der Volksschule orientiert! Ich gratuliere euch dazu!
Mit Sorge habe ich in den letzten Jahren beobachtet, wie die Lehrkräfte durch unnötige administrative Pflichten und ungezählte, mehr zeitraubende als gewinnbringende Team-Sitzungen zusehends von
ihren Kernaufgaben abgehalten werden. Leider scheint das ED - seit der Aera Buschor - noch heute der Devise zu huldigen: Nur diejenige Schule sei gut und zeitgemäss, welche laufend umgebaut wird.
Lehrerinnen und Lehrer wissen, dass Kindern nur behutsame Anpassungen an veränderte didaktische Erkenntnisse zugemutet werden kann. Ein entspanntes, konzentriertes, ruhiges, anregendes, individuell
förderndes und forderndes Arbeitsklima in einer Athmosphäre der Geborgenheit ist auch heute weit wichtiger als "sogenannter Fortschritt" in Schul- und Unterrichtsstrukturen.
Bitte, macht weiter so, den Kindern und euch zuliebe!
#59
Eva Preda(Dienstag, 13 April 2010 19:51)
Ganz herzlichen Dank für euren Einsatz und den Mut,die vielen anfallenden Probleme im Zusammenhang mit der Schule und ihren Reformen auf den Tisch zu legen und so auch die Öffentlichkeit darauf
aufmerksam zu machen. Viele Eltern werden noch immer im Glauben gelassen, dass mit der Integration und den vielen anderen Reformen im Schulbetrieb ihre Kinder optimal gefördert werden(9 IF-Stunden
für ca. 70 SchülerInnen einer Quimsschule!)
Ohne eine Senkung der Klassengrösse, einer Erhöhung der Anzahl Förderlektionen und weniger administrativen Aufgaben und Sitzungen werden wir unsere Bildungs- und Erziehungsaufgabe je länger je
weniger zu unserer Zufriedenheit ausführen können!
Viele gute und verantwortungsvolle Lehrkräfte leiden unter der schlechten Atmosphäre in der Schule und suchen sich ein anderes Wirkungsfeld! Das darf so nicht weitergehen...
#58
Urs Loppacher Sekretär VPOD(Dienstag, 13 April 2010 19:27)
Liebe Leute vom Allenmoos
Ich darf euch versichern, dass der VPOD Zürich voll hinter euch und euren Forderungen steht. Diese sind mehr als berechtigt. Auf dem Sekretariat hören wir von vielen Schulen, in denen es ähnlich
aussieht. Oft ist es sogar so, dass die Kolleg/innen sagen, sie seien zu überlastet, um noch irgendetwas zu unternehmen. Sie kündigen, brennen aus, gefährden ihre Gesundheit. Das habt ihr
durchbrochen und dafür müssen wir euch alle danken. Die bisherige Unterschriftenliste zeigt eindrücklich, wie wichtig euer Engagement ist. Wir gratulieren euch zu eurem Mut und unterstützen euch nach
Kräften. Wir werden auch versuchen, sicher zu stellen, dass die Sache weitergeht und die Lehrpersonen im Kanton Zürich einen Weg finden, um wichtige Forderungen in eurem Sinn durchzusetzen und für
die notwendigen Ressourcen zu kämfen - und damit die Schule vorwärts zu bringen, im Sinn der Schülerinnen und Schüler.
#57
Hjördis Mair(Dienstag, 13 April 2010 18:27)
Herzliche Gratulation für euren Mut und eure Klarheit.
Nach acht Jahren IF-Lehrerinnen-Dasein im Schulhaus Nordstrasse verlasse ich diese Aufgabe. Als wir mit dem integrativen Unterricht begangen, hatten wir 16 bis 18 Kinder in der Klasse, davon ca. 6
IF-Kinder. Heute sitzen 24 tolle Kinder in der Klasse. Fast alle haben einen Förderbedarf. Leider ist es mir nicht möglich, meiner Aufgabe gerecht zu werden und die Kinder so zu fördern, wie sie es
brauchen. So besteht meine Arbeit zu oft in Feuerwehraktionen, die mich mit dem Gefühl zurück lassen, keine gute Arbeit zu leisten.Schulische Förderung bei Lernproblemen, Daz-Unterricht für die
Fremdsprachigen, Stärkung der Sozialkompetenzen bei Verhaltensauffälligkeiten, Förderung der Hochbegabten - dies alles ist neben dem fehlen von Nebenräumen nicht zu bewältigen. Meine Forderungen sind
kleinere Klassen und mehr Gruppenräume, neben einer Sekretärin für die Schulleitung.
Danke für eure Initiative!
#56
Daniel Krebs-Stickel(Dienstag, 13 April 2010 14:17)
Die Integration auch von schwachen Schülern finde ich ein gutes und berechtigtes Anliegen. Wenn aber die Bildungspolitiker nur die Gesetze ausarbeiten, ohne sich öffentlich und im täglichen
Politkampf auch für die entsprechenden Rahmenbedingungen zu engagieren, dann stehlen sie sich aus ihrer Verantwortung. Wenn diese Bildungspolitiker (ob gewählt oder angestellt) wie in der Verwaltung
so üblich, den Schwarzen Peter d.h. die Verantwortung anderen Abteilungen zuweisen anstatt sich mit andern Verantwortlichen zusammenzusetzen und die Probleme zu lösen, dann sinkt die Qualität
unweigerlich.
Konkret: Die Steuerungsgruppe Trio-F in der Stadt Zürich wollte nichts gewusst haben, dass das ausgearbeitete Konzept auch räumliche Veränderungen benötigt und wenn schon, dann wäre es die Aufgabe
der Abteilung Immobilienbewirtschaftung, solchen Probleme mit den gewohnt langjährigen Verfahren zu begegnen ...
Meine Bitte: Jede/r kann sich für Zusammenhänge stark machen und das eigene Süppchen auch andern zum Probieren geben!
#55
Evelyn Bischof(Dienstag, 13 April 2010 11:31)
Ich arbeite als Schul. Heilpädagogin In Speicher, bis jetzt eine grosszügige Gemeinde gegenüber der Integration. Befürchte, dass die Zeiten nicht besser, eher schlechter werden.
Bewundere eure Solidarität untereinander. Den Mut für die Werte des Lernens, kindsgerecht, einzustehen finde ich super, hoffe dass ihr auf offene Ohren stösst. Ich bin sehr überzeugt von heterogenen
Klassen, aber die Bedingungen müssen passen, ansonsten zerfällt es zum Billigangebot! wertlose Worthülsen!
Wünsche euch Energie und passende Bedingungen für ein gutes Lernklima
#54
Heidi Mück, Gewerkschaft Erziehung im vpod, Basel(Dienstag, 13 April 2010 10:57)
Liebe Kolleginnen und Kollegen
Eure Aktion vedient Anerkennung und Respekt.
Die Themen, die die Lehrpersonen in Basel bewegen sind gleich, die Forderungen sind ähnlich.
Ich wünsche Euch viel Erfolg!
Ich hoffe sehr dass ihr viel Unterstützung erhaltet.
#52
Regula Spühler(Dienstag, 13 April 2010 08:45)
Wir haben im Ausland das System der Haupt- und Hilfslehrer kennengelernt. Ab 12 Schülern wurde der/die HauptlehrerIn von HilfslehrerInnen entlastet, die z.B. Hausaufgaben korrigierten und konstante
Hilfestellung leisteten - zusätzlich zu Unterstützenden Massnahmen für Integrationsunterricht etc. So gab es kaum soziale Konflikte, die Beziehung zu den Lehrpersonen war intensiv und die Kinder
fühlten sich sehr, sehr wohl.
Nun sind unsere Kinder hin in der Schweiz und erleben diesen Sinkflug voll mit. Ich bin keine Pädagogin und will keine "so könnte man es besser machen"-Tipps geben. Es tut mir einfach leid für unsere
Kinder, die in der Primarschule schon keinen Spass mehr an der Schule haben :-(.
Gerne unterstütze ich Ihre Aktion! So kann es nicht weitergehen.
#51
Andreas Hotz(Dienstag, 13 April 2010 07:58)
Es bleibt nur zu hoffen, dass aus dem Sinkflug kein Crash wird!
#50
Ursula Peter(Dienstag, 13 April 2010 00:58)
Ich kann Franziska Schenkels Kommentar (Nr. 28) voll unterschreiben: Die Beziehung zum Schüler ist das Wichtigste! Wenn zu viele Schüler in einer Klasse sind und die Lehrperson dann noch die Schüler
einer kranken Kollegin betreuen muss, zudem die Hilfe der Heilpädagogin an diesem Tag ausfällt, dann ist das einfach nicht mehr zumutbar, für alle!
Dass die Schule ein Flickwerk ist, empfinde ich auch so: Wie soll man wissen, ob sich etwas bewährt, wenn man gar nicht genug Zeit hat, es auszuprobieren! Immer noch mehr Neues, aber das dann
halbpatzig! Die Lehrpersonen müssten wirklich auf psychologischer und fachlicher Ebene besser bzw. zusaätzlich ausgebildet werden, zB wegen Kindern aus den Kleinklassen.
Gut, dass ihr etwas in Bewegung bringt! Vielleicht nützt es noch bevor alle davonlaufen...
#49
Marianne Wilkins(Dienstag, 13 April 2010 00:30)
Gerne würde ich meine Solidarität mit Ihnen unter Beweis stellen, indem ich Sie als Sekretärin entlasten möchte/könnte. Wer weiss, vielleicht geht dieser Wunsch sogar in Erfüllung?
Ich danke allen, die sich für eine gute Schule und somit für eine bessere Zukunft für unsere Kinder und Jugendlichen einsetzen! Weiter so!
#48
Silvia Kündig SHP(Montag, 12 April 2010 22:35)
Sehr vielseitig ist die Unzufriedenheit. Da der Widersatnd oftmals notwendig ist jedoch auch sehr viel Kraft und Energie frisst, frage ich mich: Gibt es etwas Gemeinsames in Eurer Schule, das zur
Berufszufriedenheit beiträgt und ebenso von den Kindern als gut empfunden wird? Wie wäre es, wenn etwas von dem vielen, das unzufrieden macht, ausgewählt würde und Massnahmen zur Verbesserung
eingeleitet würden und parallel dazu etwas von dem vielen, das zweifelsohne gut läuft und als posotv anerkannt wird, ausgebaut würde durch entsprechende Aktivitäten, eventuelle Massnahmen oder
einfach durch das Hervorheben dessen, was in der heutigen Schule als gut empfunden wird? Das könnte in irgendeiner (künstlerischen) Ausdrucksform geschehen, damit es verinnerlicht wird. ... Nur so
ein Einfall...
#47
Holger Herbst(Montag, 12 April 2010 22:33)
Toll, dass Ihr die Probleme einmal deutlich benennt. Die vielen Reformen, allen voran das Modell der Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, sind ja pädagogisch gesehen recht sinnvoll.
Da sie von den Behörden und der Politik aber primär als Sparmassnahmen eingeführt werden, können sie nicht funktionieren! Und deshalb muss den PolitikerInnen wieder einmal bewusst gemacht werden,
dass Sparen bei der Bildung das fatalste ist für eine funktionierende Gesellschaft und letztlich viel teurer wird, wenn all die daraus folgenden Probleme aufgefangen werden müssen.
#46
Mike Ott(Montag, 12 April 2010 22:31)
Ich unterstütze euer Anliegen voll und ganz. Endlich regt sich Widerstand, vielen Dank für euer Engagement und den Mut! Externe Schulevaluation, bürokratischer neuer Berufsauftrag, MAB, eine halbe
IF-Lehrperson pro hundert Schulkinder... Die Volksschule nimmt arg Schaden durch die vielen unpraktikablen Ideen aufgeblasener Bildungsbürokraten.
Gleichzeitig fehlen brauchbare Lehrmittel, statt dessen wird viel zu viel Geld in wenig hilfreiche Projekte (z.B. teure externe Moderatoren, die die Schulentwicklung mit den Teams durchpauken)
investiert. Ich habe gehört, dass die externe Schulevaluation pro Schulhaus 60'000 - 70'000 Franken kostet!! Möchte lieber nicht wissen, welches Jahresbudget der Fachstelle für Schulbeurteilung zur
Verfügung hat. Würde man doch diese Millionen wieder in den Unterricht zu Gunsten der Kinder einfliessen lassen. Kein Wunder wird das Bildungswesen immer teurer, es findet momentan eine
Resourcenverschleuderung der groben Art statt. Und alle Schulen machen schön brav mit und verfassen ihre Portfolios...
#45
Fabienne Schnyder(Montag, 12 April 2010 21:48)
Grossartig Euer Engagement! Es wird deutlich, dass es hier nicht einfach um ein Jammern geht, sondern, dass uns Lehrpersonen unser Beruf sehr lieb ist, wir uns einsetzen und Verantwortung übernehmen
wollen in der täglichen Arbeit mit den Kindern. Dies können wir aber nur, wenn die Bedingungen es zulassen, wenn wir die nötigen Hilfsmittel und Ressourcen zur Verfügung haben. Integration ist eine
ansprechende Ideologie, darf jedoch keine Sparmassnahme auf Kosten der Kinder und Lehrpersonen sein.
#44
Dorothea Mayer(Montag, 12 April 2010 21:42)
"Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen." (F. Magnani, Journalistin) Super, dass ihr beginnt, etwas in Bewegung zu setzen!!!!
#43
Rhea Scherer(Montag, 12 April 2010 21:34)
Herzliche Gratulation zu eurem Mut. Endlich wird jemand laut und äussert sich offiziell zu den Missständen, die in unseren Schulen herrschen. Meine Sicht: Sekretariate in allen Schulen. Ich bin
Lehrerin geworden um zu unterrichten und nicht um die ganze Administration zu bewältigen!
Gratuliere dem Team Allenmoos für das starke Signal! Auf Seiten der Sonderschulen spürt man, wie Regelschulen und Lehrkräfte unter die Räder der Bildungsromantiker geraten: Immer mehr Anmeldungen!
Integration?
#41
Tatjana Heim(Montag, 12 April 2010 21:15)
Nicht nur das MAB einfrieren, auch die gesamte EVA-Geschichte und noch vielen anderen Papierkram, welcher nur in sehr geringem Mass den Lernenden zu gute kommt. Streicht all die Sesselkleberstellen
in den Verwaltungsämtern und stellt das Geld zur Verfügung um die Pflichtlektionenzahl zu senken!
Der Staat benimmt sich, als ob es Lehrpersonen im Überfluss gäbe; dabei laufen bisher auch sehr engagierte Lehrpersonen unter diesen Bedingungen ihrer Gesundheit zuliebe in Scharen davon, was sehr
verständlich ist. Super, was ihr angepackt habt im Allenmoos - danke und weiter so! Und hoffentlich schliessen sich noch viele andere Schulhäuser an und federn nicht immer noch mehr halbpatzig ab.
Wie wäre es mit einem Streik zum Schuljahresbeginn? Es wäre vielleicht der ideale Zeitpunkt, wenn klar wird, wie viele Klassen ohne Lehrpersonen dastehen...
#40
Karin Wolfensberger(Montag, 12 April 2010 20:49)
Danke für dieses professionelle Statement. Es ist Zeit, dass die brisante und von den Medien allzuoft verniedlichte Situation im Schulalltag ernst genommen und gehört wird.
Ich unterstütze die vom Team genannten Forderungen zu 100%
#39
Johannes Frölicher(Montag, 12 April 2010 20:43)
Die integrative Schule, die nicht über die notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen verfügt droht zu scheitern. Dieses Scheitern bezahlen alle Kinder, die Eltern und auch die Lehrkräfte.
Die mit der NFA einhergehenden Entwicklungen sollten dringend auch wissenschaftlich verfolgt werden.
#38
Sibylle Hindermann(Montag, 12 April 2010 20:34)
Endlich stehen die Lehrer und Lehrerinnen auf und tun sich öffentlich kund! Gratuliere!
Nebst kleineren Klassengrössen fordere ich auch eine Reduktion der Formulare. Für jeden noch so kleinen Entscheid wird ein Papier kreiert, mit der Forderung doppelt und dreifach zu kopieren und an
verschiedenste Stellen weiterzuleiten. Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis mehr zum Auftrag und frisst enorm viel Zeit und Energie, die dann anderswo fehlt. Es herrscht regelrecht eine
Formularhysterie, die letztlich den Schülern keinen Millimeter weiterhilft!
Zum andern zerstört meiner Meinung nach die neue Lehrerausbildung unsern Beruf völlig. Mit dem frei wählbaren Modulsystem werden Lehrer/innen ausgebildet, welche mit ihren Profilen kaum irgendwo
hineinpassen. Stellen zu besetzen wird zu einem Puzzlespiel mit unzumutbaren Folgen. Lehrer/innen müssen nach ihrer Ausbildung Stellen antreten, obwohl ihnen die Ausbildung zu einzelnen Fächern
fehlen. Dann wird verlangt, dass sie nebst Job noch Module nachholen. So hält es kein Neuling lange aus, da er über seine Grenzen hinaus Einsatz zeigen muss, und er wandert nach wenigen Jahren
ab.
Dieses Desaster der neuen Lehrerausbildung war voraussehbar und wie kürzlich im Tages Anzeiger im Zusammenhang mit der Oberstufe nachzulesen. Und nun steht die Chefetage mit offenen Mündern da und
staunt. Eine Lösung sehen sie keine. Die einzige wäre es, wenn ENDLICH neue Gesichter antreten würden.Wir haben dieser "alten" Gilde schon viel zu lange zugeschaut, sie haben schon zuviele Baustellen
eröffnet, aber noch keine fertig gestellt!
#37
Eja Bellmont(Montag, 12 April 2010 20:10)
Sofortmassnahmen:
1. Auftank-Bonus für alle Beteiligten der Schulteams während der Zwischenlandung
2. MAB wird per se eingefroren für mind. 4 Jahre -> generiert neue Ressourcen, etc.
3. Kids brauchen in dieser Unsicherheit noch mehr klare Strukturen, Regeln und Grenzen, um sich zu orientieren und sich sicher zu fühlen.
4. Einen Lachclown engagieren z.B. für die Pause, gibts im Kinderspital...
#36
Annebeth Wilhelm(Montag, 12 April 2010 20:04)
Vielen DAnk dem Allenmoos-Team!! Man kann doch einfach nicht Reform auf Reform durchdrücken ohne die Resourcen bereitzustellen. Aufwand und Ertrag stimmen schon seit einiger Zeit nicht mehr. Ich kann
nicht mehr mit gutem Gewissen in der Klasse stehen, habe darum auch gekündigt.
#35
Ariane V.(Montag, 12 April 2010 19:57)
Nachtrag: Kantonsschule in Zürich
#34
Ariane V.(Montag, 12 April 2010 19:32)
An unserer Schule wurden neue Computer gekauft, obwohl die Alten noch betriebsfähig waren. Aber wir brauch ja unbedingt das neue Betriebssystem.
Setzt euch durch! Weiter so!
#33
Claudia Knecht(Montag, 12 April 2010 18:40)
Als Eltern können wir die Lehrer unterstützen, wehren müssen sie sich selber, denn die Argumente müssen stimmen.Ich wünsche mir ein Moratorium für alle Schulreformen für die nächsten 10 Jahre.
Abschaffen von Unbrauchbarem sollte aber weiterhin erlaubt sein.Ich wünsche mir auch das man den Menschen an der Schulfront wieder mehr zuhört, damit praktische Lösungen gefunden werden. Unsere
Kinder sind die, die uns einmal im Altersheim pflegen. Wenn sie uns dann ähnlich behandeln wie wir sie heute im Klassenzimmer behandeln müssen....!! - Zu wenig Zeit, zu wenig Personal, sozial
verwahrlost, Mobbing, Gewalt - " denn gelernt ist eben gelernt!"
Alles Gute wünsche ich dem Team vom Allenmoos!
#32
Martin Ries(Montag, 12 April 2010 18:38)
Ein riesiger Dank an das Allenmoosteam. Diese Aktion ist sehr wichtig und hinterlässt hoffentlich deutliche Spuren. Zusätzlich zu Euren Forderungen würde ich es auch sehr begrüssen, wenn das
MAB-System hinterfragt würde. Die Zeit, die wir für das Zusammenkopieren bewertungswirksamer Fähigkeiten benötigen, könnten wir gut für wichtigere Arbeiten zu Gunsten unserer Schülerinnen und Schüler
einsetzen. Ich denke, Mitarbeitergespräche und regelmässige, auch unangemeldete Besuche bringen mehr - bei weniger Aufwand für uns Lehrpersonen.
#31
Monika Müller(Montag, 12 April 2010 18:31)
Super eure Aktion!!! Toll ist es, wenn noch mehr Eltern ihre Solidarität zeigen könnten; ich denke, ihr Beitrag hätte ein weiteres grosses Gewicht.
Herzlichen Dank für euren Einsatz.
#30
Stephan Billeter(Montag, 12 April 2010 18:26)
Endlich ein Team, welches sich zu wehren beginnt! Tragt euer Anliegen an die breite Öffentlichkeit, sucht die Medien. Ich hoffe, es wird euch Gehör verschafft.
Ich wünsche euch dabei Mut, Durchhaltewillen und letztendlich Erfolg bei euren Anliegen, welche ich ideologisch zu 100% unterstützen kann!
#29
Cécile Flores(Montag, 12 April 2010 18:23)
Sehr mutig, danke!
#28
Franziska Schenkel(Montag, 12 April 2010 18:08)
Danke für eure mutige Aktion.
Meine Forderungen lauten: Kleinere Klassen, damit ich mich den Kindern wirklich zuwenden kann.
Lernen geht über die Beziehung zum Lehrer und nicht ohne Lehrer, wie es in den individualisierenden Lernformen verlangt wird.
Lehrer bräuchten dringend vertieftere Ausbildung in Psychologie und pädagogischer Psychologie,damit sie die psychischen Defizite, die die Kinder in den Unterricht hineintragen und das Lernen stören,
auffangen können.
Leider besteht die ganze Schule nur aus einem Flickwerk, da unsere Politiker schnelle Erfolge sehen wollen, wie sie es aus der Wirtschaft gewohnt sind. Leider ist der Mensch keine Ware.
#27
Ursi Urech(Montag, 12 April 2010 17:24)
Liebe KollegInnen
Ich unterstütze eure Aktion voll und ganz. Ich wünsche euch viel Kraft und langen Durchhaltewille.
Wäre nicht auch eine Möglichkeit, den administrativen Aufwand massiv zu reduzieren oder ganz zu verweigern solange, bis eure Forderungen erfüllt, d.h. genügend Zeit und Lehrkräfte vorhanden sind, um
alle Aufgaben erledigen zu können?
Solidarische Grüsse
Ursi Urech
#26
Claudia Born(Montag, 12 April 2010 17:12)
Herzlichen Dank für euren Einsatz.
Die Forderung nach kleineren Klassen und mehr Unterstützung für die integrierten Schüler-/innen finde ich sehr wichtig. Trotz eines Unterrichts auf verschiedenen Niveaus kommen die Kinder einer
heterogenen Klasse (mit 23 Schülern und integrierten Kleinklassenschülern)zu kurz. Jedes Kinder hat ein Recht auf eine gute Bildung und wir müssen in das Fundament ihres Wissens investieren. Die
Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. In kleineren Klassen profitiert jeder Schüler viel stärker, er erhält mehr Unterstützung und kann sich selber mehr einbringen.
#25
Hanspeter Heer(Montag, 12 April 2010 17:10)
Euere Protestaktion ist ein sehr engagierter Ausdruck für viele Missstände an unserer Volksschule. Ich begrüsse es, dass die Arbeits- und Lernbedingungen an unseren Schulen öffentlich thematisiert
werden!
#24
Manuela Wolfer(Montag, 12 April 2010 17:01)
Herzlichen Dank für euere Arbeit...
Die PHZH gehört auch hinterfragt. Ausbildung von Fachlehrpersonen (Zu viele LP unterrichten an einer Klasse), viele Kinder brauchen einen Klassenlehrer, der sie in möglichst vielen Fächer
unterrichtet. Hoch akademisiert... fernab jeglicher Realität...
#23
Fabian Ruoss(Montag, 12 April 2010 16:10)
Grosses Kino, euer Projekt. Professionell gemacht, öffentlichkeitswirksam und doch ehrlich und aus der Basis heraus. Ganz herzlichen Dank!
#22
Pilar Herrmann(Montag, 12 April 2010 15:56)
Eure Forderung nach kleineren Klassen ist mir die Wichtigste. Gerne verweise ich auf die alte Forderung von Jürg Jegge, dass sich durch kleine Klassen, mit möglichst wenig verschiedenen Lehrpersonen,
viele Probleme schon gar nicht entstehen. In kleinen Klassen können starke Beziehungen aufgebaut und im Alltag gelebt werden. Integration verlangt nach einer hohen Verbindlichkeit. Um Verbindlichkeit
herzustellen braucht es Zeit. Um zu lernen (= sich zu verändern) braucht es Zeit. Um neue Verbindungen (neuronale und Andere) aufzubauen braucht es Zeit. Mit 27 Schülern/Innen hat der
Klassenlehrer/Fachlehrer keine Chance diese nötige Verbundenheit, die Zeit braucht, aufzubauen. Integration ist ohne Verbindung nicht machbar. Verbindung wird durch direkten Kontakt hergestellt.
Wackelt der Kontakt gibt es Wackelkontakt:( Die Frage ist demnach nicht mehr ob wir falsch verbunden sind, sondern ob wir in den gegebenen Strukturen überhaupt noch miteinander verbunden sind. Eine
Gemeinschaft entsteht durch Verbundensein und durch Vertrauen. Dies unterscheidet sie von sogenannten Netzwerken. Wir Menschen brauchen keine Netzwerke wir brauchen Gemeinschaften! Dies bedingt aber
kleinere Klassen. Dann haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um unsere Kinder verbindlich zu begleiten, damit sie zu autonomen Persönlichkeiten werden, die füreinander und miteinander da sind, um
wiederum eine tragfähige Gemeinschaft zu bilden. Die auch die schwächeren verbindlich stützt. Deshalb fordere ich zusammen mit diesen mutigen Lehrer und Lehrerinnen kleinere Klassen!
#21
Beat Bürki(Montag, 12 April 2010 15:52)
Grossen Dank für eure Arbeit, Film, Öffentlichkeitarbeit, etc...
auch diese frisst ja wieder Zeit und Energie - von eurer Freizeit!
#20
Eliane Bär(Montag, 12 April 2010 14:47)
Ich gratuliere euch zu eurem Mut und eurem Einsatz. Besten Dank! Was ihr da im Film erzählt, entspricht auch meinen Erfahrungen. Ich wünschte mir, statt all den vielen verschiedenen Therapeutinnen,
an jede Klasse zwei Lehrpersonen, die sich verstehen und die sich in ihren Fähigkeiten und Ausbildungen ergänzen und die dann zusammen die Klasse führen.
#19
Lis Artho(Montag, 12 April 2010 14:21)
Ich finde eure Aktion grossartig und möchte mich, als werdende Mutter, dafür bedanken, dass ihr euch dafür einsetzt, dass auch meine Kinder eine gute Schulbildung erhalten sollen!
#18
Michael Uebelhart(Montag, 12 April 2010 13:51)
Kürzlich habe ich mich mit finnischen Berufsleuten und Familienväter über Schulsysteme unterhalten: Als diese vor einigen Jahren aus beruflichen Gründen nach Zürich zügelten, seien sie bei der
Einschulung ihrer Kinder mächtig erschrocken. Sie hätten sich nie ausmalen können, dass unser Schulsystem dermassen wenig auf die Bedürfnisse von Familien und die Gesellschaftlichen Gegebenheiten
ausgerichtet sei. Diese Familien ziehen jetzt auch deswegen wieder zurück nach Finnland.
#17
Maja Baumgartner(Montag, 12 April 2010 13:48)
Vielen Dank für euere Aktion. Unbedingt soll sie bereits beim Ausfüllen des Stundenplans für nächstes Schuljahr Erleichterung bringen.
#16
Urs Georg Allemann(Montag, 12 April 2010 13:44)
Es kann doch nicht sein, dass Politik und Wirtschaft und die an ihrer Leine zappelnden Bildungstheoretiker bestimmen, was und wie die Kinder und Jugendlichen lernen. Diese sind nun einmal - entgegen
dem gängigen Sprachgebrauch - kein Rohstoff, den man im Hinblick auf seine spätere Verwendung in der Wirtschaft ausbeutet, sondern Menschen, welche später einmal unsere Gesellschaft, auch die
Wirtschaft, gestalten werden und sollen. Den Lehrern gehört die weitestgehende Autonomie zugesprochen, über Lehrplan, Lehrformen, usw. zu befinden, denn sie sind diejenigen, welche wahrnehmen, was
die Schüler/innen brauchen und was ihnen zugemutet werden kann. Was kann im jetzigen System wohl nur mittels einer Volksinitiative erreicht werden kann.
#15
Esther Clavadetscher(Montag, 12 April 2010 13:36)
Primarlehrerin
Super das Ihr etwas macht. Ich finde es schade, dass ich oftmals viel zu wenig Zeit habe, mich den Kindern zu widmen. Oft brauchen dieselben Kinder meine ganze Aufmerksamkeit und wo bleiben die
anderen. Und wo bleiben die angemessenen Lehrmittel, mit dennen man individualisieren und integrieren kann. Warum hat man nicht in Skandinavien für die Schulreform abgeschaut. Das finde ich sehr
schade, vieles hätte man von Anfang an besser machen können ohne dass viele Menschen darunter leiden müssten!
Unsere Kinder sind doch bekanntlich unsere Zukunft, sollten wir nicht gerade deswegen voll in die Schule investieren. Ein paar Staatsschulden mehr kommt wohl nicht mehr darauf an, wir werden sie
sowieso nicht mehr zurück zahlen!!
#14
Sène Cornelia(Montag, 12 April 2010 13:30)
Liebes Team Allenmoos
Vielen Dank für diese Protestaktion und den engagierten Einsatz für die Bildung der Kinder. Zusammen sind wir stark!
#13
Béatrice Gasser(Montag, 12 April 2010 13:25)
Unser Sohn geht seit dem Sommer 2009 in die gemischte 1.Klasse. Das Schulhaus Allenmoos war von Anfang an unser favorisiertes Schulhaus. Wir haben mit unserem Aeltesten schlechte Erfahrungen in einem
anderen Schulhaus gemacht, wo Gewalt und Ausgrenzung dominieren.
Die Atmospäre im Allenmoos ist gewaltfrei und sehr sozial. Es ist vorbildlich und sinnvoll, dass die Schulleitung und Lehrpersonen sich frühzeitig engagieren damit die Situation nicht aus dem Ruder
läuft. Das Schulhaus Allenmoos geniesst einen tadellosen Ruf und soll diesen auch weiterhin behalten auch wenn mit der Schulleiterin Frau Baudet eine ganz prägende Person die Spitze verlässt.
Wir als Eltern stehen voll und ganz hinter dem Allenmoos-Team und bedanken uns an dieser Stelle für sein Engagement und den Mut an die Oeffentlichkeit zu gehen.
#12
Mazhuancherry Samantha(Montag, 12 April 2010 13:19)
Vielen Dank für euren Einsatz!
#11
Sibyl Wäckerlin(Montag, 12 April 2010 13:01)
Liebes Team Allenmos
Danke und jawollll! Ihr sprecht mir aus dem Herzen.Könnte hier seitenweise schreiben, habe aber leider keine Zeit, da ich in die Bibliothek muss...
PS: Lieber Gruss an J.C.Baudet
#10
Judith Hug(Montag, 12 April 2010 10:54)
80% Belegschaft in der PH, 20% treten nachher gar nicht als Lehrkraft an; JunglehrerInnen verlassen nach 3-4 Jahren den Lehrerberuf; SchülerInnen werden nicht richtig betreut,
Sparmassnahmen auf Kosten der Zukunft!!
#9
HP Hotz(Montag, 12 April 2010 09:35)
Man sieht, diese Schule fährt auf den Felgen. Das reicht wohl nur noch für die Fahrt auf den Schrottplatz. Schade für die engagierten, wertvollen Menschen!
#8
Dominique Chassot(Montag, 12 April 2010 09:12)
Liebes Team Allenmoos
VIELEN DANK!
Seit 6 Jahren arbeite ich in der Stadt als Primarlehrerin und sprach schon oft davon, dass endlich mal etwas passieren muss. Ich finde es unglaublich toll, dass ihr als Team so etwas auf die Beine
gestellt habt. Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass diese Aktion Erfolg haben wird und dass wir endlich zu besseren Arbeitsbedingungen kommen!
#7
Sandra Zanetti(Montag, 12 April 2010 08:44)
Ich bin Logopädin und sehe wie im Schulhaus die engagierten Lehrerinnen nach und nach kündigen. Das kann es doch nicht sein!!!
An unserer Schule sind die Verhältnisse zum Glück noch nicht so schlimm wie im Schulhaus Allenmoos. Aber wie überall an der Zürcher Volksschule besteht auch bei uns ein immer grösserer Teil der
Arbeit darin, zuhanden der Administration tote Bäume zu bedrucken. Wo die Zeit abgeht, die in den dauernden Verschriftlichungswahnsinn hineingesteckt wird, ist ja klar…
#5
Ursula Allimann(Freitag, 09 April 2010 09:47)
Als ehemalige Sekretärin in einer Kreisschulpflege kenne ich die administrativen Arbeiten, die nötig sind, damit ein Schulbetrieb gut laufen kann. Ich bedaure die Schulleitungen, die diese
Administration seit einigen Jahren nun selber erledigen müssen. Sie könnten entlastet werden, indem man in den einzelnen Schulhäusern Sekretariate einrichtet. - Wenn ich als Schülerin in einem
Klassenverband von gleichzeitig 1.- bis 3.-Klässlern lernen müsste, wäre ich (aus lauter Neugier) dauernd abgelenkt... Die individuelle Betreuung der SchülerInnen kommt eindeutig zu kurz. - Ich
plädiere ebenfalls für kleinere Klassen (max. 20!!!). - Kreisschulpräs. sollten Managerqualitäten mitbringen und nicht politisch gewählt werden...
Viel Glück den Initianten und Gratulation für ihren Mut!
#4
Claudio Muratore(Donnerstag, 08 April 2010 21:19)
Ich erlebe seit bald 3 Jahren wie eine Lehrperson arbeitet. War früher auch mit dem Vorurteil behaftet "Lehrer sind faul und haben 14 Wochen Ferien" ... mittlerweile bin ich der Meinung, dass der
Lehrerjob kein Zuckerschlecken ist und ich das nie als Beruf ausüben könnte ... Chapeau!!!
Als Vater von 2 Töchtern sag ich: Gute Aktion!!! Hoffe nur, dass die Politik das auch so aufnimmt!
#3
Jan Berli(Montag, 05 April 2010 14:20)
Ihr geniesst meine volle Unterstützung! Was im Zuge der Volksschul-Reform von den Lehr- und Betreuungspersonen erwartet wird, erscheint erschreckend realitätsfremd.
Die Bildung ist die Ressource der Ressourcen, wer bei der Bildung spart, hat selber zu wenig genossen...
Ich durfte einen Schulbesuch im Schulhaus Allenmoos machen. Da wurde mir so richtig bewusst, wie wichtig Aufgaben der Lehrpersonen heute sind. Darum unterstütze ich dieses Projekt und stehe hinter
dieser Aktion!
#1
Corine Löffel(Donnerstag, 25 Februar 2010 17:16)
Gut, dass sich jemand wehrt. So kann es nicht weitergehen. Die Politik muss JETZT handeln!!! Danke für euer Engagement!
Manifest zur Lehrerbildung - Administrator (Mittwoch, 06 April 2011 20:34)
Das Forum "Kindgerechte Schule" befasst sich nach einer Veranstaltung (18. Jan. 2011) zum Thema "Lehrerbildung" weiterhin mit den Fragen, wie diese Lehrerbildung denn gestaltet sein müsste, damit die neu ausgebildeten Lehrpersonen im Schulalltag Erfolg haben können, den gestellten Aufgaben gerecht werden können und es nicht zu frühzeitigen Abgängen aus dem Beruf kommt.
Das Forum hat am 1. April unter dem Titel "Manifest zur Lehrerbildung" eine Unterschriftenaktion gestartet und lädt alle mit Schulfragen betrauten Personen ein, das Manifest zu unterschreiben.
Adminilstrator KH. Kublöi (Mittwoch, 06 April 2011 20:32)
Das Forum "Kindgerechte Schule" befasst sich nach einer Veranstaltung (18. Jan. 2011) zum Thema "Lehrerbildung" weiterhin mit den Fragen, wie diese Lehrerbildung denn gestaltet sein müsste, damit die neu ausgebildeten Lehrpersonen im Schulalltag Erfolg haben können, den gestellten Aufgaben gerecht werden können und es nicht zu frühzeitigen Abgängen aus dem Beruf kommt.
Das Forum hat am 1. April unter dem Titel "Manifest zur Lehrerbildung" eine Unterschriftenaktion gestartet und lädt alle mit Schulfragen betrauten Personen ein, das Manifest zu unterschreiben.
silvia g (Samstag, 26 März 2011 14:27)
Seit 1998 bin ich als Lehrerin tätig, seit dem Herbst unterrichte ich eine 1. Klasse, zum ersten Mal im Kanton Zürich. Ich bin entsetzt über den Zustand des Bildungssystems der Stadt Zürich, die innerhalb der Schweiz eine Vorreiterrolle übernehmen soll!
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Im Vergleich bspw. zum Kt. St.Gallen sehe ich in Zürich:
- eine unverhältnismässige Bürokratie (mit ca. 2 zusätzlichen Ebenen, vgl. mit dem Kt. SG)
- massiv kleinere Klassenbudgets
- sehr eingeschränkte Möglichkeiten (finanziell!), auf ausserordentliche Schulsituationen zu reagieren
- tiefere Lehrerlöhne trotz höheren Lebenskosten
Es ist so, dass ich sehr wohl bereit bin, die Schule zum Besseren zu verändern, sonst wär ich ja nicht hier drin (@Ronnai).
Es ist auch so, dass ich Reformen (zB. das integrative Schulmodell, das m.E. für einen grossen Teil lehrerlicher Unzufriedenheit veranwortlich ist) ideell unterstütze. BLOSS: Die praktische Umsetzung der hehren politisch-pädagogischen Ziele scheint mir, mit Verlaub, hier in Zürich ziemlich desaströs.
Wer Veränderungen fordert (Eltern und Bürger wie Herr Ronnai), dem neuen integrativen Bildungsgesetz zugestimmt hat und sein Kind mit allen Mitteln individuell gefördert sehen will, muss wissen: Qualität hat ihren Preis!
ES GEHT NICHT AN, DER SCHULE MEHR UND MEHR ERZIEHUNGSAUFGABEN ZUZUWEISEN UND GLEICHZEITIG DIE BUDGETS ZU KÜRZEN!
(s. aktuelle Debatte im Zürcher Gemeinderat)
Darum fordere ich:
* eine praxisorientierte Umsetzung des integrativen Schulmodells
* die Aufstockung der Budgets für die Volksschule
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Richard Baumann (Donnerstag, 23 Dezember 2010 09:16)
Das "Wohl des Kindes"
Jeder Bildungspolitiker behauptet, dem "Wohl des Kindes" zu dienen. Sind aber die Schulreformen wirklich zum Wohl des Kindes? In erster Linie sind sie ideologisch und politisch motiviert - an Weisheit fehlt es.
Was ist schlecht an den Schulreformen? Zum Beispiel, dass die Lehrmittel, die zum Einsatz kommen, Kindern keine geistig-seelische Nahrung bieten. Wo aber der Seele Steine oder vielleicht Schleckwaren statt Brot und Gemüse gereicht werden, veranlagt man seelischen Hunger: Sucht.
Die Dinge sind nicht so harmlos und edel, wie gewisse Politiker sie darstellen!
VPOD Zürich Lehrberufe (Dienstag, 14 Dezember 2010 20:04)
Liebe Kolleginnen und Kollegen
liebe Unterstützende
Der VPOD ist den Sinkflüglern dankbar, dass der grosse Teil das Rad nicht zurückdrehen will, dass als richtig erkannte grundlegende Reformschritte wie Integration etc. nicht wieder abgeschafft werden sollen, wie das starke konservative Kräfte gerne hätten. Richtig ist aber auch, aufzuzeigen, dass diese wichtigen Schritte ohne genügende Ressourcen die Lehrpersonen und das ganze System Volksschule extrem belasten und überfordern. Es darf nicht so weit kommen, dass diejenigen, die nie Integration wollten, triumphierend sagen können, sie hätten ja schon immer gewusst, dass es nicht gehe. Wenn nun die Lehrpersonen (Sinkflügler und andere, z.B. die Mitglieder der Lehrpersonalverbände) zusätzliche Ressourcen einfordern, mutig, mit aufrechtem Gang, mit oder ohne Streikmassnahmen, dann ist das letztlich im Interesse der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern. Die Resultate der Personalversammlungen (keineswegs Streiks) vom 24. November, zu denen die Personalverbände ZLV, SekZH und VPOD aufgerufen hatten und die von über 4000 Lehrpersonen aus über 300 Schulen befolgt wurden, zeigen auf, dass weitere Schritte zur Durchsetzung von Entlastungen dringend nötig sind. Sehr viele Eltern unterstützen die Lehrpersonen in diesen Bestrebungen, weil sie miterleben, wie engagiert die allermeisten für ihre Kinder arbeiten. Mit den besten Wünschen und Dank für euer Engagement.
Urs Loppacher, Regionalsekretär VPOD Zürich
Schule im Sinkflug (Dienstag, 23 November 2010 21:10)
Grundsätzlich ist zu sagen: Mit dem Aufruf zur Personalversammlung hat die Aktion Schule im Sinkflug nichts zu tun.
Wir haben nicht zum Streik aufgerufen und haben dies auch in näherer Zukunft nicht vor.
Zum Kommentar von René Baron: Wir danken fürs Verständnis für die Tatsache, dass die Volksschule Zeit braucht, um die Entwicklung der letzten Jahre zu hinterfragen. Wie gesagt haben wir aber nicht zum Streik aufgerufen.
Zum Kommentar von Andreas Ronnai:
Zu den plakativen Ausrufen am Schluss müssen wir wohl keine Stellung nehmen. Dennoch möchten wir darauf hinweisen, dass wir sehr wohl konkrete Forderungen stellen:
Um den Kindern wieder gerecht werden zu können, brauchen wir Folgendes:
* deutlich mehr Stellenprozente pro Klasse für Unterricht, Lernförderung und Sozialarbeit
* Lehrmittel und Räume, die dem Anspruch des individualisierenden Unterrichts gerecht werden
* Nur Reformen, die sorgfältig geplant, eingeführt, begleitet und ausgewertet werden
* Abbau und Professionalisierung der Administration
Weiterhin recht herzlichen Dank an alle, die sich mit der Aktion Schule im Sinkflug zum Wohle der Kinder solidarisieren und die Diskussion im Schwung halten.
René Baron (Dienstag, 23 November 2010 20:11)
Also von mir aus können sich Lehrbeauftragte soviel Zeit nehmen wie sie halt brauchen um diese Probleme zu lösen oder das Rad im Worst Case halt auch wieder zum Alten zurückzudrehen. 6 Statt 5 Wochen Sommerferien und etliche zusätzliche Freitage um Reformen umzusetzen hatten wir Eltern ja auch schon oft ohne Murren zur Kenntnis genommen und würden das wohl auch weiterhin tun.
Was ich aber absolut nicht möchte, ist, dass unsere Kinder nun an eine Schule gehen, in welcher öffentlich gejammert, protestiert und gestreikt wird. Protest und Streik hatten im Endeffekt noch nie Wirkung, können dafür aber noch lange das Image unserer Kinder schädigen - oder welcher Lehrmeister will denn schon ein Kind aus einer Problemschule?...
Auch wenn es nicht so dramatisch kommt sind Streik und Protest unseren Kindern äusserst schlechte Vorbilder, wie Herausforderungen angegangen und bewältigt werden sollten.
Fazit:
Die ganz Initiative hier in Ehren. Aber wenn auf dem Buckel unserer Kinder gestreikt wird, kann und will ich diese Aktionen beim besten Willen nicht mehr gut heissen, denn so gut das alles ursprünglich gemeint war, mit Protest und Streik läuft dieses Unternehmen Gefahr sämtlichen Goodwill zu verspielen, wenn die Befindlichkeit von Lehrbeauftragten und deren zu nichts als Aerger führende, unquualifizierten Schreibedürfnisse über die Zukunftschancen unserer Kinder gestellt werden.
Andreas Ronnai (Dienstag, 23 November 2010 18:32)
Am 24.11.2010 streiken die Lehrer unserer Kinder. Dieser Streik wird, abgesehen vom Goodwill der Eltern, überhaupt nichts ändern. Die Einzigen welche davon betroffen sind, sind Schüler und Eltern.
Auf der anderen Seite höhren wir viel Gejammer, erhalten aber keinen einzigen, konkreten Vorschlag, wie denn die Ursachen dieser Probleme KONKRET angegangen werden könnten, und es scheint fast so, als wären Lehrer angesichts neuer Herausforderungen einfach nicht in der Lage, selber zu denken, geschweige denn zu handlen.
Streik heisst ja nur, dass man zu faul oder unfähig ist Probleme selber lösen zu können, und man deshalb die Aufgabe, sich den uns allen gegegenen Veränderungen anpassen zu wollen, einfach wieder mal nach oben abschiebt, anstatt, wie in jeder andere Branche auch, sich mit den neuen Herausforderungen einmal konstruktiv und eigenverantwortlich auseinanderzusetzen.
Super, Lehrer, die ganze Welt verändert sich, nur ihr habt immer noch das Gefühl ihr müsstet hier keinen Beitrag leisten. GAAAANZ toll!! wirklich!!
Jan Hudec (Mittwoch, 17 November 2010 12:33)
Respekt vor Euerem Mut und Engagement!
Leider sind wir in unserem Lande bereits so weit, dass es Mut braucht, ein demokratisches Grundrecht -freie Meinungsäusserung und Initiative- für sich in Anspruch zu nehmen. Die Reaktionen zeigen, dass es Kreise gibt, die versuchen solche Gruppen auszugrenzen, sogenannt unpouläre Meinungen gar nicht hörbar zu machen - ist dies Demokratie? Wo sind die Zeiten, als die Lehrkräfte ihre Energie noch hauptsächlich für die Kinder verwenden konnten?
Danke für Euere Initiative!!!
J. Hudec
Kathrin Vogel, Sekundarlehrerin, Zürich (Freitag, 12 November 2010 09:40)
Danke für euer Engagement!
johana (Donnerstag, 11 November 2010 20:43)
Ich selbst habe diesen Sommer die Schule beendet habe gesehen wie schlecht es den neuen 1.Klässlern gegangen ist wegen dem ständigen Lehrer wechsel. Mein Klassen Lehrer lies sich Pansionieren, weil er nicht einverstanden ist mit dem neuen Schulsystem und es ersetzt ihn ein Leherer, den wir als Aushilfe hatten. Er ist der schlechteste und dümmste Lehrer den ich je gesehen habe. Wenn ich ihn wegen einer Aufgabe gefragt habe hat er immer zuerst die anderen Schüler gefragt und dann einfach die Anwort vorgelesen. Wen ich fragte wiso die antwort so sei las er immer die Antwort wieder nach. Einmal bin ich nach Schulschluss zu ihm gegangen um ihn nochmals zu fragen weil seine Anworten immer gleich waren und er sagte mir 'nein das sag ich dir jetzt nicht nei kannst es nächstes mal fragen ' ich wusste genau das er zu feige war zuzugeben dass er die antwort nicht wusste.
ich kann mich nicht an eine kluge Antwort von ihm erinnern und der ist Seit diesem Sommer unbefristet angestellt?!
Meine kleine Schwester wird in den nästen Jahren wahrscheinlich in seine Klasse eingeteilt. ich werde das nicht zulassen.
Edita Gmür (Dienstag, 26 Oktober 2010 13:32)
Ich wünsche euch allen viel Erfolg bei der Landung. Hoffentlich überstehen alle die Bruchlandung.
Vor drei Jahren, als sich den Sinkflug in meiner Schule bemerkbar machte, habe ich den Fallschirm genommen und bin abgesprungen. Diesen Sprung in ein neues Gebiet habe ich bis heute nicht bereut.
Wer weiss, vielleicht steige ich ja auch wieder an Board. Aber erst nach dem Grounding. So in 10 bis 15 Jahren?
admin (Donnerstag, 02 September 2010 00:57)
Auf den heutigen 1. September hat das Forum "Kindgerechte Schule" mit den beiden Themen "Lehrermangel" und "Lehrerbildung" seine "Tore wieder geöffnet". Alle sind eingeladen zum Mitdiskutieren.
Gleichzeitig wird eine Umfrage zur "idealen Lehrerpersönlichkeit" durchgeführt.
<a href="http://www.kindgerechte-schule.ch/v0910/admin09/frm_umfr_lehrerpers.html">Umfrage</a>
von Ow - Senn Charlotte (Samstag, 21 August 2010 10:06)
Unser Sohn hat eine sehr schlimme "Schulkarrière" in der öffentlichen Schule hinter sich und wir haben es nur einer
ausgezeichneten Schulpräsidentin zu verdanken, dass er ganz
zum Schluss noch eine Privatschule besuchen durfte - die wir
nicht selber hätten bezahlen können - und deshalb nachher mit
Erfolg eine Lehre abschliessen konnte. Mein 8jähriger Kampf
gegen dieses schlechte Schulsystem hat sich gelohnt - mit
meiner Gesundheit steht es aber deswegen heute nicht mehr
zum besten.
Ich wünsche mir für meine Enkelkinder eine ganzheitliche Schule
ohne Einstufungen, in welcher das Herz vor dem Kopf steht und
die Stärken der Kinder gefördert werden und endlich erkannt
wird, dass Kinder von sich aus lernen wollen und sie nicht mit
Druck dazu gebracht werden müssten, wenn Ihnen nicht durch dieses
System der "Verleider" angehängt würde.
Es wird noch ein langer Weg werden bis dorthin! Schade auch um
die wenigen sehr guten motivierten Lehrer, die es trotzdem noch
gibt, die haben in diesem System keine Chance mehr.
Alle Kollegen und Nachbarn von mir die Kinder haben sind nur froh,
wenn diese die Schule endlich hinter sich haben.
Es wird allerhöchste Zeit, dass es eine Aenderung gibt!
Vikarin im Winter, Matrosin im Sommer. Nicht ohne Grund... (Mittwoch, 21 Juli 2010 22:38)
Wohltuend euer Gang an die Öffentlichkeit! Ihr sprecht mir aus dem Herzen! Ich danke euch für euer Engagement!
Melanie Fürer
Daniel Vuilliomenet (Sonntag, 11 Juli 2010 11:46)
Der Quereinstieg für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist eine Verzweiflungsaktion all derjenigen Instanzen, die dem Raubbau am Berufsbild "Lehrperson" jahrelang tatenlos zugesehen oder diesen Raubbau sogar noch aktiv unterstützt haben durch all die kopflose Hyperreformitis, deren Früchte nun zunehmend sichtbar werden.
Heutige Studis vergleichen sehr genau Aufwand und Ertrag. Wundert es jemanden, dass PH-Absolventinnen und -Absolventen z. B. einen grossen Bogen ums Klassenlehramt machen, ein Job mit viel Zusatzaufwand und Null materiellem Ertrag? Sicher: Klassenlehrperson zu sein wird durch ein entsprechendes Verhältnis zur betreuten Klasse menschlich entschädigt. Doch eine lohnwirksame Anerkennung ist bei den politisch Verantwortlichen noch gar kein Thema.
Es reicht halt nicht, erziehungsdirektorenseits here Sätze wie: "Es gibt nichts Schöneres als junge Menschen zu fördern..." zu formulieren oder von sogenannten Aufstiegschancen zu labbern. Der Lehrpersonenberuf lebt ja gerade von der Entscheidung einer Lehrperson, eben nicht aufsteigen zu wollen, sondern zunehmende Berufserfahrung ganz und gar in den Dienst des Unterrichtens zu stellen: Es fehlte sonst die wichtige pädagogische Erfahrung im Lehrpersonenteam, wenn alle ambitionierten Pädagoginnen und Pädagogen im Olymp der Bildungsbürokratie oder der (Fach-)Hochschulen verschwänden.
Und nun sollens also Quereinsteigler und Studis richten?
Wann hören wir von der Chefetage der Bildungsbürokratie (EDK) einmal so etwas wie ein Eingeständnis des eigenen Versagens, das sowieso nach allen Seiten hin sichtbar ist?
Lehrer - Zürich (Freitag, 09 Juli 2010 09:23)
Zur Quereinsteigerausbildung:
Mühsam habe ich mich auf dem 2. Bildungsweg zum Primarlehrer ausgebildet. Dies dauerte insgesamt 6 1/2 Jahre (3 1/2 J für die Matura plus 3 Jahre Primarlehrer).
Nun also eine Schnellbleiche. Für mich ein Hohn und ein weiterer Tropfen, der bei mir das Fass zum Überlaufen bringt!
Das Gute: Nun bekommen all diejenigen, welche kein Verständnis für dauernd klagende LehrerInnen haben, die Möglichkeit diesen Beruf ohne grosse Verzichte zu erlernen.
Hans-Peter Köhli (Donnerstag, 24 Juni 2010 19:42)
In der NZZ vom 23.6.2010 findet sich ein redaktioneller Artikel mit dem Haupttitel "Stadtrat sieht Rauch und keinen Flächenbrand" und dem Untertitel "Zürcher Exekutive versteht und relativiert die Alarmrufe eines Schulteams". Darin wird die Aktion "Schule im Sinkflug" in Erinnerung gerufen, die Welle der Solidarisierung erwähnt, und dann heisst es: "Die pauschale Auffassung des Schulteams, die Kinder kämen allgemein zu kurz, teilt weder die Exekutive noch die Schulleiterkonferenz". Stadtrat Lauber und Schulpräsident Berger hätten bei einem Besuch festgestellt, dass das Schulteam Ziel und Inhalt der Reformen nicht anzweifle. Entlastungsmassnahmen beträfen grösstenteils die Kompetenzen des Kantons, auf lokaler Ebene habe man jetzt aber für das Allenmoos eine halbe erste Klasse zusätzlich und sechs Extra-Wochenlektionen Förderunterricht bewilligt. Zudem wird festgestellt, die Administrations- und Dokumentationsaufgaben in den Schulhäusern habe zugenommen, und die Notwendigkeit dieses Anstiegs "sei zu prüfen".
Schön. Die Kinder kommen durch die unhaltbaren Zustände in vielen Schulhäusern also nicht zu kurz und die Schule befindet sich nicht im Sinkflug, trotzdem ein paar Tausend Lehrkräfte, Eltern und Lehrmeister die gegenteilige Ansicht vertreten. Das Team vom Allenmoos zweifelt unverständlicherweise leider nach wie vor Ziel und Inhalt der Reformen nicht an, obwohl jeder objektive Betrachter zur Einsicht kommen muss, dass sich die Traumziele dieser Reformen niemals erreichen lassen. Nach bewährter Praxis in solchen Fällen erhält das Allenmoos kleine Zückerchen, während alle andern Leidtragenden leer ausgehen. Und die Zunahme der enorm belastenden Zusatzaufgaben "werde geprüft", wenngleich diese hohle Standartphrase fader und mutloser Politiker einem zum Halse hinaus hängt und es weiss Gott nichts mehr zu prüfen gibt.
Mit andern Worten: Der Karren steckt noch zu wenig im Sumpf, man beschönigt einmal mehr. Man klammert sich weiterhin an Illusionen oder steckt die Köpfe in den Sand. Alle Schulen, Eltern und Einzelpersonen, welche das Allenmoos begeistert unterstützten und das Vorliegen der angeprangerten Missstände bestätigten, sind enttäuscht und warten auf griffige Massnahmen, die im Alltag wirkliche Verbesserungen bringen. Derweil steigt der Lehrer- bzw. Lehrerinnenmangel ins Unermessliche, und die Kantone versuchen selbst im Ausland auf widerliche Art, einander mögliche Interessentinnen für Lehrerstellen abspenstig zu machen, um überhaupt noch eine Art "Notbetrieb" aufrecht erhalten zu können. Aber eben: Leider haben viele Leute noch nicht eingesehen, dass etliche Punkte der Buschorschen Reformen in unseren Verhältnissen schlicht undurchführbar sind, andere haben es zwar längst gemerkt, dürfen oder wollen es aber nicht zugeben, und wieder andere protestieren mehr oder weniger vorsichtig und handeln sich dafür prompt die Qualifikation als Konservative und Ewiggestrige ein. Also wird halt weitergewurstelt.
Françoise Rupp (Mittwoch, 23 Juni 2010 12:26)
Wer führen will,
darf denen,
die er führt,
nicht im Wege stehen.
Laotse
Daniel Vuilliomenet (Samstag, 19 Juni 2010 18:54)
Warum ein Auftrag, in diesem Fall die Integration umgesetzt wird, obwohl er offensichtlich nicht gut umsetzbar ist? Eine berechtigte Frage! Wir zum Beispiel fragen uns aktuellerweise:
Weshalb gibt der Kanton Baselland sein bisher gut funktionierendes Schulsystem auf? Unser Bildungsdirektor antwortet hierzu (erstaunlich) ehrlich: Weil Geld gespart werden kann! Zum Beispiel mit der Umstellung von 5/4 auf 6/3 entstehen Minderkosten von rund 10 Millionen Franken im Jahr. Dies, weil das sechste Schuljahr nicht mehr von umfangreicher ausgebildeten Sekundarlehrpersonen unterrichtet wird, sondern von Primarlehrkräften, die ergo schlechter bezahlt sind, aber nach einer aktuellen PWC-Studie im Auftrag des LCH bis zu 60% des Einkommens als Lebenslohnsdefizit hinnehmen müssen. Tja, so einfach isses!
Die Integration funktioniert nach demselben Schema: Probleme abwälzen auf billigere Regulärlehrpersonen und an Speziallehrerinnen und -lehrern sparen. Ganz wild wird es, wie passiert, wenn eine Schulleitung einer Lehrperson die heilpädagogische Unterstützung versagt mit dem Hinweis, als gute Lehrperson bräuchte sie so etwas nicht und die zuständige Heilpädagogin die Klasse aber trotzdem und in ihrer Freizeit unterstützt. Solche Ausgeburten werden nicht Einzelfälle bleiben. Der Mammon regiert unbarmherzig, wie das Beispiel BP zeigt: Einsparungen an der Sicherheit bei den Bohrungen in der Grössenordnung von einigen Millionen Franken generieren nun einen Supergau mit einer Schadensbilanz von -zig Milliarden Franken.
Die Zeit der Grosszügigkeit ist vorbei. Die Schule ist kein Ort mehr der Lern-Musse, sondern ein Output-optimierter Bildungsbackofen auf Volllast und gleichzeitig auf Sparflamme.
Eigentlich ein schizophrenes Unterfangen, vorangetrieben durch Irre!
Gani Katharina (Donnerstag, 17 Juni 2010 12:08)
Bei uns in Bern wird diesen Sommer die Umsetzung der Integration mit der Einführung von Mehrjahrgangsklassen gestartet. In den Lehrerzimmern brodelt es. Meine Tochter besucht zur Zeit die erste Klasse mit 19 Schülern, 50% Ausländeranteil. Nach den Sommerferien wird sie die Klasse 1/2 mit Kindern aus der Einführungsklasse, 22 Schülern, 75 % Ausländeranteil besuchen und dies mit einer Lehrkraft und 6 Stunden zusätzlich heilpädagogische Unterstützung. Dies beunruhigt mich sehr. Die Umsetzung wurde obwohl Ressourcen und Räume fehlen, vorangetrieben. Warum wird ein Auftrag umgesetzt, wenn man/frau klar wird, dass der Auftrag nicht gut umgesetzt werden kann.
Kindergärtnerin (Dienstag, 15 Juni 2010 17:33)
Wie sollen Kinder mit besonderen Bedürnissen in einer Kindergarten Klasse von 24 Kindern und mehr, integriert werden, wenn die speziellen Lehrkräfte dafür einfach fehlen?
Wie geht das, wenn die Kinder immer jünger in den Kindergarten eingeschult werden, wenn sie noch in die Hosen machen und wir dann noch Fudis putzen müssen, wenn wir z.B. grad in einer Lektion sitzen? Was wenn wir uns weigern das zu tun?
Ich finde es an der Zeit, dass wir uns zur wehr setzen gegen diese unzähligen Reformen und immer wieder neuen noch besseren, noch genaueren Formularen! Vielen Dank das Ihr von der Schule Allenmoos damit angefangen habt!
Ich möchte gerne, dass diese Berufserfahrenen am Schreibtisch sitzenden Damen und Herren welche sich sich das alles aushecken,ein mal selber für 1/2 Jahr vor einer Kindergarten Klasse stehen sollten! Selbstverständlich inklusive aller Nebenarbeiten wie Sitzungen der Schule, diverse Fördergruppen, Elterngesprächen.
Last but not least, gehört ja auch noch die Vorbereitung für einen interessanten Kindergarten Alltag, der allen 23 Kinderen gerecht werden soll, dazu.
Stepinski Karin (Mittwoch, 09 Juni 2010 11:56)
Die Schulreform ist ein Concord-Projekt (def. "Ein Projekt, bei welchem allen Beteiligten klar ist, dass es nie ren- und funktionieren wird, welches aber aus Prestige- und Profilierungssucht einzelner Berteiligter weiter getrieben wird, bis es sich durch das Eintreten einer verheerenden Katastrophe selbst beendet")
Ich hoffe nicht, dass die Schweizer Volksschule in einer Katastrophe analog der Concord endet: Fact ist aber, dasss wir auf dem besten Weg dazu sind!
Kinder mit einer guten Schulbildung sind der Wirtschaftsmotor unserer Zukunft:
Darauf kann die Schweiz nicht verzichten!
Meine Idee:
Mit einem kontroversen unkonventionellen aber medienwirksamen Projekt (siehe Zentralrat der Muslime und die Burka)!)an die Öffentlichkeit und dann eine Initiative lancieren (zB. Sofortiger Stopp aller Schulreformen!)
Bayard Monika (Sonntag, 06 Juni 2010 14:57)
Ich danke Herrn Fritz Tschudi für seinen Beitrag. Ich teile seine Meinung. Ein Armutszeugnis, wenn Eltern sich gegen die Erkenntnisse der Mainstreamwissenschaftler wehren müssen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind noch lange keine Wissenschaft. Und falls die Pilotprojekte nicht funktionieren, sind die Fachexperten weit weg und die Folgen haben die Eltern zu tragen. Sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz wehren sich Eltern, welche sich der Verantwortung der Kindererziehung bewusst sind, gegen die schulische Sexualerziehung. In den Grundlagen für den Lehrplan 21 steht unter überfachliche Themen: " Die Einarbeitung der Gender-
und Gleichstellungsperspektive wird allen Fachbereichteams ins Pflichtenheft geschrieben. Mit einem Expertinnen- und Expertenauftrag wird die Erfüllung dieses Auftrags gesichert". Anton Strittmatter vertritt den LCH im strategischen Beirat des Kompetenzzentrums Sexualpädagogik und Schule der PH Luzern. Neue Lehrmittel sind gefragt. Werden Mitglieder des LCH einen eigenen Lehrmittelverlag schaffen, welcher diesen Auftrag sichert?
Lehrerin (Freitag, 04 Juni 2010 16:49)
Das Schweizer Schulsystem versucht seit Jahren, anderen Ländern die vermeintlich guten Reformen "abzugucken" und diese zu übernehmen: Integration ist dafür nur ein Beispiel. Wir haben hier aber auch ein seit Jahrhunderten gewachsenes Schulsystem, dessen Qualität nun in Gefahr ist.
So haben wir nun Schulleiterinnen und Schulleiter, aber keine schulinternen Sekretariate. Wir haben Schulsozialarbeiter, Heilpädagoginnen, DaZ-Lehrpersonen und Team-Teaching-Lehrpersonen, aber keine Zeit für die nötigen Absprachen, da wir immer noch gleich viel unterrichten wie vor der Reform. Zu meinen, das würde nicht auf Kosten der Schulqualität gehen, ist absurd.
Wenn das Finnische oder andere Schulsysteme für ihre Qualität und Effizienz gelobt werden, wird oft übersehen, dass in diesen Ländern mit mehr personellen Ressourcen gearbeitet wird. Vielleicht macht ja gerade dies deren Qualität aus? Ich wünsche mir deshalb, dass wir uns vermehrt auf die gewachsenen Qualitäten unseres Schulsystems besinnen, anstatt es im Reformwahn ersticken zu lassen.
Behalten wir das Schweizerische am Schulsystem bei und reformieren wir es mit Intelligenz und Weitsicht. Zum Wohle unserer Kinder.
Daniel Vuilliomenet (Donnerstag, 27 Mai 2010 20:26)
Eben: Verwaltung der Bildung und Investition in die Verwaltung der Bildung, deren Stellenbesetzungsumfang um 400% gestiegen ist in den letzten Jahren. Et Voilà: Die Wollmilchsau melkt sich selbst und trinkt sich fett, in der Hoffnung, so mächtiger zu werden.
Doch das Prinzip des Perpetuum Mobile ist ja physikalisch bereits widerlegt!
Peter Lutz (Donnerstag, 27 Mai 2010 17:02)
Alle Parteien verlangen Investitionen in Bildung, was aber passiert ist Verwaltung der Ausbildung. Ist das der richtige Weg?
Keller Hans-Ulrich (Dienstag, 25 Mai 2010 11:51)
Ich sehe durch meien Gattin, als Logopädin, in dieses Verwirrspiel und wie nun plötzlich die Kinder aus dem Sprachheilkindergarten in die Schule "gezwängt" werden. Absolut idiotisch und uberhaupt nicht durchdacht.
Man macht die Kleinkassen und Sprachheilkindergärten zu, eröffnet aber andererseits Sprachheilschulen in Zenteren, wohin dann ganz wenige der armen Kinder hingekarrt werden.
Die Integrationswut ist ein Desaster !!!
Analog der Administrationswut. Da muss was geschehen!!
Erika Schäpper (Montag, 24 Mai 2010 19:58)
Lehrerin zu werden war seit meiner Kindheit mein grosses Ziel. Jetzt bin ich 60 Jahre alt und finde es immer noch wunderbar, mit Kindern zu arbeiten. Nie hätte ich gedacht, dass es irgendetwas gäbe, was mir meine Berufung zerstören könnte. Die Reform-und Formulardiarrhö aus der Bildungsdirektion hat's aber fast geschafft. Dazu kommt, dass die gesellschaftliche Entwicklung weiter dazu beiträgt, dass das Unterrichten immer mehr dem Erziehen weichen muss - oder ist Bildung ohne Erziehung möglich?
Back to the roots gilt sowohl für Lehrkräfte wie Eltern - und die Bildungsdirektion!
Ganz herzlichen Dank für euern wertvollen Kampf um bessere Schulen.
Paul Schenker (Sonntag, 23 Mai 2010 10:37)
Als Privatschule sind wir mit genau denselben Problemen konfrontiert. Aber allein schon dass es diese Webseite gibt, macht mir Hoffnung. Bei diesem gewaltigen Echo schlage ich vor, diese Bewegung neu "Schule im Steigflug" zu nennen.
Präsident Kapitelversammlung Hinwil Nord (Mittwoch, 19 Mai 2010 18:41)
Das Kapitel Hinwil Nord drückt seine Solidarität mit dem Schulhaus Allenmoos aus und versteht die Probleme rund um den Ressourcenmangel.
Zu viele Forderungen treffen auf zu wenig Zeitgefässe.
Claudia Merki (Dienstag, 18 Mai 2010 20:35)
Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die stets bemüht sind, den Kindern einen interessanten und motivierenden Unterricht zu bieten. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die die Beziehung unter den Kindern und zu den Kindern wichtig findet und fördern will. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften,die den Kontakt zu den Eltern schätzt und pflegen möchte. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die leidenschaftlich gerne unterrichten und bemüht sind, individuell auf das einzelne Kind einzugehen. Ich gehöre zu den vielen Lehrkräften, die sich im Team und für die Schule einsetzen.
Heute gehöre ich zu den vielen Lehrkräften, die ihren einstigen Traumberuf aufgegeben haben, da ich keine genügende Ressourcen mehr für einen für mich zufrieden stellenden und dem Kind gerecht werdenden Unterricht habe.
Daniel Vuilliomenet (Dienstag, 18 Mai 2010 19:46)
Tretet doch alle dem Lehrerinnen- und Lehrerverein Baselland bei...
Dieser Verband setzt sich tatsächlich proaktiv ein für die ihm angeschlossenen Lehrpersonen und kassiert dafür von vielen Instanzen ebenfalls proaktiv Schelte. Doch es gärt im Bauch des Fasses. Die letzte Plenarversammlung der Basellandschaftlichen Amtlichen Kantonalkonferenz hat es deutlich gezeigt. Dafür werden wir im Ländli zwischen Schönenbuch und Ammel vielleicht bald zur Bildungsinsel. Macht nichts - solange täglich ein Schiff fährt!
Fritz Tschudi (Dienstag, 18 Mai 2010 13:28)
Erhöhen wir unseren Einfluss auf die Bildungs- und Reformpolitik, indem wir auf einen Gesinnungswandel im LCH hinwirken:
Solange sich unser Dachverband hauptsächlich als PR-Agentur für den Mainstream im Bildungswesen und als Ordnungsinstanz für den ruhigen Gleichschritt der Basis im Sinne der offiziellen Bildungspolitik versteht, braucht sich niemand zu wundern, wenn immer mehr Lehrerinnen und Lehrer den Eindruck haben, von ihrer Vertretung alleine gelassen zu werden.
Den „Schwarzen Peter“ nun allein der Verbandspassivität der Lehrerinnen und Lehrer anzulasten, verfängt nicht. Von einer Verbandsleitung darf ein proaktives Verhalten erwartet werden. Es ist falsch, wenn sich die Verantwortlichen unentwegt hinter den Beschlüssen von Delegiertenversammlungen verschanzen. Das übliche Kopfnicken zu den Begehrlichkeiten der Bildungspolitik und der Mainstreamwissenschaft kann unterschiedlich gedeutet werden, im wohlwollensten Fall als Zeichen der Hilflosigkeit.
Der LCH selbst zeigt aber seit langem indoktrinäre Züge, verschanzt sich hinter ihrer Vereinsbürokratie, derselben notabene, die unseren Beruf zu erdrücken droht.
Keine Qualitätsschule ohne motivierte, standfeste Lehrerinnen und Lehrer. Das statutarische Recht auf eine standespolitische Unterstützung durch den (mächtigen) Zentralverband war kaum je so wichtig wie heute. Bitte nicht nur Offenheit für Veränderung predigen lieber LCH, sondern auch das eigene Gärtchen entsprechend bestellen, gerade jetzt in Zeiten des „Klimawandels“ an unseren Schulen. Es ist höchste Zeit darüber nachdenken.
Bretscher Susanne (Dienstag, 18 Mai 2010 13:07)
Als Heilpädagogin finde ich es enorm wichtig, dass die Kinder fitte Lehrpersonen antreffen - denn nur wenn die Beziehung zu den Kindern stimmt, kann auch gute Arbeit geleistet werden - und die Kinder sind unsere Zukunft!
Tanja Portmann, Schulsozialarbeit (Dienstag, 18 Mai 2010 12:01)
Als Schulsozialarbeiterin und Supervisorin habe ich regen Austausch mit Lehrpersonen der Volksschule. Sie sind nicht zu beneiden! Die von euch erwähnten organisationsbedingten strukturellen Defizite sind oft auch Anlass für Burnout bei Lehrpersonen. Die Aufgabe des Lehrers/der Lehrerin ist zu komplex geworden! Das überfordert, frustriert und brennt aus! Stoppt den Sinkflug unserer Schule!
Marianne Greuter (Dienstag, 18 Mai 2010 00:02)
Vielen Dank für Ihre Arbeit!! Diejenige in der Schule und diejenige in Ihrer Freizeit. Ihr Engagement ist ein Lichtblick angesichts der Zustände wie sie Martin Beglinger im Magazin-Artikel schildert.
Sie können auf meine Solidarität zählen.
Manfred Rohner (Montag, 17 Mai 2010 13:24)
Die unseligen Reformen, meist in rasendem Tempo aufeinander folgend, gaukeln der Öffentlichkeit Aktualität der Schule vor, sind aber oft Ideen von Schreibtischpädagogen und "engagierten" Politikern. Schule muss ein Ort sein/bleiben, wo in einer menschlichen Atmosphäre fürs Leben gelernt wird, ganz nach dem uralten und doch so brandaktuellen Grundsatz von Kopf, Herz und Hand!
Simone Meyer (Sonntag, 16 Mai 2010 21:14)
Ich selber bin als Primarlehrerin an der Volksschule seit bald 25 Jahren tätig und habe die ganze Entwicklung hautnah mitbekommen. Meine Konsequenz ist heute, dass ich meine Tochter in diesem sinkenden Boot nicht einmal einschulen lasse. Das ist eigentlich sehr schade!
Daniel Vuilliomenet (Donnerstag, 13 Mai 2010 18:44)
Was gut tönte, die Integration nämlich von Kindern mit besonderen Bedürfnissen, wurde zur von oben her angeordneten Sparübung mit den von Schule im Sinkflug dokumentierten Folgen. Noch immer verkaufen uns aber unermüdliche HarmöSler diese Schrottpapiere mit der frech aufrecht erhaltenen Lüge, es koste nichts (Schwarze Nullbilanz), verharrend in der Hoffnung, dabei zu gewinnen. Parallelen zur Wirtschaftswelt sind nicht zufällig, dieselbe CEO-Mentalität zeichnet dafür verantwortlich. Integration kann nur auf frei-williger Basis erfolgen, sowohl seitens des zu integrierenden Kindes, wie auch seitens der integrierenden Lehrperson. Alles andere ist Schwachsinn!
Matthias Böhni (Mittwoch, 12 Mai 2010 20:17)
Go on, Schule im Sinkflug! Wir wollen Schule im Steigflug! Go on!
Madeleine Rickenbach (Montag, 10 Mai 2010 22:56)
Ich möchte eine Ermutigung und einen Dank aussprechen an alle Lehrkräfte und Betreuungspersonen, die sich mit viel Hingabe und Einsatz unseren Kindern widmen.
Anna Behringer (Sonntag, 09 Mai 2010 11:55)
Die Integrative Schulform wird hochgepriesen, dabei wird ganz vergessen, dass in den Schulversuchen Mitte der 90-Jahre die Schüleranzahl auf max. 20-22 begrenzt wurde. Meine Tochter ist in der 1. Klasse, die 28 Kinder zählt. Die 1.Klassen der zwei umliegenden Schulhäuser zählen ebenfalls 27 Kinder!!Die Rahmenbedingungen die nötig sind um mit einer solchen Brandbreite an Bedürfnissen fertig zu werden sind nicht mehr gegeben. Das Schulleitersystem funktioniert ebenfalls nur in seltenen Fällen. Die Leittragenden sind am Ende immer die Kinder. Unsere Zukunft.
Doris Furrer (Mittwoch, 05 Mai 2010 22:48)
Alle eure Anliegen werden von mir voll unterstützt, da ich in meinem Schulalltag an dieselben Grenzen stosse. Was mir ebenfalls fehlt, ist Musse. Genügend Zeit, Raum, Luft, um kreativ und schöpferisch tätig zu sein. Dies fehlt in der heutigen Arbeitswelt. Dabei ist es für die Arbeit mit Kindern und einen qualitativ guten Unterricht wertvoll aus dem Vollen schöpfen zu können, Zeit zu haben, damit sich etwas entwickeln kann.
Ruedi Lais (Dienstag, 04 Mai 2010 15:57)
Immer schwierigere Arbeit, weniger Personal, grössere Klassen, schlechtere Arbeitsbedingungen. Gut, dass Sie versuchen, der Öffentlichkeit klar zu machen, dass gute Bildung uns mehr wert sein sollte.
Nur in 10-20% der Haushalte lebt ein Schulkind. Die meisten Stimmberechtigten sind also von Sparmassnahmen in der Bildung nicht direkt betroffen. Umso begeisterter stimmte die Mehrheit bisher noch jeder Steuersenkung zu. Auch Sparpakete erfreuen sich enormer Beliebtheit, solange nur eine Minderheit betroffen ist.
Reformen verteufeln bringt aber nichts - unsere gesellschaftlichen Realitäten ändern sich rasend schnell. Wir leben quasi zwischen McWorld und Jihad - da kann die Schule nicht einfach ein Replay von 1960 programmieren.
Kathrin Keller (Dienstag, 04 Mai 2010 15:27)
Ich finde es toll, dass ihr euch gegen diesen enormen Druck, der auf euch lastet wehrt. Ich selber arbeite als Psychomotoriktherapeutin und betreue die Kinder meistens einzeln oder in Kleingruppen. Doch wird mir je länger desto mehr bewusst, wie wichtig gute und konstante Beziehungen für die Entwicklung des Kindes sind. Allerdings können tragende Beziehungen zwischen Kindern und Lehrpersonen (und anderen Bezugspersonen) nur dann entstehen, wenn genügend Ressourcen dafür vorhanden sind. Die Tatsache, dass der anhaltende Reformstress im Bildungswesen die Lehr- und Betreuungspersonen davon abhält, ihrem "Kerngeschäft" nachzugehen, beunruhigt mich sehr.
Sonja Schwarz (Montag, 03 Mai 2010 22:22)
Vielen Dank für Eure mutige und engagierte Aktion! Ich bin euch sehr dankbar dafür und Ihr sprecht mir damit wirklich aus dem Herzen. Immer mehr Papierkram und Sitzungen beanspruchen unsere Zeit, welche bei der Arbeit mit den Kindern fehlt. Auch im Hort sind zur Zeit Entwicklungen im Gange, welche unseren Kindern schaden.
Bei Horten innerhalb der Schulanlage müssen zur Mittagszeit künftig zwei Quadratmeter pro Kind ausreichen. So lautet die Weisung der Stadt! In diesen engen Raumverhältnissen betreuen wir Kinder vom 1. Kindergarten (4-jährige) bis zur 6. Klasse. Für sozial auffällige Kinder wird normalerweise kein zusätzliches Personal eingesetzt. HortleiterInnen müssen sich um grösser werdende Kindergruppen kümmern, welche jeden Tag anders zusammengesetzt sind. Die Beziehungsarbeit, welche besonders bei sozial auffälligen Kindern wichtig wäre, wird je länger je mehr verunmöglicht.
Mit meiner Kollegin zusammen baute ich mit viel Idealismus und Energie einen Hort auf. Kinder und Eltern waren immer sehr zufrieden und es hat uns glücklich gemacht, dass mit unserer Unterstützung auch "schwierige" Kinder wieder "den Rank" gefunden haben. Mit der Umsetzung der 2 m2 pro Kind bleibt zu wenig Zeit für die pädagogische Arbeit.
Bisher haben wir im Hort die Persönlichkeit des Kindes unterstützt und sein soziales Verhalten gefördert. Ältere Kinder helfen den jüngeren Kollegen und übernehmen Verantwortung in der Hortgruppe. Mädchen, Jungs, Kleine und Grosse sitzen zusammen an einem Tisch -im angeregten Gespräch.
Pädagogische Arbeit braucht Aufmerksamkeit und Zeit -zum beobachten und begleiten der Kinder. Wir vermitteln im Hort Gesprächskultur, Esskultur, fördern kreative Ideen, integrieren Kinder in die Gruppe, üben Wertschätzung von Material, Konfliktlösungsverhalten, Respekt, Rücksichtsnahme, Geduld, Selbständigkeit. Bei schulischen oder familiären Problemen suchen wir mit den Kindern nach Lösungen und setzen uns mit Bezugspersonen in Kontakt.
Die Veränderungen im Hortwesen zwingen uns zu einer straffen Betriebskultur, in der immer weniger Zeit bleibt für individuelle Betreuung, für Musse und Humor. Sozial starke Kinder haben weniger Probleme sich anzupassen, leiden aber genauso unter den Auswirkungen. Die schlechter werdende Stimmung überträgt sich vom Pausenhof in die Klassenzimmer.
Bisher hatten wir im Hort die Chance, mit allen Gesellschaftsschichten in Berührung zu kommen. Wir lernten Familien kennen, die niemals an irgendeinem Integrationsprojekt teilnehmen würden. Bei den Kindern konnten wir Probleme auffangen, die später im Jugend-und Erwachsenenalter nur noch schwer therapierbar wären. Und dann den Staat viel mehr kosten als die finanzielle Beteiligung an einem Hortplatz. Im Hort wurde bis anhin präventive Arbeit geleistet!
Ich hoffe, dass bald wieder eine Wende eintrifft mit mehr m2 und genug Personal. Eure Internetseite und Eure Aktionen sind schon ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!
Franz Michel (Montag, 03 Mai 2010 13:34)
Ich freue mich sehr, dass Ihr konkret etwas gegen den Sinkflug unserer Schule unternehmt. Ich bin verwundert, dass die Behörden ihren Holzweg noch nicht bemerkt haben. Mit "Sparen" lassen sich keine Kinder erziehen. Ich höre von vielen KollegInnen aus der öffentlichen Schule, dass sie schon längst am Anschlsg sind - und bei uns im Heimwesen (ich arbeite in einem Heim für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche) sind die Auswirkungen des Sparwahns auch schon unangenehm bemerkbar. Die Kinder kommen zu spät und bei Notfällen ist die Kinderpsychiatrie kaum in der Lage zu helfen (Dinge, die für die Kinder katastrophale Auswirkungen haben und langfristig sehr teuer sein werden). Leider ist die Schule zur Zeit eine riesige Baustelle und Pädagogik vor allem ein Anliegen der Leute, die direkt mit den Kindern arbeiten. Das wird so nicht aufgehen.
Vielen Dank, dass Ihr da eine Diskussionsplattform organisiert habt.
Toni Kleimann (Sonntag, 02 Mai 2010 11:09)
Kurz vor meiner Pensionierung machen mir Aktionen eurer Art Mut. Es gibt sie noch - die LehrerInnen -, welche über die "Schulstube" hinaus denken. Wir LehrerInnen sorgen für die Qualität in der Schule. Wer denn sonst? Dazu gehört eben auch, sich als Profis einzumischen in die bildungspolitische Diskussion. 'Abseitsstehen' und 'Kuschen' mach(t)en aus uns Mittäter.
Ich gratuliere zu eurem Engagement.
kraus irene (Freitag, 30 April 2010 13:28)
vielen dank für euer einsatz, auch mir geht langsam der atem aus mit 24 erst- bis drittklasskindern,wenig support und vielen "to do's". mir fehlt der raum und die zeit den bedürfnissen der kinder auch nur einigermassen gerecht zu werden, weil sie vilefältiger nicht sein könnten.